Umweltministerium

Barbara Hendricks (SPD) ist nicht mehr im Kabinett

Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks (SPD) wird dem neuen Kabinett nicht mehr angehören.

Foto: Caroline Seidel

Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks (SPD) wird dem neuen Kabinett nicht mehr angehören. Foto: Caroline Seidel

Kreis Kleve.   Die SPD-Abgeordnete wird nicht mehr dem neuen Kabinett Merkel angehören. Die Kleverin erntet von der Basis viel Lob für ihre Arbeit.

Dr. Barbara Hendricks wird dem Kabinett Merkel nicht mehr angehören. Die amtierende Bundesumweltministerin teilte auf ihrer Facebook-Seite gestern mit: „Ich werde der neuen Bundesregierung nicht angehören. Ich bin dankbar, die letzten vier Jahre als Bundesumwelt- und Bauministerin unserem Land, seinen Menschen und meiner Partei gedient zu haben. Ich gehe mit einem guten Gefühl aus diesem Amt, weil ich glaube, dass ich dazu beitragen konnte, Positives für unser Land und für die Umwelt bewegt zu haben. Der Wohnungsbau boomt, die Welt hat einen Plan, um die Klimakatastrophe doch noch abzuwenden und wir haben endlich einen Prozess, um mit den Sünden des atomaren Zeitalters umzugehen.“

Gradlinig und ehrlich

Norbert Killewald, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks, bedauert die Entscheidung: „Ich denke, dass ganz, ganz viele Menschen in Deutschland es schade finden, dass Barbara Hendricks dieses Amt nicht mehr bekleiden wird. Wer sie kennt, der weiß, dass sie ihre Aufgaben zu 100 Prozent erfüllt. Sie ist gradlinig, ehrlich und auch unbequem. Und das haben viele respektiert.“ Selten gab es in der überregionalen Presse kritische Berichte über ihre Amtsführung. Im Gegenteil: Die Berliner Journaille war meist von ihrer Hartnäckigkeit beeindruckt: Ob Düngemittelverordnung oder Abgasreduzierung - Hendricks nannte die Dinge klar beim Namen.

Norbert Killewald ist gespannt, wie die Zukunft der Klever Bundestagsabgeordneten aussieht. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Partei das Potenzial von Barbara nicht nutzen wird.“ Sie selbst möchte zu ihrer Zukunft noch nichts sagen. Gegenüber der NRZ schrieb sie, dass sie weiterhin Mitglied des Deutschen Bundestages bleiben werde. Und dann? „Schaun mer mal!“

„Verständliche Entscheidung“

Norbert Killewald sieht viele Themen, die sie gut gemanagt habe. Die Klimakonferenz in Paris sei ein Höhepunkt ihrer Amtszeit gewesen. Und auch das Thema Atommüll habe sie gut gelöst: „Hätte wirklich jemand gedacht, dass die Endlagerfrage so nüchtern und so rational über die Bühne geht?“

Jürgen Franken, Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag, betont ebenfalls, dass Barbara Hendricks ihre Funktion sehr gut ausgeführt habe. Es sei aber durchaus verständlich, dass die Bundes-SPD jetzt ein Signal des Aufbruchs senden möchte und jüngeren Parteimitgliedern eine Chance geben möchte. „Die Entscheidung ist insofern auch verständlich“, so Franken. Auch wenn Hendricks einen guten Job gemacht habe. In Erinnerung ist ihm der Zoff mit den Autobossen geblieben. „Da hat sie ihre Standfestigkeit gezeigt und deutlich gemacht, wofür sie steht. Vor Ort bleibt sicherlich das Scharmützel mit den Landwirten haften“, so Franken. Das Bundesumweltministerium hatte vor zwei Jahren mit der Veröffentlichung von Bauernregeln die Gemüter der Landwirte erhitzt. Eine große Demonstration in Kleve war die Folge.

Josef Gietemann, Vorsitzender der SPD in Kleve, sieht auch den schwindenden Einfluss des Kreises Kleve in Berlin: „Für unsere Region ist das ein schmerzlicher Verlust. Vor wenigen Jahren hatten wir noch zwei Minister, jetzt zwei Abgeordnete. Das ist schon ein Unterschied“. Barbara Hendricks habe ihre Arbeit sehr gut gemacht: „Persönlich imponiert hat mir ihre Haltung zur Glyphosat-Frage. Da war sie gegenüber dem Landwirtschaftsministerium hartnäckig.“

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