Freizeit

„Hier fühlen wir uns heimisch“

Die Begeisterung für die Royal Air Force brachte die Niederländern, Briten, Belgier und Deutschen der Re-enectment Gruppe nach Weeze.

Die Begeisterung für die Royal Air Force brachte die Niederländern, Briten, Belgier und Deutschen der Re-enectment Gruppe nach Weeze.

Foto: WAZ FotoPool

Weeze.   Eine Re-enactment-Gruppe der Royal Air Force machte erstmals in Deutschland Station. Erinnerungen an die britische Rheinarmee wurden auf dem Airportgelände lebendig.

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Vitrinen verraten im Museum der Royal Air Force (RAF) was einmal alles so in Weeze los war. Die britische Rheinarmee bestimmte das Leben vor Ort. Doch lange ist’s her. Ein bisschen an die Vergangenheit erinnern, das war am Wochenende angesagt. Denn zum ersten Mal machte eine „Re-enactment“-Gruppe Station am Airport, zwischen Museum und ehemaligem Astra-Kino.

Die historische Geschichte wiedererlebbar machen, das hat sich die rund 20-köpfige Gruppe aus Niederländern, Briten, Belgiern und Deutschen auf die Fahne geschrieben. „Prima ist es hier“, lobt René Westendorp das Gelände: „Hier fühlen sich unsere Fahrzeuge und auch wir richtig heimisch“, weiß der Mann aus dem niederländischen Dinxperlo. Die Gruppe ist zum ersten Mal in dieser Besetzung in Deutschland unterwegs. In voller Army-Montur, versteht sich.

Alles stilecht

Zelte im Schatten der Bäume zum Übernachten nahe des Museums und Ranch Rover, mal als Sanitätsfahrzeug oder Funkwagen, machen dort halt. „Die Pflege der Fahrzeuge ist enorm wichtig“, weiß Mario Benz. Den Dortmunder hat das Fieber zur britischen Rheinarmee vor einiger Zeit gepackt. „Über Foren im Internet kamen die ersten persönlichen Kontakte zustande.“ Dass Freude und Kameradschaft untereinander im Vordergrund stehen, das weiß auch Ria Westendorp, die ihren Mann auf allen Touren stets begleitet. „Ich kann als Frau sagen, ich will da nichts mit zu tun haben, nur dann sieht man sich auch nicht oft“, erklärt sie schmunzelnd mit Blick in Richtung Ehemann René, der voller Stolz einem Besucher den Funkwagen erklärt. Seit fast 20 Jahren ist die „Lady“ immer mit von der Partie. Während es für die Herren bei brütender Hitze keine Marscherleichterung, noch nicht einmal den Verzicht aufs Barett gab, trug Ria Westendorp lieber das luftige Army-Shirt mit passender Hose. Aber immerhin RAF-typisch.

Mit Dudelsack zum Terminal

Als die Autos bei praller Hitze die Passagiere zum Flughafen-Terminal bringen, werden Dudelsack-Klänge von André Maske laut. „Da sind wir besonders stolz drauf, dass wir ihn aus Iserlohn mit dabei haben“, so Mario Benz. Und dass die Klänge auch im nächsten Jahr zu hören sein werden, dafür macht sich die gesamte Gruppe stark. Sie planen eine Zusammenarbeit mit den Museums-Verantwortlichen. „Vielleicht können wir ja im nächsten Jahr sogar Touren mit einem Kettenpanzer hier übers Gelände am Airport Weeze anbieten“, wagt René Westendorp einen Blick in die Zukunft. Auch wenn der Panzer über 300 Kilometer von Belgien kommend zurücklegen müsste, sind alle zuversichtlich, dass es klappen würde.

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