Flüchtlinge

Hilfe in höchster Not

Jürgen Rauer, Theodor Brauer und Willibrord Haas während der gestrigen Pressekonferenz.

Jürgen Rauer, Theodor Brauer und Willibrord Haas während der gestrigen Pressekonferenz.

Foto: NRZ

Kleve.   In Kleve werden heute Abend 150 Flüchtlinge erwartet. Die Stadt stellt im Auftrag für das Land NRW jetzt eine Notunterkunft in der Dreifachturnhalle des Konrad-Adenauer-Gymnasiums zur Verfügung

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Die Betten stehen, die Tische und Bänke sind aufgebaut, drei Ärzte werden heute Abend anwesend sein und 15 Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Gegen 18 Uhr werden in Kleve bis zu 150 Flüchtlinge erwartet, für die die Stadtverwaltung gestern im Eilverfahren eine Notunterkunft errichten musste. Innerhalb von 48 Stunden hat die Verwaltung die Dreifachturnhalle des Konrad-Adenauer-Gymnasiums in Kellen hergerichtet, die ab heute für unbestimmte Zeit zu einer Notunterkunft für Flüchtlinge umfunktioniert wird.

Es herrscht Ausnahmezustand in NRW. Pro Tag kommen 1400 Flüchtlinge nach Nordrhein-Westfalen. Die Erstaufnahmen sind hoffnungslos überlaufen, jetzt müssen auch verstärkt die Kommunen einspringen. Am Donnerstagmorgen bekamt Bürgermeister Theodor Brauer einen Anruf vom stellvertretenden Regierungspräsidenten Roland Schlappka, mit der Bitte um Amtshilfe. Theodor Brauer zeigte sich gestern in einer Pressekonferenz sehr zufrieden, dass seine Verwaltung in kurzer Zeit diese Notunterkunft organisiert hat.

Soforthilfe

Um wie viel Menschen es sich tatsächlich handelt, die heute Abend nach Kleve kommen werden, wisse man noch nicht. Auch über die Zusammensetzung der Gruppe sei nichts bekannt. Erst heute Mittag werde man eine Liste erhalten, aus der ersichtlich ist, woher die Menschen stammen, ob sich Familien darunter befinden, Personen mit Pflegebedarf oder ob es einzelne Männer sind.

Bettina Keysers, die gemeinsam mit Thomas Mutz und Sonja Northing die wesentlichen Dinge organisiert hat, verdeutlicht die Situation: „Wenn wir nicht helfen, droht diesen Menschen die Obdachlosigkeit“. Die Turnhalle des KAG sei die beste Einrichtung, die man habe finden können. Da hier die bautechnischen Voraussetzungen stimmen und genügend Wasch- und WC-Möglichkeiten für diese Menschen vorhanden sind. Zwei Spielfelder der Turnhalle wurden mit Betten bestückt und ein Spielfeld wurde zu einer Art Aufenthaltsraum umfunktioniert. Hier werde man den Menschen auch drei Mal täglich eine Mahlzeit anbieten können – geliefert von Maternus Mobil.

Ein 24-Stunden-Dienst der Gesellschaft „Perspektive Personal“, eine Tochtergesellschaft des Theodor-Brauer-Hauses, wird für die Menschen als Ansprechpartner dauerhaft vor Ort sein. Drei Ärzte werden die ersten Untersuchungen vornehmen.

Wie lange die Flüchtlinge bleiben werden, ist völlig unklar. Die Bezirksregierung habe von drei Wochen gesprochen. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen aber, dass dies sehr viel länger dauern kann. In Mülheim etwa wird die Notunterkunft in einer Turnhalle noch bis Januar genutzt werden müssen.

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