Hochschule Rhein-Waal Kleve

Hochschule Kleve lud zum Tag der offenen Tür

Beim Tag der offenen Tür an der Hochschule Rhein-Waal ging es diesmal um Nachhaltigkeit

Beim Tag der offenen Tür an der Hochschule Rhein-Waal ging es diesmal um Nachhaltigkeit

Foto: NRZ Andreas Daams

Kleve.   Beim Tag der Offenen Tür an der Hochschule Rhein-Waal ging es um das Thema „Nachhaltigkeit“. Das galt auch fürs Streetfoodfestival.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Finn Bönniger lächelt. „Das Wort ‚nachhaltig‘ wird oft übernutzt“, sagt er. „Ein zentraler Aspekt in unserem Studium ist es, herauszufinden, was es wirklich bedeutet.“ Finn Bönniger stammt aus Krefeld und studiert „Nachhaltige Landwirtschaft“ an der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) in Kleve. Bald ist er fertig, danach wird er einen Hof bewirtschaften. Nachhaltig. Also ohne Pestizide? Ohne Gentechnik? Vorsicht! „Wir hatten Kurse über Gentechnik, um sie genau zu verstehen“, erklärt der Student.

„Man muss dann keine Diskussionen auf emotionaler Ebene führen, die führen ja sowieso nicht weiter.“ Und mit Pestiziden haben sie sich auch auseinandergesetzt: „Wir greifen alle vorhandenen Möglichkeiten auf, analysieren sie, um die besten zu identifizieren.“

Feldversuch mit der Landwirtschaftskammer

In einem langen Feldversuch gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer und anderen Hochschulen untersucht die HSRW gerade den Zwischenfruchtanbau. Ganz praktisch auf einem Acker in Neulouisendorf und ganz theoretisch im Labor. Bönniger ist ganz begeistert, wenn er von seinem Studienfach erzählt. Überhaupt trifft man am Tag der Offenen Tür an der HSRW auf lauter begeisterte Studenten. Übergeordnetes Thema ist in diesem Jahr die Nachhaltigkeit. Valeria Weinberger empfängt am Stand des Fachschaftsrats, in dem gewählte Studenten sich um die Belange aller kümmern. Ist Nachhaltigkeit bei Studenten überhaupt ein Thema?

Pullis und T-Shirts fair gehandelt

„Klar“, sagt sie. Hochschul-Pullis und T-Shirts sind selbstverständlich fair gehandelt. Im Obstsalat stecken Holzspießchen statt solchen aus Plastik. Aber halt! Der Becher! Aus Plastik! Valeria Weinberger nickt. „Die Becher hat die erste Fachschaft, die es hier gab, gekauft. Wir nehmen für die Becher ein Pfand, spülen sie anschließend und verwenden sie wieder.“ Beim letzten Weihnachtsfest habe es natürlich Glühwein gegeben, erzählt sie, aber die Studenten mussten ihre eigenen Tassen mitbringen. So etwas sei selbstverständlich heute. Auch vegane Ernährung erfreue sich großer Beliebtheit – in Anlehnung an das Fernsehformat „Das perfekte Dinner“ veranstalteten die Studenten regelmäßig „Das vegane Dinner“. Einmal im Jahr finde zudem eine Kleidertauschbörse in der Mensa statt. Besser als wegwerfen.

Kurzer Zwischenstopp auf dem Streetfood Festival: Vereinzelt sieht man Plastikbesteck, ansonsten viele Teller aus Pappe. Geht also. Aber was ist, wenn man Lust bekommt, Urlaub in der Dominikanischen Republik zu machen? Ika Dau, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich „Nachhaltiger Tourismus“, will das nicht generell verteufeln. Den Flug könne man mit CO2-Projekten kompensieren. In einen All-Inclusive-Club, der dann noch ausländischen Investoren gehöre, solle man aber nicht gehen. Lieber in eine Lodge, die Einheimischen gehört. Märkte besuchen, in einheimischen Restaurants essen – das helfe den Menschen dort auch ökonomisch.

Generell, sagt sie, gebe es in Sachen Tourismus natürlich viele Probleme. Skifahren zum Beispiel – eine zweischneidige Angelegenheit. Oder das Frühstücksbuffet mit lauter abgepackten Mini-Portionen. Oder Kurz-Trips in entfernte Gegenden. Da müsse man die Menschen noch stark sensibilisieren, zumal der Tourismus weltweit zunehme. Ihr Fazit ist dann doch ernüchternd: „So wie bisher kann es ja nicht weitergehen,“ sagt Ika Dau.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik