KRAKE-Projekt

Hommersum – ein Dorf zwischen Bewahren und Neuerfinden

Maria Sanders und ihr Hund Jack.

Maria Sanders und ihr Hund Jack.

Foto: Niklas Preuten

Goch-Hommersum.   Die 500 Einwohner leben gerne in Hommersum, sehen aber Potenzial zur Verbesserung. Das KRAKE-Projekt soll mithelfen, die Chancen zu ergreifen.

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Für Maria Sanders fühlt es sich an, als sei Hommersum „aus dem Winterschlaf erwacht“. Der Gewinn der Silbermedaille bei der ersten Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ und die eigenständige Organisation des Erntedankfestes in den vergangenen beiden Jahren sind Anzeichen für den frischen Wind im Gocher Ortsteil an der Grenze. Sanders, die junge Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins (HVV), weiß, dass diese Veranstaltungen, zusätzlich zu der gelungenen 900-Jahr-Feier, den engagierten Hommersumern im 500-Einwohner-Dorf einiges an Zeit und Energie abverlangt haben. Doch sie möchte den Schwung mitnehmen in das KRAKE-Projekt der Hochschule Rhein-Waal, das in diesem Sommer in Hommersum Fahrt aufnimmt.

Im November 2017 hatten Studierende mit 16 Freiwilligen Gruppeninterviews geführt, um herauszufinden, wie die Bewohner ihr eigenes Dorf einschätzen. Mittlerweile liegen die Ergebnisse vor, die Maria Sanders mit einem Augenzwinkern so zusammenfasst: „Wir sind natürlich alle der Meinung, dass Hommersum ,das schönste Dorf’ überhaupt ist. Allerdings sehen wir auch noch kleine Potenziale, die unsere Vereinsarbeit erleichtern und unsere Lebensqualität verbessern bzw. erhalten könnten.“

Dachverband und Kommunikation

Bei einer Versammlung kristallisierten sich zwei zentrale Punkte heraus: die Verbesserung der Kommunikation im Dorf und die Schaffung eines Dachverbandes für die Koordination der sehr regen Vereine. Dieser könne Ansprechpartner für das Dorf sein und Aufgaben übernehmen, die alle betreffen, überlegt Sanders laut. „Die Vereine können sich noch besser ergänzen, wenn zum Beispiel Beamer, Leinwand oder Bierzeltgarnituren untereinander verliehen werden.“

Oftmals hapere es trotz des überschaubaren Dorfkerns noch an der Kommunikation, stellt die 25-Jährige fest. „Wir sollten weg vom Verteilen von Handzetteln kommen, können wegen des doch höheren Durchschnittsalters der Bewohner aber auch nicht alles nur per E-Mail kommunizieren.“ Eine Dorfzeitschrift könnte eine Idee sein oder noch einfacher: ein schwarzes Brett.

Frage der Ortsmitte

Darüber hinaus beschäftigt die Hommersumer die Zukunft ihrer Kneipe und die Verlagerung einiger Aktivitäten zur Alten Schule. „So ein wenig spaltet sich das Dorf in der Frage nach der Ortsmitte. Wir brauchen aber beide Treffpunkte für unsere Vereine“, sagt Maria Sanders. Im Rahmen des KRAKE-Projektes wird sich eine Delegation aus Hommersum in anderen teilnehmenden Dörfern umschauen. Beim nächsten Treffen im August – dann erstmals ohne Vertreter der Hochschule – wollen die Dorfbewohner Arbeitsgruppen bilden, die sich mit den einzelnen Themen beschäftigen werden.

Maria Sanders ist stellvertretend für den HVV die treibende Kraft dahinter, weil sie Wichtiges bewahren möchte: „Wir haben eine engagierte Jugend und ein Gemeinschaftsgefühl, das nicht selbstverständlich ist. Wir wissen, wie wertvoll das ist.“

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