Nierswalder Landhaus

Hotelgäste drücken im Nierswalder Landhaus die Schulbank

Sigrid Dittrich im Klassenzimmer der alten Schule, wo heute Tagungen stattfinden.

Foto: Kristin Dowe

Sigrid Dittrich im Klassenzimmer der alten Schule, wo heute Tagungen stattfinden. Foto: Kristin Dowe

Goch-Nierswalde.  Seit zehn Jahren führen Sigrid und Karl Dittrich das Nierswalder Landhaus in Goch. Das alte Schulgebäude hat das Paar zu einem Hotel umgebaut.

Etwas schüchtern blickt der kleine Junge auf dem Foto in die Kamera. Damals ahnte Karl Dittrich wohl noch nicht, dass er in diesem Gebäude nicht nur seine Schulzeit, sondern gleich sein halbes Leben verbringen würde. Und das auch noch freiwillig. Symbolträchtig hängt die Aufnahme heute großformatig im Flur des alten Schulhauses, wo er heute gemeinsam mit Frau Sigrid ein Hotel als Teil des Nierswalder Landhauses betreibt. Die beiden sind Gastgeber aus Leidenschaft.

Vor rund zehn Jahren hatte das Paar das Objekt im Herzen von Nierswalde erworben mit dem festen Ziel, aus dem charmanten, alten Schulgebäude etwas Besonderes zu machen. „Das war eine echte Bauchentscheidung“ erinnert sich Sigrid Dittrich. Denn Gastronomen sind die beiden von Haus aus eigentlich nicht – Karl Dittrich ist Agraringenieur, seine Frau arbeitete als Grafikdesignerin.

Traditionelles Dorfambiente blieb erhalten

Schon vorher war in dem alten Landhaus Gastronomie untergebracht, was wohl bis heute zum traditionellen Dorfambiente mit Kirche, Schule und Feuerwehr im Karree beiträgt. Gerne kehrte das Paar als Gäste dort ein, bis die beiden sich dachten: „Das schaffen wir auch hinter der Theke“, erinnert sich Sigrid Dittrich.

Die Entscheidung war goldrichtig, wie sich später herausstellen sollte. Zwar war das Haus innerhalb der zehn Jahre für zwei Jahre anderweitig verpachtet, doch die Dittrichs hatte es dann doch gereizt, selbst wieder die Geschicke des Hauses zu lenken. 29 Mitarbeiter beschäftigt der Hotel- und Restaurantbetrieb inzwischen – und in der Küche schwingt nicht irgendjemand den Kochlöffel: Küchenchef Jan Hollendung gehört zu den Spitzenköchen zwischen Rhein und Maas und versteht es, seine Gäste kulinarisch zu verwöhnen. „Wir mischen uns da nicht ein, sondern lassen ihm ganz freie Hand“, versichert Sigrid Dittrich. Wild gelte allerdings als Hausspezialität.

Wildgerichte gelten als Hausspezialität

Im Restaurant hält sich das Paar im Hintergrund und zeichnet vielmehr für die geschäftlichen und organisatorischen Abläufe verantwortlich. Egal ob Tagung, Hochzeit oder Firmenevent – das Nierswalder Landhaus hat sich trotz oder gerade wegen seiner ländlichen Lage mitten im Grünen zu einer gefragten Adresse am Niederrhein gemausert.

Und wer eine Übernachtung im alten Schulhaus bucht, glaubt zu spüren, dass jeden Moment die Kinder auf den Schulhof stürmen und es zur Pause läutet. Die authentische Atmosphäre des alten Schulhauses ist auf ganzer Linie erhalten geblieben. Wo sich früher die Mädchentoilette befand, ist heute ein modernes Bad untergebracht. Wahrscheinlich wären Karl Dittrichs Lehrer stolz auf ihren ehemaligen Schüler. Sie hätten allen Grund dazu.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik