Konrad-Adenauer-Gymnasium

Idee: KAG und VHS in einem Haus

Das Konrad-Adenauer-Gymnasium wird saniert. Der Gebäudeteil der Hauptschule (KAH) könnte von der VHS genutzt werden, ist ein Denkmodell.

Das Konrad-Adenauer-Gymnasium wird saniert. Der Gebäudeteil der Hauptschule (KAH) könnte von der VHS genutzt werden, ist ein Denkmodell.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.   Konrad-Adenauer-Gymnasium soll für 13,4 Millionen Euro saniert werden. Geld fließt, wenn Schulfremde die Gebäudeteile der auslaufenden Hauptschule nutzen

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Nach Rindern in die Wilhelm-Frede-Schule wollte das KAG ja nicht ziehen. Das überließ man lieber der neuen Gesamtschule, die dort modern anbauen wird (die NRZ berichtete am Samstag). Weder die scheinbare Mehrheit der Kellener Bürger noch das Kollegium wollten mit dem Gymnasium umziehen. Auch nicht in einen teuren Neubau. Lieber das Gebäude aus dem Jahr 1969 sanieren, denn das Schulhaus am Köstersweg hat noch die sehr groß dimensionierten Klassen- und Fachräume (beispielsweise für Übungsstunden der Big-Band).

Das städtische Gebäudemanagement hatte Kosten und multifunktionale Nutzung noch einmal durchgerechnet. In 2011 hatte das Büro Dorn und Overbeck eine energetische Sanierung inklusive Turnhalle, Böden, Wände, Sanitäranlagen kalkuliert und waren auf 11,7 Millionen Euro gekommen. Vier Jahre später aktualisiert die Stadt auf 13 400 000 Euro, das sind 1,35 Millionen Euro mehr, also plus 11 Prozent. Der Preisindex stieg während der Zeit zwar „nur“ um sieben Prozent, aber es sind jetzt bereits die neuen Grenzwerte der Energieeinsparverordnung berücksichtigt.

Laut der alten Berechnungen des Schul-Gutachters Dr. Garbe braucht das KAG gesamt 4458 Quadratmeter Nutzfläche, wegen des neuen Montessorizweiges mit zusätzlichen Klassen-Nebenräume zur pädagogischen Differenzierung kommt das Gebäudemanagement nun auf 4732 qm.

Was macht man mit dem Platz, den bisher im selben Haus die auslaufende Konrad-Adenauer-Hauptschule nutzte? Insgesamt stehen nämlich 6564 Quadratmeter Raum am Köstersweg zur Verfügung. Die Verwaltung nennt ein Beispiel: Die Volkshochschule könne mit einziehen. Sie bekäme etwas mehr Platz als bisher und es entstünden in allen Werkräumen Synergie-Effekte, multifunktional für beide Nutzer. Diese Doppelnutzung einberechnet, wären 1644 Quadratmeter für die VHS vorgesehen – derzeit hat die Erwachsenenbildung an der Hagschen Poort mitten in Kleve 1550 qm. Die VHS nutzt außerdem zurzeit abends Räume am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium. Mit der neuen Idee wären 6376 qm im Kellener Gebäude verplant, die restlichen 188 qm blieben räumliche Pufferzone. „Das passt recht gut“, sagte Gebäudemanager Thomas Mutz im Schulausschuss.

VHS-Leiter Alf-Thorsten Hausmann antwortet auf Anfrage der NRZ: „Das ist ja nur ein theoretisches Beispiel. Konkrete Umzugspläne existieren überhaupt nicht.“

Was die VHS dazu sage, nach Kellen umzuziehen, sei noch nicht besprochen worden, bestätigt Mutz. Er schildert, er habe mit dem stellvertretenden KAG-Schulleiter Heinz-Bernd Westerhoff in „Dummy“-Beispielen die Räume auf dem Grundriss am Tisch hin und her geschoben. Für eine gemeinsame Nutzung mit der VHS unter einem Dach gäbe es aber von der Schulleitung ein positives Echo.

Ein sehr willkommener Nebeneffekt wäre, dass für nicht-schulische Nutzung bisheriger Schulgebäude eine dicke finanzielle Förderung winkt: bis zu 75 Prozent der Baukosten für diesen nicht-schulischen Teil des Gebäudes. Das gelte wohl auch für eine Volkshoch-Schule.

Das Konrad-Adenauer-Gymnasium ist als dreizügig, also mit drei Parallelklassen, festgeschrieben. Jährlich 520 bis 600 Kinder kommen auf die weiterführenden Klever Schulen, sagte Schulverwaltungsamtsleiterin Annette Wier.

Zwei Jahre Bauzeit

Momentan orientieren sich auch einige Klever am Titel „Realschule“ und schicken ihre Kinder sogar nach Kalkar zur Realschule (die aber wiederum weniger eigene Kalkarer Schüler hat). Abzuwarten sei, wie sich eine private Realschule Kranenburg, die sich ja gründen will, auf die Schullandschaft auswirkt. (Aktuelle Klever Zahlen siehe Lokalseite 3)

Mutz rechnet damit, dass die Sanierung in vier Bauabschnitten zwei Jahre während des Schulbetriebes laufen könne. „Die Stadt will möglichst die Planung selbst übernehmen“ und nur die Bauleistung europaweit ausschreiben. Schulleiter Westerhoff bat um mehr Details, „Ich muss den Eltern etwas erzählen!“ Mutz verwies auf den Haupt- und Finanzausschuss am nächsten Donnerstag.

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