Schule und Museum

Klever Schüler zeigen kreativen Umgang mit Medien

Marcel Drozdowski, Schüler Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, malt nach Fotografie Großer Markt Kleve 1947

Marcel Drozdowski, Schüler Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, malt nach Fotografie Großer Markt Kleve 1947

Foto: Repro Andreas Daams

Kleve.   In der Ausstellung Schule-Kunst-Museum zeigten Klever Schüler, wie man mit alten und neuen Medien künstlerisch aktiv sein kann

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Enya Osterkamp steht im Museum Kurhaus und malt. Die fast 14jährige Schülerin der Gesamtschule am Forstgarten hat sich gemeinsam mit ihrer Mitschülerin Hanna Weber von der Künstlerin Anne-Lise Coste inspirieren lassen. Die hatte ihre Meinung über die Welt mit kurzen Sätzen und gesprayten Zeichen in einem weißen Museumsraum dargestellt. „Das fanden wir einfach schön“, schreiben die beiden in ihrer Erklärung. Besucher laufen vorbei, manche schauen ihnen über die Schulter. Figuren, Skizzen, Hände, die sich fast berühren.

Überhaupt scheinen sie sehr tatkräftig zu sein, die Schüler, die in diesem Jahr an der Aktion Schule-Kunst-Museum in Museum Kurhaus teilnehmen. Keine selbstquälerischen Gedanken-Konstrukte werden hier verhandelt. Es geht vielmehr um ganz praktische Ansätze, die sich aus den Kunstausstellungen der letzten Monate ergeben: Pia Fries‘ Auseinandersetzung mit den Kupferstichen von Hendrick Goltzius vor allem. Zum Beispiel bei den Schülern von Haus Freudenberg: „Wir klecksen viele Farben auf ein großes Blatt und verteilen die Farben mit einem Spachtel.“

Talith Geritsen (16) erzählt, wie ihre 10. Klasse der Karl-Kisters-Realschule vorgegangen ist. Erst haben sie mit Bleistift gezeichnet, ganz klassisch also, dann haben sie am PC schwarz-weiße Flächen übereinandergelegt und farblich gestaltet. Das Ergebnis ist eine Abfolge atmosphärisch dichter Farbmuster. Der Jahrgang 10 der Gesamtschule am Forstgarten ist einerseits ganz bei klassischer Maltechnik geblieben, andererseits hat sie die Namensgebung der Schule thematisiert. Die Aquarelle zeigen Ausschnitte des Forstgartens.

Portraitzeichnungen auf Toastbrot

Interessant ist, wie selbstverständlich neuere Medien Einzug halten in Schülerarbeiten. Da haben zum Beispiel Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums Nachkriegsfotografien aus Kleve zur Grundlage von Gemälden gemacht. Aus Momentaufnahmen werden auf diese Weise beklemmende großformatige Bilder. Ihnen gegenüber hängen kleine Portraitzeichnungen – auf Toastbrot. Spannende Fotostrecken zeigt die Gesamtschule am Forstgarten; ein Video mit Installation zeigt die Joseph-Beuys-Gesamtschule.

Neunte Klassen muss man einfach anders anpacken

In einigen Klassen der Karl-Kisters-Realschule hat der Künstler Janusz Grünspek mit den Jugendlichen zusammengearbeitet. So ist etwa eine Rampe entstanden, auf der zwei kleine, lustig wankende Metallkonstruktionen hinunter ins Verderben rollen: „Ikarus Jump“ heißt das Projekt in Anlehnung an die altgriechische Ikarus-Sage, deren Namensgeber hinauf in den Himmel fliegend zu Boden stürzt, weil seine Wachsflügel verglühen.

Ein analoges Projekt mit digitalem Hintergrund: „Ich habe Fotos der Arbeitsschritte auf Instagram gepostet“, berichtet Grünspek, „und die Schüler haben sie dann geliked.“ So hätten sie die Schulstunde noch mal „richtig“ auf dem Handy nacherlebt. „Schüler der neunten Klasse muss man einfach anders anpacken“, schmunzelt Grünspek.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben