Museumspädagogik

Im Museum Koekkoek führt jetzt eine Marionette durchs Haus

Barend Cornelis Koekkoek als Marionette im Museum Haus Koekkoek im Vordergrund mit (v.r.) seinem Erbauer, Bildschnitzer Holger Heisterkamp, seiner Schneiderin Josefa Vollmers, Dr. Harald Korth (Freundeskreis), Ursula Vogt (Sparkasse), Stephan Derks (Kulturamt), Ursula Geisselbrecht (künstlerische Leiterin B.C. Koekkoek-Haus), Beate Reinders (Museumspädagogik).

Barend Cornelis Koekkoek als Marionette im Museum Haus Koekkoek im Vordergrund mit (v.r.) seinem Erbauer, Bildschnitzer Holger Heisterkamp, seiner Schneiderin Josefa Vollmers, Dr. Harald Korth (Freundeskreis), Ursula Vogt (Sparkasse), Stephan Derks (Kulturamt), Ursula Geisselbrecht (künstlerische Leiterin B.C. Koekkoek-Haus), Beate Reinders (Museumspädagogik).

Foto: Astrid Hoyer.-Holderberg

Kleve.   Museum Haus Koekkoek ließ eine detailgetreue Marionette des Landschaftsmalers fertigen, der Museumspädagogen und Grundschüler begleiten wird.

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Der verträumte Blick aus blauen Augen, markante Augenbrauen, das Bärtchen im spitzen Gesicht, die schwarzen Wuschelhaare – das ist eindeutig Barend Cornelis Koekkoek. Der Landschaftsmaler, der vor 150 Jahren in Bad Cleve lebte. Jetzt ersteht er als Marionette wieder auf und soll vor allem Grundschulkinder als Hausherr durch sein herrliches Museum führen.

„Er ist kein Schwarzenegger“

Seit die Idee vor eineinhalb Jahren geboren war, suchte künstlerische Museumsleiterin Ursula Geisselbrecht in der Region und darüber hinaus nach einem Bildschnitzer. Sie fand ihn nahe in Bedburg-Hau, Schreiner Holger Heisterkamp, der in Oberammergau klassisch das Schnitzen lernte.

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Aus gefälligem Lindenholz schuf er den Koekkoek-Kopf, teilte ihn, höhlte ihn aus, damit er nicht zu schwer wird in der Handhabung, erklärt Heisterkamp. Bildhauerei betreibt er nur im Auftrag, „weil die meisten Leute praktische Dinge eher brauchen als künstlerische“.

Damit seine 1200-Gramm-Figur Fülle erhält, wurde das Holzgestell mit Schaumstoff ausgepolstert. „Er ist kein Schwarzenegger“, lacht Ursula Geisselbrecht. Die Größe der Puppe wurde dadurch bestimmt, auf welcher Höhe man das Spielkreuz mit angewinkeltem Arm bequem halten kann.

Die Kleidung für Herrn Koekkoek nähte Museums-Multitalent Josefa Vollmers. „Für den Prototyp nahm ich ein altes Hemd meines Mannes“. Als dann alles saß, griff sie zum ausgewählten Stoff – beziehungsweise für das Beinkleid musste eine gute Hose ihres Mannes dran glauben. Der Modestil des blauen, taillierten Mantels mit aufwändigem Besatz entspricht portrait-getreu dem gerahmten Vorbild aus dem Museum.

Die Romantik hatte etwas Spielerisches

Wie man was macht, baut, schneidert, dazu holten sich die Niederrheiner ausführlich Tipps beim Düsseldorfer Marionettentheater. Die etwas überproportionalen Kopf und Hände entsprechen dem kindlichen Bick, den die Klever Macher ja anregen wollen.

Barend Cornelis Koekkoeks Zeit der Romantik hatte etwas Spielerisches, so ist die Marionette als Mittel der Vermittlung eine logische Konsequenz für die Museumspädagogik. Gleich nach den Sommerferien lädt die Museumsleitung alle Lehrer zweiter bis vierter Grundschulklassen aus der Umgegend zum Gespräch.

Für die „Kulturstrolche“

Im vom Land geförderten Programm „Kulturstrolche“ (8000 Euro im Jahr für Kleves Grundschulen) soll der Künstler an Fäden eingesetzt werden – für die Klassen beim Besuch im Museum Haus Koekkoek. Die gemeinsamen Museumspädagogen (mit Kurhaus Kleve) werden „Herrn Koekkoek“ jeder nach seiner Manier in eine Dialog einbinden, beschreibt Beate Reinders, die aus der Museumspädagogik heraus die Idee für die Marionette gab.

90 Euro kostet das und ebenso viel, wenn der handliche Niederländer mitsamt einem kleinen Kunst-Koffer auch anschließend einmal in die Klassen kommt.

Führungen kann man buchen

Die Sparkassenstiftung hatte die Figur des Barend Cornelis Koekkoek mit 1000 Euro, der Freundeskreis des Museums mit 500 Euro finanziert (und ein Werbefaltblatt drucken lassen), schildern Dr. Harald Korth (Freundeskreis, Rotary) und Ursula Vogt (Sparkasse). Der Rotaryclub sponsort Fahrtkosten für Schulklassen zum Museum. Die meisten Fördergelder gingen oft für Buskosten drauf, bedauert Stephan Derks vom Kulturamt der Stadt. Deshalb rät er Schulen zum Wandertag, und dass sie die Kinder die Kultur in naher Umgebung „erstrolchen“ lassen.

Führungen mit der Marionette können auch höhere Klassen und sonstige interessierte Gruppen buchen: kasse@koekkoek-haus.de.

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