Jahresbericht 2017

Impuls berät im Kreis Kleve verstärkt zum Gewaltschutz

Maria Peeters (links) und Hildegard Wolff erläutern den Jahresbericht 2017 der Frauenberatungsstelle Impuls.

Foto: Niklas Preuten

Maria Peeters (links) und Hildegard Wolff erläutern den Jahresbericht 2017 der Frauenberatungsstelle Impuls. Foto: Niklas Preuten

Goch/Kreis Kleve.   Die Frauenberatungsstelle Impuls stellt in Goch ihren Jahresbericht 2017 vor, der einen deutlichen Anstieg der Hilfen zum Thema Gewalt zeigt.

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Wenn Frauen Opfer von Gewalt werden, eine Scheidung an den Nerven zehrt oder psychosomatische Erkrankungen das Leben belasten, dann helfen die Expertinnen von Impuls. Die Frauenberatungsstelle stellte nun ihren Jahresbericht 2017 am Hauptsitz in Goch vor. Ein Blick in die Statistik.

493 Frauen und weibliche Jugendliche

Die Anzahl der Personen, die bei Impuls Unterstützung suchten, sank leicht gegenüber dem vorvergangenen Jahr (499). 332 Kinder waren laut der Frauenberatungsstelle direkt oder indirekt betroffen. Der Großteil der Frauen und weiblichen Jugendlichen kamen aus Goch (111) und Kleve (110) und waren zwischen 26 und 40 Jahre alt (45 Prozent). In der Regel berät Impuls Mädchen ab einem Alter von 16 Jahren.

71 Prozent Gewaltschutzberatung

Auffällig im Jahresbericht 2017 ist der deutliche Anstieg der Beratungen, die sich um das Thema Gewalt drehen, um rund 30 Prozent auf nun 71 Prozent. „Dabei dachten wir, bereits 2016 am Limit zu sein“, sagt Diplom-Pädagogin Maria Peeters. Die Frauenberatungsstelle führt die Erhöhung vor allem auf die zehntägigen Wohnungsverweise zurück, die die Polizei mittlerweile häufiger gegen gewalttätige Partner ausspricht. Sobald die Opferschutzbeauftragten der Kreispolizei mit Zustimmung der Frauen Impuls informieren, nimmt die Beratungsstelle proaktiv Kontakt zu den Opfern auf.

Die Expertinnen haben festgestellt, dass Frauen, die sexualisierte Gewalt erleben mussten, immer häufiger auch selbst den Weg zu einem der vier Standorte finden. „Seit der Silvesternacht von Köln trauen sich mehr Frauen relativ zeitnah nach der Tat zu uns zu kommen“, sagt die Diplom-Sozialwissenschaftlerin Hildegard Wolff. „Das erleichtert uns die Arbeit.“

36 Prozent Migrationshintergrund

Das kostenlose Beratungsangebot nutzen überwiegend deutsche Frauen, doch der Anteil der Klientinnen mit Migrationshintergrund bzw. einem ausländischen Pass ist 2017 auf 36 Prozent angestiegen.

25 000 Euro Eigenanteil

Die vom Kreis Kleve vermittelte und im Dezember 2017 von allen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern unterschriebene neue Rahmenvereinbarung ist „eine finanzielle Verbesserung für uns“, so Maria Peeters. „Wir erhalten für unsere Arbeit Wertschätzung.“ Trotz der bis 2022 gesicherten Basisfinanzierung muss die Frauenberatungsstelle mit ihren vier hauptamtlichen Beraterinnen und einer Bürofachangestellten einen Eigenanteil von rund 25 000 Euro stemmen. Die Akquise von Spenden und die Organisation von Veranstaltungen bleiben deswegen wichtig für Impuls.

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