Europaradbahn

In Kleve steht eine Ampel auf Rot – und niemand kommt

Diese Ampel an der Wasserburgallee spielt regelmäßig verrückt. 

Diese Ampel an der Wasserburgallee spielt regelmäßig verrückt. 

Foto: Andreas Gebbink / NRZ

Kleve.  Schon seit Wochen spielen die Ampeln an der Europaradbahn in Kleve verrückt. Die Stadt Kleve lässt die Einstellung jetzt noch einmal überprüfen.

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Warum funktioniert diese Ampelanlage nicht? Seit Wochen beschweren sich die Klever Autofahrer über die Europaradbahn zwischen Kleve und Kranenburg. An den Querungen Wasserburgallee und Mehrer Straße in Donsbrüggen spielt die Technik seit längerem verrückt. Ein Fehler kann bislang noch nicht gefunden werden.

Rot und niemand kommt

Die NRZ machte gestern die Probe. Und in der Tat stellte sich die Ampel am Mittag innerhalb nur weniger Minuten drei Mal auf Rot um, obwohl weit und breit niemand zu sehen war. Die Autofahrer hielten artig an und konnten bereits nach wenigen Sekunden weiterfahren. Auch eine NRZ-Leserin, die frühmorgens im Dunkeln unterwegs ist, berichtete ähnliches von der Wasserburgallee: „Da war so früh morgens noch niemand unterwegs und trotzdem ist die Ampel rot.“

Im Klever Verkehrsausschuss berichtete jetzt Norbert Sanders (CDU), dass er von seinem Haus in Donsbrüggen sehr gut die Europaradbahn einsehen könne. Auch am Übergang Mehrer Straße funktioniere das System nicht. Er meint feststellen zu können, dass gerade bei schlechtem Wetter die Ampel häufiger auf Rot umspringe. „Und es ist niemand zu sehen“, sagt er.

Kinderkrankheiten dringend abstellen

Sanders ärgert sich darüber: „Wir haben viel Geld investiert und so langsam sollten diese Kinderkrankheiten wirklich abgestellt sein.“ Da müsse das Unternehmen noch mal ran - und zwar zügig.

Tiefbauamtsleiter Bernhard Klockhaus, der das Projekt Europaradbahn geleitet hat, berichtete im Ausschuss, dass die Ampelanlage vor zwei Wochen noch überprüft worden sei. Es liege kein technischer Defekt vor. Klockhaus ist der Meinung, dass vermutlich doch ein Fußgänger der Auslöser gewesen sein muss. Am schlechten Wetter könne es seiner Meinung nach auf jeden Fall nicht liegen.

Die Ampelanlagen sind mit einem Infrarotsensor ausgestattet, der Radfahrer über die Körperwärme erfasst. Die Sensoren sind gut 50 bis 60 Meter vor der Ampel ausgerichtet. Wenn ein Radfahrer mit 15 km/h auf eine Ampel zufährt, erhält er automatisch grün. Der Autofahrer muss anhalten.

Die Ampel soll noch mal überprüft werden

Heinz Boskamp (SPD) berichtete, dass auch in Kranenburg die Ampeln nicht 100-prozentig in Ordnung seien. „Auch mir ist aufgefallen, dass die Fehler vermehrt bei schlechtem Wetter auftreten.“ Norbert Sanders bat Bernhard Klockhaus darum, die Anlage dringend überprüfen zu lassen: „Und dann müssen sich die Mitarbeiter der Firma mal vier Stunden im Regen hinstellen.“

Bernhard Klockhaus sicherte zu, dass man die Ampeln erneut durch das Unternehmen überprüfen lassen werde.

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