Freizeitstätte

Käufer für Wisseler See - Politik muss noch zustimmen

Sommer-Idylle am Wisseler See: Sollte der Mülheimer Investor die Freizeitstätte kaufen, wird Wassersport eine große Rolle spielen.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Sommer-Idylle am Wisseler See: Sollte der Mülheimer Investor die Freizeitstätte kaufen, wird Wassersport eine große Rolle spielen.

Kalkar.   Ein Investor aus Mülheim könnte die Freizeitstätte Wisseler See in Kalkar kaufen, wenn die Politik dem Vorschlag der Verwaltung folgt.

Jetzt könnte es mit dem Verkauf der Freizeitstätte Wisseler See (FWS) ganz schnell gehen: Nach NRZ-Informationen soll, zumindest nach Vorschlag der Stadtverwaltung, ein Mülheimer Unternehmer den Zuschlag erhalten. Der Name des Investors sowie die Konditionen sind den Ratsmitgliedern gerade schriftlich für den nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung am Donnerstag zugeschickt worden.

3,15 Millionen für die FWS-Anteile

Wie die NRZ weiter erfahren hat, handelt es sich beim Investor um ein Unternehmen aus der Branche. – wie seitens der Stadt Kalkar als 100-prozentige Mutter der Freizeitstätte Wisseler See vorgegeben war. Die „Harsveldt und Real Freizeitanlagen GmbH“ betreibt schon heute acht Ferien- und Campinganlagen, davon sechs in NRW, eine in Niedersachsen und Hessen und einen Yachthafen. Das Unternehmen, das sich mit seinem Konzept für die FWS zuletzt gegen einen Konkurrenten aus den Niederlanden durchsetzen konnte, hat in den vergangenen Jahren einen Umsatz zwischen neun und zehn Millionen Euro gemacht.

Pachtvertrag mit 20-jähriger Laufzeit

Sollte die Politik zustimmen, wird der potenzielle Käufer zum einen die 100-prozentigen Anteile an der FWS GmbH für 3,15 Mio. Euro erwerben, die Sonderbaufläche Hotel und das Ferienhausgrundstück für 550.000 Euro sowie weitere städtische Grundstücke – u.a. den Parkplatz am Strandbad an der Mühlenstraße, für den dann Gebühren genommen werden sollen. Zudem wird ein Pachtvertrag mit 20-jähriger Laufzeit (40.000 Euro jährlich) vereinbart.

Ob die Politik dem Verkauf zustimmen wird, ist noch offen. Das Forum hat bereits eine Sondersitzung des Rates beantragt, um durch den Kämmerer weitere Details zu erfahren – und genaue Informationen über die finanziellen Auswirkungen, die der Verkauf unter diesen Bedingungen auf die Stadt Kalkar haben würde.

Wasserski und „Stehende Welle“

Wobei nicht nur die Verwaltung, sondern auch Teile der Politik gerade das Konzept des möglichen Investors durchaus positiv bewerten. Der will sich nämlich verpflichten, auf dem Areal mehr als zehn Millionen Euro zu investieren und die Freizeitstätte für die Zukunft zu einer Art Event Location zu machen – mit Wasserski-Anlage, einer überdachten „Stehenden Welle“ ähnlich der an der Isar in München und einiges mehr. Für die Sonderbaufläche Hotel sind Mobilheime und Chalets angedacht, heißt es.

>> KOMMENTAR: Mehr Chance als Risiko

Seit Jahren will Kalkar den Wisseler See verkaufen – auch wenn zur Zeit keine Verluste mehr gemacht werden. Klar ist aber: Geld, um die Freizeitstätte für die Zukunft aufzustellen, hat die klamme Stadt einfach nicht. Ernsthaft daran geglaubt, dass durch den Verkauf viele Millionen ins Stadtsäckel fließen, hat niemand mehr. Jetzt gibt’s aber einen Investor, der mit seinem Konzept für frischen Wind sorgen kann. Wobei die Politik gut daran tut, sich vom Kämmerer erklären zu lassen, wie sich der Verkauf auf Kalkar auswirkt – mit Blick auf mögliche finanzielle Risiken.

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