Schule

Kalkar fürchtet zweite Gesamtschule

Die Grundschule soll in das Jan-Joest-Gymnasium in Kalkar einziehen.

Die Grundschule soll in das Jan-Joest-Gymnasium in Kalkar einziehen.

Foto: NRZ

Kalkar.   Die Klever Pläne könnten den Bestand von Realschule und Gymnasium in der Niklolaistadt gefährden. Die Verwaltung schlägt der Politik vor, die Klever Gedankenspiele abzulehnen

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Das Schulroulette im Kreis Kleve könnte sich bald wieder drehen. Wie berichtet, prüft die Stadt Kleve derzeit die Umwandlung der bestehenden Sekundarschule in eine zweite Gesamtschule. Ziel ist es, die Akzeptanz der Schulstandorte an der Ackerstraße und in Bedburg-Hau zu erhöhen. Denn bislang können die Anmeldezahlen für die Sekundarschule noch nicht überzeugen.

35 Kinder aus Bedburg-Hau

Bislang konnte man sich darüber im Rathaus Kalkar heimlich freuen. Denn viele Schüler aus Bedburg-Hau nutzen nicht das Angebot vor Ort, sondern fahren zum Schulstandort am Bollwerk in Kalkar. Für das Schuljahr 2016/2017 wurden insgesamt 35 Kinder an der Realschule bzw. am Gymnasium in Kalkar angemeldet. „Das ist eine ganze Klasse“, betont Bürgermeisterin Britta Schulz im Gespräch mit der NRZ. Die Schüler aus Bedburg-Hau und Uedem seien für die weiterführenden Schulen enorm wichtig. Rund ein Drittel aller Schüler in Kalkar kommt aus diesen beiden Nachbargemeinden.

Die Kalkarer Verwaltung befürchtet nun, dass mit der Schaffung eines Gesamtschulstandortes Bedburg-Hau die Schüler fernbleiben: „Dann würde die Schullandschaft wieder neu durchmischt. Sollte Bedburg-Hau die Gesamtschule bekommen, dann könnte man dort auch Abitur machen“, so Schulz. Und das sei für viele attraktiv. Die Konkurrenz werde auf jeden Fall zunehmen. Die Kalkarer Schulen müssen noch mehr den Weg in die Öffentlichkeit wagen und Werbung für sich machen. „Das Gymnasium steht immer noch als Synonym für Qualität“, so Schulz. Dies müsse man auch unterstreichen.

Eine genaue Prognose über die künftige Schülerentwicklung in der Region könne man jetzt nicht treffen. „Es ist ganz schwer, den Elternwillen vorherzusagen. Die Zahlen belegen ja eindeutig, dass es da einen regelrechten Schultourismus gibt“. So gehen aus Kalkar-Appeldorn nur neun Kinder an eine weiterführende Schule in Kalkar. „Die Marienschule in Marienbaum ist für viele immer noch attraktiv“, so Schulz. Umgekehrt besuchen 20 Xantener Schüler die Realschule Kalkar.

Schulen sind gefährdet

In der Verwaltungsvorlage für den kommenden Schulausschuss am 23. August werden die Sorgen deutlich formuliert: „Durch die Errichtung der beabsichtigten Gesamtschule in Kleve – mit oder ohne Teilstandort in Bedburg-Hau – ist der Bestand des Jan-Joest-Gymnasiums sowie auch der Bestand der Städtischen Realschule gefährdet.“ Die Realschule habe zwar zurzeit eine Überhangklasse, aber durch die zu erwartenden geringeren Schülerzahlen in der Zukunft sei eine Zweizügigkeit der Schule nicht mehr gewährleistet. Das Jan-Joest-Gymnasium könne bereits heute nicht mehr durchgängig dreizügig gefahren werden – auch hier fehlen die Schüler.

Die Verwaltung schlägt daher der Kalkarer Politik vor, eine ablehnende Stellungnahme nach Kleve zu schicken: „Es kann festgestellt werden, dass der Verbleib von Bedburg-Hauer Schülern auch in Zukunft für die Städtische Realschule und das Jan-Joest-Gymnasium existenziell wichtig ist. Da die Errichtung der geplanten Gesamtschule in Kleve mit und ohne Teilstandort in Bedburg-Hau den Bestand des Gymnasiums und der Realschule in Kalkar gefährdet, kann aus Sicht der Verwaltung keine zustimmende Stellungnahme abgegeben werden.“

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