Umwelt

Kalkar hat eine hohe Nitratbelastung im Grundwasser

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Diplom-Physiker Harald Gülzow untersucht eine Wasserprobe im Labormobil vom VSR-Gewässerschutz.

Diplom-Physiker Harald Gülzow untersucht eine Wasserprobe im Labormobil vom VSR-Gewässerschutz.

Foto: Marc Gater / VSR-Gewässerschutz

Kalkar.  Der Verein VSR-Gewässerschutz hat Proben aus dem Raum Kalkar analysiert und fordert mehr Unterstützung für den Ökolandbau.

Der VSR-Gewässerschutz warnt vor zu hoher Nitratbelastung im Brunnenwasser. Viele Menschen waren Ende August an den Informationsstand des Vereins in Kalkar gekommen, in der Hoffnung, nicht von den Nitratbelastungen betroffen zu sein. Doch mehr als die Hälfte der Brunnenbesitzer wurde enttäuscht und musste erfahren, dass der Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter überschritten ist. Insgesamt wurde das Wasser von 64 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Kleve, Bedburg-Hau, Kalkar und Rees analysiert.

Ein Grund für die hohen Belastungen sei die Zunahme der intensiven Landwirtschaft, so der Verein. „Doch die wollen viele Bürger inzwischen nicht mehr unterstützen und kaufen mehr Bio-Lebensmittel. Doch leider finden sie diese Produkte viel zu selten aus regionalem Anbau. Dabei trägt die ökologische Landwirtschaft nachweislich zur Verringerung der Nitratbelastung bei und verbessert die Qualität des Grundwassers deutlich.“ Der VSR-Gewässerschutz fordert, dass der Bauernverband die Betriebe bei der Umstellung auf eine ökologische Landwirtschaft unterstützt und so zu einer gewässerschonenden Bewirtschaftung der Ackerflächen beiträgt.

Höchster Nitratwert in einem Brunnen in Appeldorn

Den höchsten Nitratwert haben die Umweltschützer mit 200 Milligramm pro Liter in Appeldorn festgestellt. Weitere stark belastete Brunnen fanden sie in Niedermörmter mit 120 mg/l, in Neulouisendorf mit 158 mg/l, in Kalkar mit 139 mg/l, in Altkalkar mit 156 mg/l und in Bedburg-Hau mit 108 mg/l.

Viele Brunnenbesitzer hätten sich wütend über die hohen Nitratwerte der Region gezeigt. „Sie möchten es nicht mehr einfach hinnehmen, dass ihr Brunnenwasser nur eingeschränkt nutzbar ist. Ihnen wurde durch ihr eigenes Ergebnis klar, wie stark das Grundwasser in ihrer Region bereits belastet ist und möchten eine Änderung“, so der VSR-Gewässerschutz. Auf einer interaktiven Online-Nitratkarte veranschaulicht der Verein, wie stark die Nitratbelastung im Kreis Kleve mit anderen Regionen in Deutschland im Vergleich ausfällt: www.vsr-gewässerschutz.de/nitratbelastung.

Niedrigere Nitratbelastung in ökologisch bewirtschafteten Gegenden

Gerade in Gebieten mit intensivbewirtschafteten Ackerflächen sei eine hohe Belastung des Grundwassers mit Nitrat nachzuweisen. Dagegen stelle die gemeinnützige Umweltschutzorganisation in Gegenden mit ökologisch bewirtschafteten Flächen geringere Nitratbelastungen im Grundwasser fest. „Der Bauernverband drängte viele Landwirte zu hohen Erträgen auf den Ackerflächen und immer größeren Massentierhaltungen, was zu einer Überdüngung der Felder führte“, kritisieren die Umweltschützer.

„Es kann nicht das Ziel der Landwirtschaftsverbände sein, an den bisherigen Praktiken festzuhalten und hauptsächlich Lebensmittel in einer intensiven Landwirtschaft mit viel Dünger und Pestiziden zu produzieren. Diese Lebensmittel sind dann hauptsächlich für den Weltmarkt bestimmt, wo die Preise immer weiter sinken. Die von vielen Bürgern bevorzugten Bio-Produkte müssen dagegen importiert werden“, sagt Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

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