Schulen

Kalkars Schulen: Der Umzug verzögert sich erneut

Die Josef-Lörks-Grundschule in Kalkar wird an diesem Standort bald aufgegeben, sie zieht gegenüber an die Adresse Am Bollwerk.

Die Josef-Lörks-Grundschule in Kalkar wird an diesem Standort bald aufgegeben, sie zieht gegenüber an die Adresse Am Bollwerk.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kalkar.  Kollegium des Gymnasiums Kalkar kann nicht umziehen – das Gebäude ist nicht fertig. Grundschule zieht im Sommer ein. Jugendtreff Wissel schließt.

Seit 2015 ist das Thema akut, im März 2017 beschloss der Rat dann den „Ringtausch“ der Kalkarer Schulen – Gymnasium in frühere Hauptschule, Grundschule ins Gymnasium, einige Realschul-Räume in den „Kopfbau“ der früheren Hauptschule. Und immer noch nicht ist das Mammutprojekt ganz abgeschlossen.

In der jüngsten Sitzung des Kalkarer Schulausschusses nannte Architekt Jochen Kleemann den 28. und 29. Februar als Umzugstermin für das Lehrerzimmer des Gymnasiums. Nach den Sommerferien sollen dann auch die Grundschüler am neuen Ort lernen.

Schulleiterin mahnt Ruhe zu den Abiturklausuren an

Direktorin des Gymnasiums, Susanne Janßen, klagte, ihr Kollegium sei davon ausgegangen, dass der Umzug am kommenden Wochenende stattfinden könne. Da aber „noch ganz viele Mängel zu beseitigen sind und alles voller Dreck“ sei, warte man wohl lieber noch zwei Wochen. Sie gab zu bedenken, dass bald die Abiturklausuren geschrieben würden; spätestens dann müsse Ruhe herrschen.

Architekt Kleemann will versuchen, auch Mensa und Oberstufen-Lounge bis Ende Februar fertig zu haben. Die Kommunalpolitiker interessierten sich vor allem für Zahlen. Reichen die veranschlagten 3,7 Millionen Euro für den gesamten Ringtausch aus? Derzeit sei man bei 3,9 Millionen, erklärte der Architekt, hinzu kommen unter anderem noch die Kosten für einen Zaun um den Bereich der Grundschüler (wie berichtet).

Noch nicht ganz geklärt ist, wie die Schulhöfe für Gymnasium und Grundschule gestaltet werden. Zumindest der Bereich für die Kleinen solle aber zum neue Schuljahr fertiggestellt sein.

Einverstanden waren alle Fraktionen mit dem Vorschlag der Verwaltung, den Offenen Ganztag auszuweiten. Da die Nachfrage nach Betreuung am Nachmittag überall groß ist, wird in der Appeldorner Grundschule eine zweite Gruppe eingerichtet. Die Kosten übernimmt zur Hälfte das Land. Elternbeiträge und eine kleine Summe von der Stadt ergänzen die Kalkulation.

Kein Interesse an Jugendtreff in Wissel

Der Jugendtreff Wissel stehe vor dem Aus, die Kinder hätten kein Interesse mehr und blieben weg, teilte der Verein der Stadtverwaltung Kalkar mit, die darüber im Schulausschuss informierte. Deshalb wird der Jugendtreff Wissel am 31. März seinen Betrieb einstellen. Es sollte noch ein Rettungsversuch bis Ende des März gestartet werden, allzu optimistisch sind die Akteure jedoch nicht. Die Stadt hatte vor Jahren einiges Geld in das für die Jugend genutzte Gebäude investiert. Wenn der Vertrag nun vorzeitig aufgelöst wird, fällt das Haus zurück an die Stadt. Als künftige Nutzungsmöglichkeit käme die Betreuung „8 bis 1“ für die Grundschule infrage. Das sei aber nur eine erste Idee.

Das Planspiel „Pimp Your Town“ soll dafür sorgen, dass sich Jugendliche stärker für Kommunalpolitik interessieren. Die Kalkarer Bürgermeisterin Britta Schulz stellte es vor. Kommunalpolitiker müssen sich den Jugendlichen als Paten zur Verfügung stellen, dann werden zum Beispiel Ratssitzungen nachgespielt. Die Stadt lässt sich die Aktion 6900 Euro kosten.

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