Stammzellenspende

Kampf gegen Leukämie: Hilfsaktion für Ben (3) aus Kleve

Leandra Gerrits, Thomas Eulenpesch und weitere Freunde möchten Bens Familie unterstützen. Sie rufen dazu auf, sich als Stammzellenspender typisieren zu lassen und nehmen auch Geldspenden für die Familie an.

Leandra Gerrits, Thomas Eulenpesch und weitere Freunde möchten Bens Familie unterstützen. Sie rufen dazu auf, sich als Stammzellenspender typisieren zu lassen und nehmen auch Geldspenden für die Familie an.

Foto: Niklas Preuten

Kleve.   Ben ist an Leukämie erkrankt und benötigt dringend eine Knochenmarktransplantation. Freunde der Familie haben eine Hilfsaktion gestartet.

„Wir können doch nicht nur zugucken und warten, dass von alleine etwas passiert.“ Leandra Gerrits sagt diesen Satz mit einer unerschütterlichen Überzeugung, die Berge versetzt. Und einem kleinen, sehr kranken Jungen und seiner Familie in einer extrem schweren Zeit ein Stück Hoffnung schenken kann. Zusammen mit Thomas Eulenpesch und weiteren langjährigen Freunden der Familie aus Kleve hat Leandra Gerrits eine bemerkenswerte Hilfsaktion für Ben gestartet.

Der Junge war gerade einmal 14 Monate alt, als bei ihm akute lymphatische Leukämie diagnostiziert wurde. Ben kämpfte viele Monate in der Uniklinik Düsseldorf und zu Hause mit einer intensiven Chemotherapie gegen die Krankheit. Am 28. Februar schien er sie endlich besiegt zu haben.

Plötzlich war der Blutkrebs zurück

„Die Ärzte waren sehr zuversichtlich, dass Ben ein normales Leben führen kann“, erzählt Gerrits. „Was dann passiert ist, damit hat niemand gerechnet.“ Am 19. März, nur gut drei Wochen nach dem Aufatmen, stand fest: Der Blutkrebs ist zurück. Der Dreijährige ist nun dringend auf eine Knochenmarktransplantation angewiesen. Die Familie und der Freundeskreis, der seit Jahren eng zusammenhält, reagierten geschockt. Zumal eine Lungenentzündung Bens kleinen Körper so sehr schwächte, dass die Ärzte entschieden, ihn am 24. April ins künstliche Koma zu versetzen. „Daran wird sich in den nächsten Wochen wahrscheinlich auch nichts ändern“, sagt Thomas Eulenpesch.

Irgendwann mischte sich in die Ungläubigkeit und Trauer über den erneuten Schicksalsschlag das Gefühl, etwas tun zu müssen und nicht nur tatenlos zuzuschauen. „Wir sind an die Familie herangetreten und haben mit ihr unsere Ideen abgesprochen“, sagt Eulenpesch.

Mehr als 135.000 Menschen in einer Woche erreicht

Die Freunde rufen über ganz unterschiedliche Wege dazu auf, sich als Stammzellenspender typisieren zu lassen. Auf einer eigens eingerichteten Internetseite gibt’s dazu alle Informationen. Dort ist auch Bens Geschichte nachzulesen.

Mit ihrem Aufruf in den sozialen Medien haben die Freunde innerhalb einer Woche mehr als 135.000 Menschen erreicht. „Wir versuchen, die Informationen so publik wie möglich zu machen. Damit helfen wir ja nicht nur Ben, sondern Hunderttausend weiteren Patienten“, sagt Leandra Gerrits. Für Ende Juni ist zudem eine große Typisierungsaktion in Kleve zusammen mit der Uniklinik Düsseldorf geplant.

Einige Kosten übernimmt die Krankenkasse nicht

In Kleve, im gesamten Kreis und auch weit darüber hinaus hängen Plakate und liegen Flyer aus, die auch auf die Möglichkeit zur Geldspende hinweisen. „Die Krankenkasse übernimmt nicht die Kosten für die großen Pampers und die spezielle Kleidung für Ben“, berichtet Gerrits. Weil Bens Mutter nicht wie eigentlich geplant, wieder ihre Arbeit aufnehmen kann, und auch der Vater durch die täglichen Fahrten nach Düsseldorf nur sehr eingeschränkt seinem Beruf nachgehen kann, ist die finanzielle Situation angespannt.

„Die Familie muss einiges stemmen. Wir wollen ihnen den Rücken freihalten“, sagt Leandra Gerrits, die mit weiteren Freunden in der vergangenen Woche selbstgebackene Pizza, Kuchen und Muffins im Berufskolleg verkaufte. Der Erlös geht komplett an Bens Familie.

Warten auf den einen Anruf

„Bei den meisten Leuten gibt es eine große Offenheit und Hilfsbereitschaft“, erzählt Thomas Eulenpesch über seine Erfahrungen aus den ersten Tagen der Hilfsaktion. „Das Telefon klingelt bei mir mittlerweile sehr häufig. Zum Beispiel hat der Klever Karnevalsprinz angerufen und versprochen, beim Meilerfest in Reichswald Werbung für die Aktion zu machen.“

Auf einen bestimmten Anruf warten Bens Familie und Freunde allerdings noch dringender. „Es wäre ein Sechser im Lotto, wenn das Telefon geht und die Uniklinik sagt, dass sie einen passenden Spender für Ben gefunden hat“, sagt Leandra Gerrits.

>> HIER GIBT’S ALLE INFOS ZUR HILFSAKTION

  • Alle Informationen zur Hilfsaktion – unter anderem die Daten zum Spendenkonto und der einfachste Weg zur Stammzellenspende – gibt es im Internet auf www.wir-helfen-ben.de .
  • Jeder gesunde Mensch im Alter zwischen 17 und 55 Jahren kann laut DKMS Stammzellenspender werden. Viele weitere Hintergründe stehen auf www.dkms.de .
  • „Bens Familie freut sich auch über kleine Dinge“, sagt Thomas Eulenpesch, der beispielsweise selbst gemalte Bilder und Ähnliches annimmt. Die Post für Ben geht an folgende Adresse: Boschstraße 16 in 47533 Kleve.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben