Verkehr

Kein sicherer Überweg am Altenheim

Die Kurve zwischen Netto und Altenheim ist für Fußgänger gefährlich zum Überqueren.

Die Kurve zwischen Netto und Altenheim ist für Fußgänger gefährlich zum Überqueren.

Foto: Markus van Offern

Kleve.  Altenheim „Clever Stolz“: Anwohner Wilhelm Goebels ist frustriert, weil die Stadt nur langsam reagiert.

Wilhelm Goebels ist frustriert: Immer wieder hat er die Stadt Kleve angeschrieben, hat darauf hingewiesen, dass es über die Van-den-Bergh-Straße in Kleve keinen sicheren Überweg zwischen Netto-Markt auf der einen und dem Altenheim „Clever Stolz“ auf der anderen Seite der Straße gibt. „Als das Altenheim ‚Clever Stolz‘ eröffnet wurde, beklagte sich eine Bewohnerin bei mir, dass die Überquerung der Straße vor dem Heim schwierig sei, sie wolle gerne zu den nahegelegenen Einkaufsmöglichkeiten und in die Fußgängerzone gelangen“, erzählt Goebels.

„Bis heute ist nichts umgesetzt“

Das ist über eineinhalb Jahre her. „Ich habe mich daraufhin am 14. Februar 2019 mit der Stadtverwaltung Kleve in Verbindung gesetzt, bis heute ist allerdings keine Maßnahme umgesetzt worden“, sagt Goebels. Der ehemalige Chef des Heilpädagogischen Heims Bedburg-Hau ist seit Jahren selbst in Ruhestand und gehbehindert.

Ein Verkehrsschild weise zwar auf eine Kurve hin, aber es sei weder eine Geschwindigkeitsbegrenzung, noch ein Hinweis auf ein Altenheim oder eine Querungshilfe eingerichtet worden, beschreibt Goebels die Situation vor Ort. Einen Verbesserungs-Vorschlag schickte er in einem Brief an die Bürgermeisterin: „Die oft gehbehinderten Menschen der Einrichtung können kaum die Straße überqueren, um in die Stadt zu kommen. Kurz hinter einer Kurve werden sie zu spät gesehen, eine Begleitung durch das Personal des Hauses wird kaum regelmäßig möglich sein.

Das Unfallrisiko verringern

Eine für die Zukunft angedachte Veränderung des Straßenverlaufs könnte eine Besserung mit sich bringen, als schnelle Lösung wäre aber zu überlegen, ob nicht eine Querungshilfe – eventuell provisorisch – und Hinweisschilder auf das Altenheim schon eine deutliche Verminderung des Unfallrisikos darstellen würden“, formulierte Goebels.

Er bekam vom Büro der Bürgermeisterin eine Eingangsbestätigung und die Zusage, man werde sich kümmern. „Denkbar sind beispielsweise die Einrichtung eines Fußgängerüberweges mit Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h im dortigen Bereich. Auch eine Fahrbahnverengung könnte eventuell eingerichtet werden. Bis zur Umgestaltung der verkehrlichen Situation sollten unsichere Fußgänger die Querungsmöglichkeit im Bereich des Kreisverkehrs nutzen“, heiße es in einem Schreiben der Stadt im Juni 2019.

Hinweise auf das Altenheim fehlen

Zum Jahreswechsel wünschte Goebels der Stadt ein „Frohes Neues“ und erinnert an sein Anliegen: „Von den angedachten Maßnahmen ist in der Realität nichts zu finden. Es gibt weder eine (evtl. provisorische) Querungshilfe noch ein Hinweisschild auf das Altenheim, noch eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Mit einem relativ geringen finanziellen Aufwand hätten schon solche Maßnahmen durchgeführt werden können. Zum Glück sind bisher keine Unfälle passiert, gerade im Winter ist die Gefahr von Zwischenfällen aber meines Erachtens erhöht“, schreibt Wilhelm Goebels, leicht frustiert.

Besichtigung vor Ort

Er bekommt zur Antwort, dass es eine weitere Besichtigung vor Ort gegeben habe und Maßnahmen zeitnah angeordnet werden. Es ist jetzt Sommer 2020.

Auf Anfrage nach dem Stand der Dinge erklärt Stadtsprecherin Katrin Berns gegenüber der Redaktion: „In der Van-den-Bergh-Straße werden ab dem kommenden Jahr Kanal- und Straßenbaubauarbeiten durchgeführt. Es ist geplant, entsprechende Mittel im Haushalt 2021 und den Folgejahren zu veranschlagen. Im Zuge der Baumaßnahme wird auch ein Fußgängerüberweg etwa auf Höhe des Altenwohnheims errichtet werden.“

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