Kirche Bedburg-Hau

Kein Strafverfahren gegen den Pfarrer

Die Kirche St. Markus Schneppenbaum.

Die Kirche St. Markus Schneppenbaum.

Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Bedburg-Hau.   Oberstaatsanwalt lehnt Ermittlungen ab zu Vorwürfen wegen SMS-Nachrichten an junge Männer.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es wird kein Strafverfahren eingeleitet gegen den entpflichteten Priester der Gemeinde Heiliger Johannes der Täufer in Bedburg-Hau. Oberstaatsanwalt Günter Neifer sagte: „Die Aufnahme von Ermittlungen wird abgelehnt.“ Wie berichtet, hatte das Bistum den Leitenden Pfarrer am 10. Dezember mit sofortiger Wirkung vom priesterlichen Dienst freigestellt und Strafanzeige erstattet. Grund dafür waren unangemessene SMS-Nachrichten, die er an einen Fast-Volljährigen und zwei 19-Jährige geschickt habe.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte, dass mehrere erhobene Vorwürfe wie etwa Beleidigung oder Nachstellung in rechtlicher Hinsicht abgearbeitet wurden. „Wir sehen hier keinen Anfangsverdacht.“

Drei Strafanzeigen waren insgesamt gegen den Geistlichen gestellt worden. Eine durch das Bistum Münster sowie zwei von Privatpersonen. Diese wurden zusammengefasst. Es bleibe jedoch abzuwarten, ob alle Beteiligten mit der Entscheidung einverstanden seien oder ob eine Beschwerde dagegen eingereicht werde, so Neifer.

Gemeindepfarrer Theo Kröll, dem sich die Betroffenen anvertraut hatten, zeigte sich überrascht von der Entschluss: „Das kann ich nicht nachvollziehen. Hier hat jemand sein Amt missbraucht.“

Das Bistum Münster hatte gegen den Geistlichen Anzeige wegen „unangemessenen Verhaltens“ mit sexuellem Hintergrund erstattet. Die sind hiermit gegenstandslos.

Jetzt beginnen aber die „innerkirchliche Untersuchungen“, wie Stephan Kronenburg, Pressesprecher des Bistums, erklärte. „Wir warten bewusst ab, wie die Staatsanwaltschaft entscheidet, bevor wir aktiv werden“, sagte der Sprecher. Der Priester bleibt bis auf weiteres vom Dienst freigestellt.

Personelle Folgen noch unklar

Der Leitende Pfarrer hatte nicht zum ersten Male Kurznachrichten per Handy geschickt: Es kam bereits 2006 zu Annäherungen an einen Erwachsenen. Damals war der Mann als Pfarrer in Ottmarsbocholt (Senden) tätig.

Außerdem sei es auch im Jahr 2011 in der Wallfahrtsstadt Kevelaer zu Kontakten durch den Austausch elektronischer Nachrichten mit sexuellem Inhalt gekommen, die für einen Priester unangemessen wären. In der Marienstadt ging es seinerzeit um zwei Männer. Der jetzt entpflichtete Priester hatte daraufhin eine Therapie gemacht.

Experten sahen allerdings kein erhöhtes Rückfallrisiko, teilte das Bistum Münster mit. Deshalb bekam der Kleriker im Jahr 2016 die Leitung der Bedburg-Hauer Pfarrgemeinde übertragen. Dort habe man, wie Theo Kröll versichert, von alledem nichts gewusst.

Theo Kröll, der seit mittlerweile neun Jahren als Seelsorger in der Pfarrgemeinde arbeitet, wurde zum Pfarrverwalter bestellt. Er war es auch, der die Vorfälle öffentlich gemacht hatte.

Wie es jetzt personell in der Pfarrgemeinde weiter geht, ist noch nicht geklärt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben