Wirtschaftsförderung

Keine Folgenutzung für Kalkarer „Milchfabrik“ in Sicht

Industrieruine Milchwerke Wöhrmann in Kehrum / Kalkar-Appeldorn.

Industrieruine Milchwerke Wöhrmann in Kehrum / Kalkar-Appeldorn.

Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Kalkar.   Vor sechs Jahren schloss Campina/Friesland das Werk mit 230 Mitarbeitern in Kalkar. Eine Folgenutzung ist weiter nicht in Sicht.

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Gespenstische Ruhe herrscht auf dem Betriebsgelände, wo einst Milchwagen rangierten. Der Weltkonzern Campina/Friesland hatte die Fabrik 2012 dicht gemacht – trotz schwarzer Zahlen. 230 Mitarbeiter verloren ihren Job. „Interessenten gibt’s immer mal wieder für die Immobilie oder Teile davon“, weiß Kalkars Wirtschaftsförderer Bruno Ketteler.

Im Sommer ist der Reeser zwei Jahre im Amt, hat sich in dieser Zeit das Fabrikgebäude auch schon mal angeschaut. Schade sei es, dass dort bislang nichts Neues angesiedelt werden konnte. „Dabei ist alles in einem Top Zustand“, sagt der 56-Jährige. Er selbst habe mit zwei Kaufinteressierten aus NRW zu tun gehabt, die sich für die Fabrik interessiert hätten. Das war im Sommer 2017. Gehört habe er nichts mehr davon.

Bekanntlich dachte und vermutlich denkt der Konzern auch heute nicht daran, das Areal an Konkurrenten aus der Milchwirtschaft zu verkaufen. Der Wunsch der NRZ, sich vor Ort ein Bild von der Fabrik machen zu können, erfüllte sich bislang nicht. Eine entsprechende Anfrage blieb ohne Reaktion.

Unterdessen bemüht man sich etwa bei der Kreiswirtschaftsförderung, potenzielle Käufer auf die seit Jahren leerstehende Fabrik aufmerksam zu machen, etwa auf der Immobilienmesse Expo Real in München.

Leerstand im Gewerbegebiet an der Kastellstraße

Leer steht zurzeit auch das frühere Gebäude der Hightech-Firma Bruker im Gewerbegebiet an der Kastellstraße. Ende 2016 gingen hier die Lichter aus – weitere 60 Arbeitsplätze verschwanden aus Kalkar. Ein Klever Makler-Büro versucht seitdem, die Immobilie an den Mann zu bringen.

Ansonsten ist Bruno Ketteler zufrieden mit der Entwicklung, etwa mit dem Gewerbegebiet Ost am Oyweg. Auf der erschlossenen, 2,7 Hektar großen Fläche hat sich ein Tischlerbetrieb aus Hönnepel angesiedelt, außerdem gehört dem angrenzenden Autohändler eine Fläche, die er als Parkplatz für sein Gebrauchtwagen-Geschäft nutzt. „Der Betrieb will auf dem bestehenden Gelände ein Reifenlager bauen“, sagt Ketteler.

In Kehrum brummt’s

An Anfragen für dieses Gewerbegebiet mangele es jedenfalls nicht. „Wir wollen da aber auch nicht jeden Betrieb so nah an der Stadt haben“, sagt Ketteler. Regelrecht „brummen“ würde es bei den Firmen im „Gewerbe- und Industriepark Kehrum“. Hier habe die Stadt aber leider nur noch 5000 Quadratmeter anzubieten.

Große Hoffnung setze man auf die Fläche entlang der Uedemer Straße, wo künftig neues Areal für Ansiedlungen entstehen soll. Mit den Grundstückseigentümer sei man im Gespräch.

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