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Kirche in Kleve-Reichswalde gesperrt

In der Herz-Jesu-Kirche in Kleve-Reichswald dürfen ab sofort keine Gottesdienste mehr gefeiert werden.

In der Herz-Jesu-Kirche in Kleve-Reichswald dürfen ab sofort keine Gottesdienste mehr gefeiert werden.

Reichswalde.   Die Dachkonstruktion der Herz-Jesu-Kirche ist laut Gutachten nicht mehr sicher. Das Generalvikariat wird entscheiden, ob sich die Sanierung lohnt

Die Herz-Jesu-Kirche in Reichswalde ist mit sofortiger Wirkung gesperrt worden. Gestern teilte Propst Johannes Mecking mit, dass es Probleme bei der Statik der Dachkonstruktion gebe. Dies müsse gründlich untersucht werden, bevor man die Kirche weiter nutzen könne.

Im Gespräch mit der NRZ klärte Mecking auf, dass es bereits seit geraumer Zeit Probleme mit Feuchtigkeitsschäden gebe. „Wir haben ein Gutachten erstellen lassen, welches seit der vergangenen Woche vorliegt und haben auch eine Stellungnahme des Generalvikariats in Münster eingeholt, welches uns betätigt, dass es so nicht weitergehen kann“, sagte Mecking. So sei die Dachkonstruktion nicht mehr belastbar. Bei starkem Wind, Gewitter oder Schnee könnte sie einstürzen. „Das möchte ich auf keinen Fall verantworten. Hier geht es nicht um eine defekte Heizung, sondern um die Sicherheit der Kirchenbesucher“, so Mecking.

Holzleimbinder macht Probleme

Er weiß, dass jetzt wieder Diskussionen über eine mögliche Schließung aufkommen werden: „Ich bin wieder der Buhmann, aber das kenne ich mittlerweile“, sagte Mecking gegenüber der NRZ. „Wir haben hier eine Verantwortung zu übernehmen und ich möchte dieses Risiko nicht tragen. Das Dach befindet sich zwar nicht kurz vor dem Einsturz, aber die Gutachter bescheinigen uns, dass die Statik nicht sicher ist. Ich kann nicht den ganzen Tag neben der Kirche stehen“. Der Beschluss sei mit dem Kirchenvorstand in der vergangenen Woche abgestimmt worden.

Das Dach sei in den 50er Jahren errichtet und der Dachboden nach dem damaligen Stand der Technik mit Holzleimbinder verarbeitet worden. Diese machten jetzt Probleme. Wie es jetzt konkret weiter gehen soll, konnte Mecking noch nicht sagen. In einem ersten Schritt benötige man ein architektonisches Sanierungskonzept und einen Kostenvoranschlag für die Maßnahme. Mecking ist sich allerdings sicher, dass dies keine kleine Aufgabe sein wird: „Die Behebung des Problems wird laut Gutachten nur mit einem größeren Aufwand möglich sein.“

Gottesdienste im Pfarrheim

Zudem müsse das Generalvikariat wichtige Fragen klären. Am Ende stehe auch die Frage der Wirtschaftlichkeit der Maßnahme. „Wir müssen sehen, ob die Kosten zu rechtfertigen sind“, so der Propst. Er möchte jetzt eine schnelle Klärung des Sachverhalts. Mit einer baldigen Öffnung der Kirche sei jedoch nicht zu rechnen: „Das nächste Problem sind die Handwerker. Man bekommt aktuell keine Leute.“

Die Gottesdienste erfolgen ab sofort im Pfarrheim. Der Pfarreirat werde sich kurzfristig verständigen, ob die Gottesdienste am Sonntag und Sondergottesdienste ebenfalls im Pfarrheim stattfinden können oder eine andere Lösung sinnvoller ist. Die Gemeinde wird in den nächsten Tagen darüber informiert.

Niemand muss auf der Straße stehen

Mecking hat sich bereits anhören müssen, dass er eigenmächtig die Kirche geschlossen habe: „Sollen wir vorher noch eine Kirchenversammlung einberufen? Demokratisch gewählte Gremien müssen auch Entscheidungen treffen können, die die Sicherheit der Allgemeinheit betreffen“, so Mecking.

Hochzeit, Taufen und Beerdigungen könnten nach wie vor in Reichswalde erfolgen, niemand müsse auf der Straße stehen. Er bittet die Gemeindemitglieder um Verständnis für die Entscheidung.

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