Kirchenchor St. Peter und Paul Grieth

Kirchenchor St. Peter und Paul Grieth wird 200 Jahre alt

Die Chöre aus Grieth und der Düffel proben gemeinsam.

Foto: Andreas Daams

Die Chöre aus Grieth und der Düffel proben gemeinsam. Foto: Andreas Daams

Grieth.   Der Kirchenchor St. Peter und Paul in Grieth feiert am Sonntag sein 200-jähriges Bestehen mit einer Festmesse. Der Cäcilienchor in der Düffel ist auch mit dabei.

Eigentlich wollten sie im Jahr 1988 das hundertjährige Bestehen feierlich begehen. Die Sängerinnen und Sänger des Kirchenchors St. Peter und Paul in Grieth hatten zuvor in alten Dokumenten gestöbert, um herauszufinden, wie alt ihr Chor eigentlich war. „Viele Unterlagen sind durch die Kriegswirren leider verloren gegangen“, berichtet Johannes Reinders. Der Griether stieß 1982 zum Chor und ist seitdem mit Begeisterung dabei. Jedenfalls kamen sie bei den Recherchen zu dem Ergebnis: Gründungsjahr ist 1888.

Den Chor gibt es seit 1817

100 Jahre, dachten sie, das ist eine lange Zeit. Akribisch bereiteten sie also das Jubiläum vor und beantragten in Münster eine Palestrina-Medaille, wie sie die umliegenden Chöre auch erhalten hatten. Nun arbeitet aber die Bistums-Bürokratie sehr gewissenhaft und kam nach Sichtung interner Unterlagen zu dem Schluss: Den Kirchenchor in Grieth gibt es schon viel länger, nämlich seit 1817.

„Wir wollten 1988 das Festprogramm aber nicht absagen und haben deshalb das 171. Jahr des Bestehens gefeiert“, sagt Reinders schmunzelnd. Das steht auch auf der damals ausgegeben Palestrina-Medaille. Weshalb also in diesem Jahr schon das 200. Jubiläum zu begehen ist. Und zwar mit einer Festmesse am Sonntag um 9.30 Uhr in St. Peter und Paul Grieth.

Der Chor ist geschrumpft

Man muss allerdings zugeben, dass der einst stattliche Chor mit über 30 aktiven Sängerinnen und Sängern im Laufe der vergangenen Jahre geschrumpft ist – wie so viele andere Kirchenchöre auch. „Wir haben ein Nachwuchsproblem“, diagnostiziert Chorleiter Dieter Paeßens. Als er den Chor vor eineinhalb Jahren übernahm, stand für ihn fest: Er möchte den Chor zwar eigenständig halten, aber ein gemeinsames Repertoire mit seinem Cäcilienchor Keeken-Bimmen-Düffelward aufbauen. Dazu gehört eine gemeinsame Probe im Monat, dazu gehören aber auch gemeinsame Aufführungen. Denn auch der Chor in der Düffel ist längst nicht mehr so groß, wie er früher einmal war.

Viele gemeinsame Auftritte

„Beide Chöre profitieren davon“, sagt Paeßens. Zwischen 42 und 88 Jahre sind die Chormitglieder alt. Nach einer kurzen Phase des vorsichtigen Beschnupperns funktioniert die Zusammenarbeit ausgezeichnet. Deshalb werden auch beide Chöre gemeinsam die Festmesse in Grieth bestreiten – wie sie zuvor schon gemeinsam bei den kirchlichen Hochfesten, bei Patronatsfesten und sonstigen Auftritten gesungen haben.

„Für mich ist das Singen Entspannung“, sagt Johannes Reinders. Davon ist auch Paeßens überzeugt: „Die Chormitglieder singen gerne und proben gerne.“ Viele sind wie er selbst mit Kirchenmusik aufgewachsen. „Ich habe mit zwölf Jahren zum ersten Mal bei einer Messfeier die Orgel gespielt“, erinnert sich Paeßens. Diese kirchliche Sozialisation macht die Begeisterung für kirchlichen Chorgesang nur allzu deutlich. Wie es ist, in Gemeinschaft zu proben und zu singen, kann man ausprobieren. Die Chöre in Grieth und in der Düffel nehmen neue Sängerinnen und Sänger in ihre Reihen auf.

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