Kindergarten

Kita-Beiträge: Mittelschicht entlasten

Die Betreuung von Kindern kostet Geld. Mit einer neuen Beitragsstaffelung sollen in Goch jedoch vor allem mittlere Einkommen entlastet werden.

Die Betreuung von Kindern kostet Geld. Mit einer neuen Beitragsstaffelung sollen in Goch jedoch vor allem mittlere Einkommen entlastet werden.

Foto: Niklas Preuten

Goch.   Die Gocher Politik diskutiert neue Gebührenmodelle mit mehr Einkommensklassen. Verwaltung hat zwei Vorschläge. Am 6. November wird beraten.

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Dieses Thema schlägt üblicherweise hohe Wellen: Die Anpassung von Kita-Gebühren ruft häufig die Bürger auf den Plan und lässt Unterschiede zwischen den politischen Parteien offen zu Tage treten. Geradezu geräuschlos verlief dagegen bislang diese Diskussion in Goch, seitdem ein Antrag des Bürgerforums Gochs (BFG) als Reaktion auf einen Brief des Jugendamtselternbeirat die Elternbeiträge für den Besuch von Kindertagesstätten zurück auf die Agenda gebracht hat.

Doch still ruht der See nicht. Der Jugendhilfeausschuss hatte die Verwaltung im Juli beauftragt, einen konkreten Vorschlag zur Neufestsetzung der seit 2011 unveränderten Beiträge zu erarbeiten. „Es besteht ein politischer Konsens unter allen Fraktionen, an der bestehenden Beitragsstaffel etwas zu ändern“, sagte Bürgermeister Ulrich Knickrehm im NRZ-Sommerinterview. Der finanzielle Mittelstand, bestehend aus Familien mit zwei berufstätigen Eltern, rutsche durch die veraltete Staffelung mittlerweile häufig in die oberste Beitragsklasse.

Zwölf Einkommensklassen sind vorgesehen

Dies sollen ab dem 1. August 2019 die neuen Entwürfe verhindern, die die Verwaltung in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Jugendhilfeausschusses vor rund einem Monat präsentierte. Nach einer erneuten Überarbeitung liegen nun zwei beschlussreife Vorschläge auf dem Tisch, über die der Jugendhilfeausschuss am Dienstag, 6. November, um 18 Uhr in einer dann öffentlichen Sitzung berät.

Beide Vorlagen sehen zwölf Einkommensklassen von „bis 35.000 Euro“ bis „über 135.000 Euro“ vor, die sich in 10.000-Euro-Schritten staffeln. Eltern mit weniger als 25.000 Euro Jahreseinkommen würden jeweils nichts für die Betreuung bezahlen. Bei einer 45-Stunden-Betreuung würde es in Variante 1 sowohl für Eltern von Unter-Zweijährigen als auch von Über-Zweijährigen bis zu einem Einkommen von 95.000 Euro günstiger als derzeit werden. Besonders entlastet wird die Gruppe „bis 75.000 Euro“, die 236 Euro weniger zahlen würde (U2).

Variante 2 sieht eine leicht andere Staffel vor, die die höheren Einkommen prozentual etwas weniger belastet. Von Beitragszahlern in der höchsten Einkommensklasse „über 135.000 Euro“ würden demnach für eine 45-Stunden-Betreuung 1013 Euro (U2) bzw. 900 Euro (Ü2) berechnet. In beiden Modellen bleibt die Betreuung für das zweite und jedes weitere Kind, das gleichzeitig in die Kita geht, kostenlos.

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