Film

„Klappe, Hundert, die erste“ beim Filmdreh in Uedem

Szene mit den Hauptdarstellen Bodo Lacroix als Ermittler (rechts) und Stefan Limberg (in der Fahrzeuggrube). Mit im Bild Kameramann Frank Koch mit dem Gimbal (Schwebestativ) und Tonfrau Chiara Schröer. 

Szene mit den Hauptdarstellen Bodo Lacroix als Ermittler (rechts) und Stefan Limberg (in der Fahrzeuggrube). Mit im Bild Kameramann Frank Koch mit dem Gimbal (Schwebestativ) und Tonfrau Chiara Schröer. 

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Uedem.  Ruhrgebiets-Filmteam dreht in Uedem in der Bohrmaschinenhalle von „Maks“ Szenen eines Krimis mit Humor. Und nächste Woche im Kühlturm in Kalkar.

„Du willst uns auf den Arm nehmen?“ fragten die Mitarbeiter erst ungläubig, als Klaus Gerats den 35 Angestellten ankündigte, dass ein Filmteam in den Werkstätten von „Maks“ in Uedem drehen wird. Wollte er nicht, Spaß hat er trotzdem. Über einen gemeinsamen Freund wurde der Mülheimer Filmregisseur und Drehbuchautor Alexander Waldhelm auf den tollen Drehort in Uedem aufmerksam. „Irgendeine Werkstatt“ hatte er gesucht, eine Puls-Plus-Location gefunden. Gestern wurden hier Szene 99 und Szene 100 für einen Ruhrgebietskrimi abgedreht.

Gleich zwischen drei Werkstätten, für Pkw, für Lkw und für Baumaschinen, hatte das Team die Auswahl. Sowohl Kameramann Frank Koch als auch Tonfrau Chiara Schröer favorisieren die Baumaschinenhalle. Beeindruckend steht da eine Spülbohranlage mit ihren Raupenrädern über der Fahrzeuggrube.

Am Anfang gibt’s ‘ne Leiche

Großartige Kulisse. Aus der Grube hervor muss ein Schauspieler kommen, „ich kann da ‘ne geile Perspektive zaubern“, verspricht Koch. Dann Kameraschwenk über die Drehbank, „da können wir die gesamte bizarre Situation verorten“. Aber bloß nicht das Gegenlicht der Rolltore einfangen. Sonst alles sehr cool. Auch das Wetter mit gleichbleibendem Licht stimmt.

Jedenfalls vormittags.

Am Anfang gibt’s ‘ne Leiche

„Am Anfang gibt’s ‘ne Leiche, der Rest des Films fragt, warum“, beschreibt Alexander Waldhelm den Inhalt von „Beziehungen – kein schöner Land“. 30 Drehtage sind eingeplant, vier davon im Oberhausener Polizeipräsidium, der 19. also in Uedem, nächste Woche dann zwei im riesigen Kühlturm des Wunderlandes Kalkar. Waldhelm: „Wenn da das Kettenkarussell hochfährt, eine irre Szene, auf die ich mich wirklich freue. Ein Fest für den Kameramann!“ Gedreht hat er auch in Emmerich (Werkstattlager) und Kevelaer (Bunker).

In Uedem streift Stefan Limburg, erfahren im Improvisationstheater, mit den Händen über Stellen in der Werkstatt, die ein wenig dreckig aussehen,

um sein weißes Unterhemd unter der geliehenen Uedemer Arbeitshose und die Hände voll zu schmieren.

Das Hemd etwas dreckig machen

Er ist im Film schließlich Mechaniker. „Ich bin ganz besessen von der Idee, das hier in die Szene einzubauen“ strahlt Waldhelm und hält den mächtigen 90er Maulschlüssel hoch. Wird gemacht. Und die Spraydose da muss unbedingt ins Bild: „Lecksucher“ steht drauf, grinst der Filmregisseur. Wo kann man das anwenden? Klaus Gerats, der im Dreh kurz zu sehen ist, bescheiden hinter Glas, sagt es ihm.

„Klappe, Hundert, die erste.“ Hauptdarsteller Bodo Lacroix, ebenfalls bühnenerfahren, öffnet die Szene, geht als Ermittler souverän durch die Halle, hockt sich vor die Grube und lockt den wortkargen Handwerker mit rauer Stimme alias Stefan Limburg hervor: „Hallo? Mein Name ist Mörsch, Rolf Mörsch“, sagt Lacroix lässig. Eine sehr lange Dialogszene folgt, die in einem Dreh abgefilmt wird „Sehr gut gelungen“, freut sich Waldhelm.

In der Pause regnet es aus Kübeln

Die Szene 99 – wenn der Ermittler aufs Grundstück vorfährt – wird nach Szene 100 gedreht. Denn zwischendurch in der Pause regnet es aus Kübeln hier am Niederrhein.

Damals wie jetzt ist die Mischung von ernstem Plot und komödiantischen Gags das Rezept. Ein Running Gag mit Comedy-Prominenten, die wegen abstruser Delikte vorgeführt werden, beschäftigt

beispielsweise Gerburg Jahnke, Fritz Eckenga, Andy Brings und Uwe Lyko (Herbert Knebel).

Polit-Kabarettist Volker Pispers als Makler

Eine größeren Auftritt hat Polit-Kabarettist Volker Pispers als Immobilienmakler, Kai Magnus Sting spielt einen Pathologen.

Im nächsten Frühjahr, kurz nach den Osterferien, soll Premiere wieder im Kino Essener Lichtburg gefeiert werden. Wie schon beim ersten Film „Pottkinder – ein Heimatfilm“, der in 25 Städte verliehen wurde und in Mülheims Programmkino Rio sogar acht Wochen lief.

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