Einzelhandel

Kleine Fotoläden schließen in Goch und Kleve

Raimund Czesnik (48) schließt seinen Fotoladen auf der Voßstraße zum 14. März.

Raimund Czesnik (48) schließt seinen Fotoladen auf der Voßstraße zum 14. März.

Foto: cat

Goch/Kleve.  Für kleine Geschäfte wird es immer schwerer: Raimund Czesnik schließt seinen Fotoladen in Goch, in Kleve hat Stefan Schneiders aufgegeben.

Bis zum 14. März hält Raimund Czesnik seinen Fotoladen in der Gocher Fußgängerzone noch offen. Dann ist Schluss. Nach 32 Jahren. „Die Konkurrenz durch Amazon und Co. ist einfach zu groß geworden. Hinzu kommen hohe Personalkosten, und die Miete für mein Ladenlokal auf der Voßstraße kann ich auch kaum noch stemmen“, begründet Czesnik, weshalb er sein Fotofachgeschäft nach mehr als drei Jahrzehnten schließen wird.

Nachdem der heute stadtbekannte Geschäftsmann 1987 als Auszubildender bei Photo Porst begonnen hatte, war er von 1990 bis 2001 dort Filialleiter. Dann übernahm er das Geschäft von Peter Sinsbeck und führte es fast zwei Jahrzehnte lang weiter – bis jetzt.

Übermächtige Konkurrenz aus dem Internet

„Die letzten drei Jahre waren die schwersten“, sagt Czesnik. „Der tagtägliche Druck hat mich fertig gemacht. Ich musste jeden Tag von früh bis spät im Laden stehen, obwohl immer weniger Laufkundschaft kam“, sagt er. Viele Menschen hätten sich von ihm beraten lassen, dann aber verlangt, dass er zu Online-Preisen arbeitet, oder sie hätten gleich sein Geschäft verlassen und dann im Internet gekauft. Deswegen verlagerte er sein Angebot zunehmend auf Dienstleistungen, die es online in dieser Form nicht zu kaufen gibt. Pass- und Bewerbungsfotos etwa oder das Zuschneiden von Passepartouts. Doch die Einnahmen reichten am Ende kaum noch, um den Lebensunterhalt des 48-Jährigen, den seines Auszubildenden sowie seiner Aushilfe zu sichern.

Czesnik wird die Selbstständigkeit aufgeben und fortan als angestellter Vertriebler in einer ortsansässigen IT-Firma arbeiten. Einen Nachmieter für das Geschäftslokal gibt es laut Czesnik noch nicht.

In Kleve betrieb jahrzehntelang Stefan Schneiders seinen gleichnamigen Fotoladen in der Oberstadt. Doch auch das ist nun Geschichte. Die Schaufenster sind von Jalousien verdunkelt, auf der Eingangstür klebt ein Zettel: „Leider bleibt unsere Filiale ab sofort geschlossen. Wir bitten Sie, die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen und bedanken uns für Ihre Treue in den vergangenen Jahren.“ Zu den Gründen seiner Geschäftsschließung möchte sich Stefan Schneiders nicht äußern.

Hohe Mieten in zentraler Lage

Für Karin Arntz vom Werbering Goch kommt es nicht überraschend, dass Geschäftsleute in zentraler Lage aufgeben. „Die laufenden Kosten und die Mieten sind schon sehr hoch. Einige Hauseigentümer sollten bei den Mieten auch mal einen Gang zurückschalten“, sagt sie. Sie findet: „Lieber geringere Mieten und dafür einen vernünftigen Branchenmix in der Stadt.“ Aber auch die Kunden müssten mitziehen und ihre Einkäufe, wenn es das Angebot hergibt, vor Ort tätigen.

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