Maria-Reymer-Kellerraum

Kleve bekommt ein kleines Museum zur Käsekunst

Regionalbotschafter Armin Huber (Dritter von links) von der NRW-Stiftung überreicht Josef Gietemann die Förderzusage.

Regionalbotschafter Armin Huber (Dritter von links) von der NRW-Stiftung überreicht Josef Gietemann die Förderzusage.

Foto: Andreas Daams

Kleve-Rindern.   Die NRW-Stiftung unterstützt die Errichtung des historischen Maria-Reymer-Kellerraums auf Gut Hogefeld in Rindern mit 10 000 Euro.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Aufleger für die Regale sind noch da, der geflieste Boden und das Kreuzgewölbe. Hier, in einem Kellerraum von Gut Hogefeld in Rindern, produzierte Maria Reymer 1825 den ersten Käse am Niederrhein. Zwar kannte man die Kunst des Käsemachens auch schon in früheren Jahrhunderten – aber man hatte sie glatt vergessen. Theodor Reymer kam schließlich auf die Idee, seine Tochter nach Holland zu schicken, wo sie das Käsemachen erforschen sollte: als eine Art Wirtschafts-Spionin.

Von hier aus nahm die Käserei im alten Kreis Kleve ihren Siegeszug. Auch weil Theodor Reymer das Wissen nicht für sich behielt. „Er gab es an andere weiter“, erzählt Josef Gietemann, Vorsitzender des Vereins Arenacum für Kultur und Geschichte in Rindern. „Open Source“ würde man das heutzutage nennen. In den nächsten Monaten soll hier, in der Keimzelle der Klever Käsekunst, ein kleines Museum entstehen. Es soll an Maria Reymer erinnern und verdeutlichen, wie Käse entsteht. Schließlich gab es in der näheren Umgebung einst eine große Dichte von Molkereien und Käsereien. „Dass es im Kreis Kleve die höchste Dichte von Milchkühen in NRW gibt, hängt sicherlich auch damit zusammen“, ist sich Gietemann sicher.

Handwerkliche Arbeiten nötig

Gemeinsam mit dem Verein Milch & Kultur Rheinland und Westfalen will man den Raum bestücken. Zuvor sind aber noch eine Vielzahl handwerklicher Arbeiten nötig. Zu diesem Zweck überreichte Armin Huber, Regionalbotschafter der NRW-Stiftung, nun eine Förderzusage in Höhe von 10 000 Euro. Geld, das aus Mitteln der Lotterie stammt. „Wir stützen das Ehrenamt“, hob Huber bei der Ortsbesichtigung hervor. Schließlich sind es Vereinsmitglieder, die die Ausstellung organisieren und in ein touristisches Gesamtkonzept einbinden. Hierzu hat sich Arenacum die Hilfe der Hochschule Rhein-Waal gesichert, die ein Konzept erarbeiten will.

Auf Gut Hogefeld erinnert bereits ein Gedenkstein an das Wirken von Maria Reymer. Er stammt aus dem Jahr 1925, als man den 100. Geburtstag des ersten Rinderner Käses feierte. 4300 Pfund Käse stellten die Reymers im ersten Jahr her, wovon 2800 in den Export nach Elberfeld gingen. „Damals litten die Menschen bitterste Not“, weiß Roland Verheyen vom Verein Arenacum. Vagabundierende Soldaten, verregnete Sommer, Überschwemmungen und hohe Steuern belasteten die Menschen.

Arbeiten dauern einige Monate

Bis Touristen den in Privatbesitz befindlichen Käse-Keller besuchen können, werden noch einige Monate ins Land ziehen. Aber schon jetzt die Vereinsmitglieder froh, dass es weitergeht. „Das war immer unser Traum“, sagt Gietemann.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik