Bouldern

Kleve bekommt die erste Boulderhalle am Niederrhein

Im April dieses Jahres eröffnete eine Boulder-Halle in Dortmund. Im Dezember oder Januar folgt Kleve.

Im April dieses Jahres eröffnete eine Boulder-Halle in Dortmund. Im Dezember oder Januar folgt Kleve.

Foto: André Hirtz / Funke Foto Services

Kleve.  Zwei junge Unternehmer aus Kleve und Issum bieten im „Kliff“ das Bouldern ohne Seil und ohne Partner. Eröffnung ist bereits für Januar geplant.

Bouldern ist das Klettern ohne Seil. Es hat sich vom Trend zum Breitensport entwickelt und wird 2020 sogar Teil der Olympischen Spiele. Kleve soll jetzt eine Boulderhalle bekommen, die erste am Niederrhein unterhalb von Duisburg. „Kliff“ wird sie heißen, passend zu Kleve, dessen Name sich vom Kliff, der Klippe, der Endmoräne aus der Eiszeit entlehnt.

„Kliff“ soll an der Ecke Tweestrom/Landwehr/Klever Ring, gleich neben Werkzeug Würth und der Fitnesshalle High 5 entstehen (so erfuhr man als Erstes über „kleve-blog“). Wenn alles wie geplant klappt, sollen schon im Januar 2020, vielleicht sogar zu Weihnachten in diesem Jahr, die ersten Sportlichen an den Griffen hangeln.

Das erhoffen sich die beiden Betreiber, der Klever Alexander Schmitz (jetzt Neu-Nütterdener) und der Issumer Philipp Becker. Beide sind passionierte Kletterer – frei in den Bergen oder in den Boulder-hallen von Nimwegen und Bocholt.

Das Wie wird in Kursen gelehrt

Wie man klettert ohne Sicherungsseil und ohne Partner, das wird im „Kliff“ in Einsteigerkursen gelehrt: das richtige Abspringen, wie man sich fallen lässt, Kurse für Kinder und für Fortgeschrittene, spezielle Technik- und später auch therapeutische Kurse – alles möglich. Die angestrebte Zielgruppe ist zwischen sechs und 40 Jahre alt, umfasst aber auch sportliche Ältere.

Wie man lehrt, das wissen beide Jungunternehmer. Sie haben Erfahrung in Leitung und Organisation von (Yoga-)Kursen, in der Selbstständigkeit, qualifizierten sich unter anderem als „Boulder Instruktor“. Fachlichen Rat zur Tat bekamen die jungen Geschäftsleute vom Bocholter Branchenkenner.

„Boulder“ ist englisch für „Felsblock“

Das Kliff-Duo fand Kontakte zu Baufirmen, die sich bereits mit Kletterparcours auskennen. Schmitz: „Wir wollen für Kleve individuell was Eigenes auf die Beine stellen“ und an die hochwertigen Griffe hängen. An die springt man heran, packt zu über Kopf oder um die Ecke. „Boulder“ ist englisch für „Felsblock“.

Um das Erlebnis abwechslungsreich zu halten, werden die Routen immer wieder neu umgeschraubt. „Es gibt einen Anfang und ein Ende“ der Routen, und dann lässt man sich fallen auf weiche, professionelle Schaumstoffmatten. „Die fangen den Sturz sehr, sehr gut auf“, verspricht Schmitz. Einen Partner, der einen am Seil sichert, braucht man beim Bouldern nicht.

700 Quadratmeter groß und viereinhalb Meter hoch

Die 700 Quadratmeter große und viereinhalb Meter hohe Halle wird in sieben Bereiche aufgeteilt. Den Wettkampfbereich für Kletter-Profis, einen Trainingsbereich, Plaisir- und Anfängerareal – das liegt vom Publikum abgewandt, damit man als Einsteiger nicht auf dem „Präsentierteller“ übt, sagt Schmitz. Außerdem wird ein spezieller Kinderbereich mit Lianen und Kletterburg zum Toben gestaltet. Außerdem gehören ein Shop und Seminarraum, beispielsweise für Yogakurse, zur Planung. „Kinderausflüge und Teambuilding-Maßnahmen runden das Konzept ab“, so Schmitz. Angestrebt ist eine Kooperation mit der Hochschule.

Ein Bistro ist unbedingter Bestandteil des Konzepts: den Könnern beim Zwei- bis Drei-Stunden-Klettern zugucken. „Der kommunikative Aspekt macht diesen Sport so interessant. Dass man mit Fremden ins Gespräch kommt, sich Tipps gibt“, beschreibt der Klever.

„Wir haben lange nach einer geeigneten Halle gesucht“, diese hier an der Daimlerstraße 3 gefiel gleich (sie hat übrigens auch 30 Parkplätze), doch erst war ein Einzelhandelsunternehmen im Gespräch. Eigentlich wollten Schmitz und Becker auch gern ein paar Quadratmeter mehr bespielen. Aber die Lage hier ist ideal.

Grundsätzlich begrüßt die Stadtverwaltung die coole Neuansiedlung

Und bei ihrem Kontaktgespräch mit der Stadt fragten die Geschäftsgründer prophylaktisch schon mal an, ob später ein Anbau möglich sein würde. Grundsätzlich „begrüßt die Stadtverwaltung“ die neue, coole Ansiedlung, erzählt Alexander Schmitz. Ein paar Sachfragen – Umwidmung als Sportstätte etc. – müssen noch geklärt werden.

„Wir geben Hackengas“, steckt Alexander Schmitz mit seinem Partner in Aufbruchstimmung. Die beiden Frauen neben den 29-jährigen Vätern sind übrigens auch kletteraffin.

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