Kultur

Kleve: Haus Koekkoek erhält einen Aufzug

Ursula Geisselbrecht-Capecki vor dem neuen (alten) Eingang des B.C. Koekkoek Hauses.

Ursula Geisselbrecht-Capecki vor dem neuen (alten) Eingang des B.C. Koekkoek Hauses.

Foto: Andreas Gebbink / NRZ

Kleve.  Das Künstlerpalais wird vermutlich noch in diesem Jahr umgebaut. Der Museumseingang wird verlegt und neue Räume werden genutzt.

Werner van Ackeren hat alle Möglichkeiten geprüft. Einen behindertengerechten Aufzug ins Museum Haus Koekkoek zu installieren ist gar nicht so einfach. Die Jugendstil-Villa ist neben der Burg und dem Museum Kurhaus der Stolz der Stadt, da geht man vorsichtig zu Werke. Einen Aufzug von außen anzubringen ist für van Ackeren keine Option, weder zum Koekkoekplatz noch zum Garten hin: „Das mache ich nicht, das würde das Haus verunstalten.“

Neuer Eingang fürs Museum

Der Klever Architekt ist sich der Bedeutung des Künstlerhauses sehr bewusst: „Ein Haus ist der Spiegel der Persönlichkeit und ein Zeugnis der Zeit“, sagte er bei der Vorstellung seiner Pläne mit Klever Kulturausschuss. Nach eingehender Prüfung und in Absprache mit dem Denkmalschützer Andreas Stürmer wird der erforderliche Aufzug in das Gebäude integriert und zwar unmittelbar neben dem Treppenhaus. Hier gibt es vom Erd- bis ins Dachgeschoss einen Sanitär- und Leitungsschacht, der jetzt für den Aufzug genutzt werden soll.

Die NRW-Stiftung, die Eigentümerin des Hauses Koekkoek, ist bereits seit einiger Zeit mit der Umsetzung eines barrierefreien Konzeptes beschäftigt. Neben einem Aufzug fehlen die barrierefreien Toiletten. Auch dies soll sich jetzt verbessern. So soll der alte Museumseingang aus den 60er Jahren wieder aktiviert werden. Dieser befindet sich, wenn man vor dem Gebäude steht, ganz links. Die Räumlichkeiten dahinter werden derzeit nicht genutzt und verfügen über eine frei zugängliche Toilettenanlage. Zurzeit gibt es im Haus Koekkoek nur auf der ersten Zwischenetage eine kleine Gästetoilette.

Baubeginn hoffentlich noch in diesem Jahr

Museumsleiterin Ursula Geisselbrecht-Capecki begleitet den Prozess und hofft darauf, dass die Arbeiten noch in diesem Jahr umgesetzt werden können. Der Bauantrag wurde im Juli 2019 bei der Stadt Kleve gestellt. Es müssen allerdings neben den denkmalrechtlichen Belangen auch auch die brandschutzrechtlichen Themen abgearbeitet werden. Hierfür ist der Kreis Kleve zuständig. Zwar gibt es für das Museum einen Brandschutzplan aus dem Jahr 2016, die darin geforderten Maßnahmen wurden allerdings noch nicht umgesetzt.

Brandschutz umsetzen

So wird das neue Haus Koekoek auf der ersten und zweiten Etage jeweils eine gläserne Wand mit Tür bekommen, um das Treppenhaus im Brandfalle von den anderen Räumlichkeiten abzutrennen. Auch die Holztüren zu den Ausstellungssälen werden sich künftig über Sensoren selbstständig schließen können. Welche genauen Systeme zum Tragen kommen, sei noch nicht abschließend geklärt, sagt Geisselbrecht-Capecki. Dies hänge auch von den Vorgaben des Kreises Kleve ab.

Barrierefreiheit ist dringend erforderlich

Die Kosten für den Umbau trägt zum größten Teil die NRW-Stiftung als Eigentümerin.

Die Notwendigkeit für einen Aufzug hält Geisselbrecht-Capecki für absolut gegeben: „Wir haben viele ältere Besucher, die sicherlich einen Aufzug auch nutzen würden“, sagt die Museumsleiterin. Auch werde man künftig interessante für Reiseveranstalter: „Wenn man keine behindertengerechten Toiletten oder Zugänge gewähren kann, dann kommen diese Reiseveranstalter erst gar nicht“, sagt sie.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben