Umweltschutz

Kleve: Hohe Nitratwerte kommen nicht aus dem Kanal

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Dipl.-Phys. Harald Gülzow bereitet und analysiert eine Wasserprobe im Labormobil. Der VSR-Gewässerschutz analysiert, dass die Agrarindustrie die Hauptursache der Nitratbelastung im Raum Kleve sei.   

Dipl.-Phys. Harald Gülzow bereitet und analysiert eine Wasserprobe im Labormobil. Der VSR-Gewässerschutz analysiert, dass die Agrarindustrie die Hauptursache der Nitratbelastung im Raum Kleve sei.   

Foto: VSR-Gewässerschutz

Kreis Kleve.  VSR-Gewässerschutz widerlegt Aussagen der Landwirtschaftsverbände durch aktuelle Messungen.

Bei jeder fünften der 15 untersuchten Brunnenwasserproben im Raum Kleve wurde bei Nitratbelastungen der Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter überschritten. Das ergab die Auswertung der Messdaten vom VSR-Gewässerschutz. Und sie zeigen, dass Abwasser nicht zur Belastung beiträgt.

Das Team der gemeinnützigen Organisation sei in den letzten Wochen scharf von den Landwirtschaftsverbänden für die Aussage kritisiert worden, dass die Agrarindustrie die Hauptursache der Nitratbelastung sei, meldet die VSR (vormals „Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse“). Die Behauptung der Landwirte, dass die hohen Werte unter anderem die Folge defekter Abwasserrohre seien, widerlegt Dipl. Oecotrophologin Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz: „Brunnenwasser, das durch Abwasser belastet ist, enthält Escherichia coli“, E.coli, also Coli-Darmbakterien. Und die waren in den Wasserproben nicht festzustellen.

Bei den Proben mit hohen Nitratwerten im Raum Kleve wurde keine Belastung aus Abwasser festgestellt. Andererseits wurden bei den Wasserproben mit bakterieller Belastung kein erhöhter Nitratwert gefunden.

Ein weiteres Argument der Landwirtschaftsvertreter ist die Überdüngung in den privaten Gärten und Kleingartenanlagen. Hier hat sich der VSR-Gewässerschutz an Kleingartenanlagen in ganz Deutschland gewandt um festzustellen, ob dort hohe Belastungen zu finden sind.

Belastungsschwerpunkte seien vom Umweltbundesamt bestätigt

Gerade die städtischen Kleingärten ohne Landwirtschaft in der nahen Umgebung haben eine geringe Nitratbelastung, meldet der VSR. Das bestätige auch der Nitratbericht 2020 des Umweltbundesamtes: „Die Belastungsschwerpunkte mit Messstellen über 50 mg/l Nitrat treten dabei überwiegend unter landwirtschaftlicher Flächennutzung auf. Unter den Nutzungen Siedlung und Wald finden sich selten hoch belastete Messstellen.“

Susanne Bareiß-Gülzow, warnt: „Eine Verringerung der Belastung unserer Gewässer ist dringend nötig.“ Belastetes Grundwasser sickere den Gräben und Bächen zu, gelange über die Flüsse in die Nordsee, sorge für übermäßiges Algenwachstum, Sauerstoffmangel, Fischsterben. Trotz Landwirtschaft gelinge geringe Nitratbelastung in Wasserschutzgebieten ja auch.

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