Corona-Krise

Kleve: Kämmerer Haas fordert Disziplin bei Kultur-Ausgaben

Die beeindruckende Video-Installation in der Ausstellung des Künstlers John Akomfrah im Museum Kurhaus Kleve.

Die beeindruckende Video-Installation in der Ausstellung des Künstlers John Akomfrah im Museum Kurhaus Kleve.

Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services

Kleve.  In der Diskussion um den Etat für die Kultur verweist Kleves Kämmerer Willibrord Haas auf das Haushaltsdefizit wegen der Corona-Krise.

Kämmerer Willibrord Haas hat bei der Vorstellung der Haushaltssatzung 2021 für den Kulturbereich Ausgabendisziplin eingefordert. „Der Haushaltsentwurf hat ein Defizit von 6,6 Millionen Euro bei einem Volumen von 157 Millionen Euro. Wir können nicht so tun, als ob die Corona-Krise an der Stadt Kleve vorbei geht“, sagte Haas im Ausschuss für Kultur und Stadtgestaltung. „Es gilt genau zu überlegen, was man sich leisten kann und was nicht.“

Bei den Planzahlen für den Kulturbereich gab es allerdings noch keine echten Einschnitte: Rund 4,5 Millionen Euro sind vorgesehen, davon knapp 2,3 Millionen Euro für Kulturveranstaltungen und Kulturförderung. „Ich bin erleichtert, dass der Kulturetat größtenteils unangetastet bleibt“, sagte Gerd Driever (CDU).

Im Etatentwurf stehen bei Kulturveranstaltungen und Kulturförderung Erträgen von 907.700 Euro Aufwendungen von 2.284.500 Euro gegenüber. Bei der Bücherei lautet das Verhältnis 21.900 Euro zu 597.600 Euro. Die Verwaltung rechnet damit, dass die Zahl der Entleihungen im Jahr 2021 auf 120.000 steigen wird. Für das Museum sieht der Haushalt Erträge von 90.500 Euro und Aufwendungen von 1.550.100 Euro vor.

Beuys-Ausstellung im Museum Kurhaus geplant

Museumsdirektor Prof. Harald Kunde blickte auf 2020 zurück, das wegen Corona kein Jahr wie jedes andere gewesen sei. „Wir haben aber versucht, das Beste daraus zu machen“, sagte er und verwies auf die Ausstellungen und wenigen Veranstaltungen, die das Virus zuließ.

In der Hoffnung, dass das Museum Kurhaus im kommenden Jahr von der Krise weitgehend verschont bleibt, stellte Kunde das Ausstellungsprogramm für 2021 vor. Es beginnt mit dem museumspädagogischen Projekt „Schule Kunst Museum“, das im März zum zweiten Mal eine Woche lang laufen soll. Zu den Programm-Highlights gehören Ausstellungen von Günther Zins (März bis September), zum Frühwerk von Joseph Beuys (Juni bis Oktober) anlässlich der landesweiten Kampagne „Beuys 2021. 100 Jahre Joseph Beuys“ und zur mittelalterlichen Malerei von Jan Baegert (September 2021 bis Januar 2022).

Zudem soll im Museum Kurhaus im kommenden Jahr ein Großprojekt einen entscheidenden Schritt voran kommen: Die Digitalisierung von 20.000 Kunstwerken der Sammlung könnte im Sommer online gehen, sagte Harald Kunde.

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