Klimaschutz

Kleve muss sich beim Klimaschutz noch mehr anstrengen

Das Klever Rathaus soll eine Photovoltaikanlage erhalten.

Das Klever Rathaus soll eine Photovoltaikanlage erhalten.

Foto: AG / NRZ

Kleve.  Klimaschutzmanager Christian Bomblat regte eine Photovoltaikanlage fürs Rathaus an und die Nutzung der Windenergie.

Kleve hat noch viel zu tun, um in der Stadt CO2 zu reduzieren. Der neue Klimaschutzmanager Christian Bomlat stellte im neuen Ausschuss für Klima-, Umwelt- und Naturschutz einen Sachstandsbericht zum Klimaschutzfahrplan vor und machte unmissverständlich deutlich, dass Kleve beim Einsatz von regenerativen Energien, beim Gebäudebestand und bei der Nutzung des Fahrrades noch viel Luft für Verbesserungen habe.

Große Herausforderung

Bomblat verglich die Aufgabenstellung mit dem Wiederaufbau der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Umbau der Gesellschaft, der mit der enormen CO2-Reduzierung einhergehe, sei allumfassend und werde enorme Kraftanstrengungen kosten – ähnlich dem Wiederaufbau der zerstörten Stadt nach dem Weltkrieg. Bomblat zeigte, dass die Zahl der Autos im Kreis Kleve seit 2007 um 23,2 Prozent gestiegen ist, während die Bevölkerung der Stadt Kleve nur um 5,4 Prozent wuchs. „Das ist keine gesunde Entwicklung und kann auch so nicht weitergehen“.

Die Auswirkungen des Klimawandels seien zu messen. Die Jahresmitteltemperaturen für Kleve sind ansteigend. Bereits jetzt sei man von einer Erhöhung um 1,5 Grand nicht weit entfernt. Es gebe mehr Hitzetage (von 3 auf 20 Tage) und Starkregenereignisse. Auch der Grundwasserspiegel sinkt. Bomblat zeigte Messwerte für Warbeyen wo der Spiegel im Mittelwert von 2,70 Meter (1953) auf 4,50 Meter (2020) abgesunken ist. Ähnliches gilt für den Reichswald.

Was ist zu tun? Bomblat schlägt u.a. vor, in Kleve Frischluftschneisen zu erhalten und diese nicht zuzubauen. Unter anderem von Westen über die Niederung und von Osten über das Bahngelände.

Radverkehr weiter stärken

Beim Thema Mobilität müsse vor allem das Radfahren attraktiver gemacht werden. Die Klever sind noch zu oft mit dem Auto unterwegs. Die Fahrradnutzerquote der Niederländer liege bei 36 Prozent, im Kreis Kleve liege sie bei 15 Prozent. „Wir müssen verstärkt über Fahrradthemen nachdenken“, so Bomblat.

Hier gibt es mehr Artikel und Bilder aus Kleve und Umland Auch die Nutzung Erneuerbarer Energien müsse vorangetrieben werden. Bomblat kündigte an, dass er in Gesprächen mit dem Kämmerer stehe, um auf dem Rathaus eine Photovoltaikanlage zu installieren. Diese würde sich auf jeden Fall rechnen. Bomblat geht von Investitionen in Höhe von 94.000 Euro aus, nach 20 Jahren würde aber ein Gewinn von 214.000 Euro abfallen. Mit dieser Rechnung würde man auch den Kämmerer überzeugen können.

Stromfresser müssen angegangen werden

Bei der Produktion von Erneuerbaren Energie liegt Kleve im Vergleich zu den anderen Kreiskommunen auf dem letzten Platz. Der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Stromverbrauch beträgt nur 10 Prozent. In Goch sind es knapp 40 Prozent. Dieses schlechte Verhältnis liegt vor allem an der geringen Nutzung der Windenergie. Hier hätten Kleve (und auch Kranenburg) Aufholbedarf.

Auch Stromfresser müssen abgestellt werden. Viel Energie verbrauchen das Lehrschwimmbecken an der Marienschule, die Obdachlosenunterkunft am Selfkant, die Gesamtschule an der Eichenallee, das Familienzentrum Morgenstern oder das Museum Kurhaus.

Dachbegrünungen stärker fördern

Bomblat möchte ferner die Dachbegrünungen stärker fördern und auch Klimapartnerschaften mit Kommunen in Entwicklungsländern eingehen. Hier sei der Klimaschutz deutlich günstiger zu erzielen: „Und dem CO2 ist es egal, wo es eingespart wird“, so Bomblat.

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