Musikprojekt

Kleve übernimmt Patenschaft für ein Musikstück

Pianistin Susanne Kessel ist Initiatorin des Projekts.

Pianistin Susanne Kessel ist Initiatorin des Projekts.

Foto: David Kremser

Kleve.  Kleve übernimmt die Patenschaft für ein Musikstück. Und ist damit Teil des Projekts „250 piano pieces for Beethoven“ der Pianistin Susanne Kessel.

Patenschaften kann man für alles Mögliche übernehmen. Da gehört die für ein neu komponiertes Musikstück eher in die Kategorie ungewöhnlich. Genau das aber hat der Fachbereich Kultur der Stad Kleve jetzt gemacht. Kleve ist Patin für die Komposition der Niederländerin Miranda Driessen „Werden Menschen Brüder? Alle?“ Damit wird die Stadt Teil des internationalen Projekts der Bonner Pianistin Susanne Kessel.

Projekt zum 250. Geburtstag Beethovens

Ein ambitioniertes Vorhaben, dem sich die viel beschäftigte Musikerin seit 2013 widmet. Ludwig van Beethoven zu Ehren, der im kommenden Jahr seinen 250. Geburtstag begangen hätte, beauftragt Susanne Kessel Komponisten auf der ganzen Welt, aller Altersgruppen und der unterschiedlichsten Genres ein Klavierstück zu komponieren, das sich auf Beethoven und seine Musik bezieht. „Das Stück sollte nicht länger als einige Minuten sein, eine sogenannte Bagatelle“, erklärt Sigrun Hintzen, die als Musikwissenschaftlerin das klassische Konzertprogramm der Stadt Kleve verantwortet und eine Beteiligung am Projekt vorgeschlagen hat.

Musikalische Gedankensammlung zeitgenössischer Stücke

„Das Klavier war Beethovens Hauptinstrument“, schreibt Suanne Kessel im Vorwort zur inzwischen siebten Edition. Neben den großen Sonaten habe er auch die Form des kurzen Klavierstücks, das er Bagatelle nannte, geliebt. So sei ihr die Idee einer „musikalischen Gedankensammlung“ zeitgenössischer Klavierstücke gekommen. Dem Anlass entsprechend schwebten ihr schließlich 250 neue Stücke von 250 Komponisten vor.

Komponisten aus 33 Ländern beteiligen sich

Ihre Idee ist auf fruchtbaren Boden gefallen: Inzwischen sind Komponisten aus 33 Ländern am Projekt beteiligt. „Altersmäßig ist alles dabei“, sagt Hintzen. Neben alten, gestandenen Komponisten gebe es viele junge, die mitmachen. „Die jüngsten von ihnen sind noch keine 20 Jahre alt.“ Geld bekommen sie für ihren Beitrag im übrigen nicht, ihr Stück findet sich allerdings in einer umfangreichen Notenedition und ist der Musikwelt so zugänglich.

Und weil Susanne Kessel nicht nur eine umtriebige Organisatorin, sondern auch eine gute Pianistin ist, spielt sie die Stücke allesamt auch für die Produktion einer CD ein und nimmt sie mit auf ihre Konzertreisen. Fast nebenbei sind dann alle Komponisten auch noch zur jeweiligen Uraufführung ihres Stücks nach Bonn, Geburtsstadt Beethovens und Wohnort Kessels, eingeladen.

Kleve-Komposition erklingt am 9. Februar

Inhaltlich, verspricht Sigrun Hintzen, sei Humorvolles, Kritisches oder Augenzwinkerndes zu erwarten. Klever Konzertbesucher kommen am 9. Februar im Museum Kurhaus in den Genuss der Musik Beethovens bzw. für Beethoven. Dann spielt Susanne Kessel einen ganzen Konzertabend lang die frisch komponierte Musik. Neben Klängen des Beethovenlehrers Christian Gottlob Neefe und einem Stück von Wolfgang Niedecken bringt sie auch die Kleve-Komposition „Werden Menschen Brüder? Alle?“ zu Gehör. Komponistin Miranda Driessen habe es zwar nicht eigens für Kleve geschrieben, sagt Hintzen, aber letztlich doch auf die Stadt abgestimmt. Driessens Idee dazu gehe vom europäischen Gedanken aus, der ja auch im grenznahen Kleve eine Rolle spiele. „Driessen hinterfragt, was Beethoven wohl zu der heutigen politischen Entwicklung in Europa sagen würde“, erklärt Hintzen. Schließlich sei doch seine „Ode an die Freude“ aus der neunten Sinfonie die europäische Hymne.

Sie findet es wichtig, dass sich die Stadt Kleve an diesem Projekt beteiligt. Doch auch wenn das Klever Klavierstück aus dem Konzertetat finanziert wird, ließ man der Initiatorin freie Hand bei der Auswahl des Stücks. Einmal aufgeführt kommt es zusammen mit einer eigens für den Notenpaten ausgestellten Urkunde für jedermann zugänglich ins Klever Stadtarchiv. Die Notenedition, überlegt Hintzen, könne man Musikschülern zur Verfügung stellen.

Wer Karten für dieses oder alle anderen Konzerte der neuen Spielzeit erwerben möchte, bucht unter https://kleve.reservix.de/events, geht zur Rathaus-Info, Minoritenplatz 1, 02821/84600 oder einer der Reservix-Vorverkaufsstellen.

Beim Projekt mitmachen, kann im übrigen jeder. Neue Sponsoren sind jederzeit willkommen. Weitere Informationen gibt’s unter www.250-piano-pieces-for-beethoven.com

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