Mobilitätskonzept

Kleve will Anteil des Radverkehrs auf 25 Prozent steigern

Parkende Autos und radelnde Postboten auf der Kermisdahlstraße: Ein neues Klever Mobilitätskonzept soll den verschiedenen Verkehrsteilnehmern gerecht werden.

Parkende Autos und radelnde Postboten auf der Kermisdahlstraße: Ein neues Klever Mobilitätskonzept soll den verschiedenen Verkehrsteilnehmern gerecht werden.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.  Die Klever Stadtverwaltung arbeitet an einem neuen Konzept, um Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger und Menschen mit Handicap besser zu vereinen.

Michael Bay hält Kleve noch längst nicht für „fahrradfreundlich“: „Wir müssen ein grundlegend anderes Verkehrskonzept für Kleve entwickeln“, sagt der grüne Vorsitzende des Verkehrsausschusses. Es müsse ein Konzept sein, welches es dem Fahrradfahrer ermöglicht, von Reichswalde nach Kellen fahren zu können. „Zurzeit kann man das noch nicht“, sagte Bay in der jüngsten Sitzung des Gremiums.

Datenmaterial wird erstellt

Tiefbauamtsleiter Bernhard Klockhaus versicherte, dass man an einem neuen Verkehrskonzept arbeite. „Wir müssen Mobilität für jeden garantieren“, sagte er. Dazu gehöre auch eine bessere Integration der verschiedenen Verkehrsarten. Wichtige Arbeit werde der neue Verkehrsplaner Gerhard Klemenz verrichten, der in einem ersten Schritt Datenmaterial über Verkehrsströme in Kleve erstellen wird. Denn nur mit einer guten Datenbasis könne man auch eine gute Verkehrsplanung machen.

Die Stadtverwaltung hat auch bereits mögliche Ziele für die Verkehrsplanung formuliert. Bis zum Jahr 2030 sollte Kleve mehrere Radschnellwege haben, es sollte Mobilitätsstationen geben, an denen die verschiedenen Verkehrsarten wie Auto- und Radverkehr sowie ÖPNV zusammenkommen, um einen Umstieg zu ermöglichen. Der Anteil des Radverkehrs in Kleve soll bei 25 Prozent liegen. Und der CO2-Ausstoß soll sich um 15 Prozent verringern. „Diese Zielmarken lassen sich sicherlich auch noch anpassen“, sagte Klockhaus.

Baudezernent Jürgen Rauer erinnerte im Ausschuss daran, dass das aktuelle Radverkehrskonzept überarbeitet werden müsse. Dies existiere jetzt seit 2011 und es seien bereits viele Dinge abgearbeitet. Im Rahmen des Mobilitätskonzeptes müsse auch das Radkonzept neu erarbeitet werden.

Höheren Stellenwert für Radverkehr

Michael Bay drängte darauf, dass der Radverkehr in der Planung einen deutlich höheren Stellenwert erhält. Man müsse Fahrradstraßen entwickeln, in denen Autos zu Gast sind. Nur Schilder aufzustellen, sei zu wenig. Fachbereichsleiter Klockhaus dazu: „Wir wollen den Anteil des Radverkehrs erhöhen. Ich muss aber davon abraten, kleinteilig zu denken. Wir sollten schon nachhaltige Ideen für den Radverkehr finden.“ Auch sehe er, dass Fahrradstraßen als Tempo-30-Zone missbraucht werden. „Für ein Konzept müssen wir allerdings ganzheitlich denken und nicht von Knotenpunkt zu Knotenpunkt“, so Klockhaus.

Josef Gietemann (SPD) fragte erneut nach, wie es um einen Radweg entlang der Industriestraße bestellt ist. Er möchte einen Weg vom Kerkenkamp zum Tweestrom nach Rindern. Bernhard Klockhaus versicherte, dass man das Projekt noch in diesem Jahr angehen werde. 15.000 Euro stehen dafür bereit.

Knotenpunktsystem führt durch die Fußgängerzone

Wiltrud Schnütgen (Grüne) machte darauf aufmerksam, dass das neue Knotenpunktsystem für Radfahrer auch eine Strecke durch die Fußgängerzone vorsehe. Gerade auswärtige Besucher würden übersehen, dass man zu gewissen Zeiten in der Zone nicht radfahren dürfe. Sie würden dann von der Polizei angehalten und müssten ein Bußgeld zahlen. Das sei keine gute Werbung für die Stadt. Schnütgen regte an, hier einen Extra-Hinweis anzubringen.

Der Verkehrsausschuss diskutierte auch über den Radweg an der Hoffmannallee. Ralph van Hoof, Fachbereichsleiter Ordnung und Sicherheit, machte darauf aufmerksam, dass man den Radweg hier nicht benutzen müsse. Man dürfe als Radler da auch auf dem Gehweg oder auf der Fahrbahn für Autos fahren.

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