Klimaschutz

Kleve will die Chancen des Klimaschutzes nutzen

Kämmerer Willibrord Haas im NRZ-Gespräch über den symbolischen Klimanotstand.

Kämmerer Willibrord Haas im NRZ-Gespräch über den symbolischen Klimanotstand.

Foto: Andreas Gebbink / NRZ

Kleve.  Im großen NRZ-Interview erläutert Kleves Kämmerer Willibrord Haas, wie die Stadt in den nächsten zehn Jahren 30 Prozent CO2 einsparen möchte.

Der Beschluss zum symbolischen Klimanotstand des Klever Stadtrates hat im Sommer für viel Wirbel gesorgt. Kleve im Notstand? Ist das nicht völlig übertrieben? Mit dem symbolischen Beschluss hat Kleve aber nicht nur auf die mediale Pauke geschlagen, sondern noch einmal konkrete Klimaschutzziele ins Auge gefasst und beschlossen. Im großen NRZ-Interview schildert Kämmerer Willibrord Haas heute, wie Kleve es schaffen möchte, dass auf dem Stadtgebiet im Jahr 2030 gut 30 Prozent weniger CO2 ausgestoßen wird.

Ideen seitens der Stadtverwaltung sind genügend dar. Doch zum Auftakt des Gespräches macht Haas klar, dass die Bevölkerung in erster Linie die Chancen sehen sollte, unser heutiges Handeln zu hinterfragen: „Im Moment merkt man, dass das Für und Wider des Klimaschutzes an Schärfe gewinnt. Ich denke, wir müssen den Sinn der Einsparungen überzeugend darlegen. Das darf nicht immer nur als eine Last gesehen werden, sondern das ist auch eine Chance. Jeder Private ist aufgefordert, sein Verhalten kritisch zu hinterfragen. Wir sollten das jetzt als Chance begreifen, uns in den wesentlichen Ausrichtungen neu zu erfinden. Den Fingerzeig auf SUVs halte ich dabei für den völlig falschen Weg und für klein kariert. Es darf nicht mit dem erhobenen Zeigefinger diskutiert werden.“

Kleine Wälder aufforsten und den Straßenbäume pflanzen

Haas blickt dabei auf neue Wohnformen oder einen anderen Straßenverkehr. „Im Moment habe ich den Eindruck, dass man sich oft in Kleinigkeiten verzettelt. Wir müssen vielmehr die Zielrichtung im Blick haben und dann konstruktiv diskutieren, wie wir für die nachfolgenden Generationen diese Erde erhalten.“

Im NRZ-Gespräch denkt der Kämmerer darüber nach, ob es sinnvoll sein kann, bei Ausgleichsmaßnahme kleinere Wälder aufzuforsten oder mehr Straßenbäume zu pflanzen. Dies wäre gut für das Kleinklima in der Stadt. Auch beim ÖPNV wünscht er sich Verbesserungen. Das Anruf-Taxi-System der Niag sei vielen noch unbekannt. Hierfür müsse mehr geworben werden. Auch beim Schulbusverkehr könnte man darüber nachdenken, dass Schüler, die mit dem Fahrrad fahren, eine Pauschale erhalten. Das schone die Umwelt und wirke dem Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen entgegen.

Den Radverkehr in der Stadt neu organisieren

Weitere Entwicklungen sieht Haas auch beim Radverkehr. So müsse Kleve an einem Netz von Fahrradstraßen arbeiten, welches sternförmig von den Dörfern in die Stadt führe. In der Stadt müssten diese mit einem Ring verbunden werden.

Für die Landwirtschaft werde es bald eine Neuerung geben. Kleve hat eine Ansiedlung eines Unternehmens im Gewerbegebiet genehmigt, das mittels eines chemischen Prozesses aus Gülle Wasser macht.

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