Klimaschutz

Kleve will Wildblumenwiesen für Bienen anlegen

Blick auf den schön bepflanzten Minoritenplatz in Kleve.

Blick auf den schön bepflanzten Minoritenplatz in Kleve.

Foto: NRZ

Kleve.   Umweltbetriebe stellten den Klever Politikern im Umwelt- und Verkehrsausschuss ihre Pläne vor. Kleve soll eine insektenfreundliche Stadt werden.

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Kleve soll eine blühende, insektenfreundliche Stadt werden. Die Umweltbetriebe der Stadt Kleve (USK) wollen Randstreifen, Brachflächen und andere städtische Flächen insektenfreundlich in Wildblumenwiesen verwandeln, Schulen und Kitas sollen animiert werden, in einem Wettstreit ebenfalls auf ihren Gelände insektenfreundliche Flächen anzulegen.

Die Vorstellung, wie die USK sich ein insektenfreundliches Kleve vorstellen und wie noch dieses Jahr mit der Arbeit begonnen werden kann, kam bei den Mitgliedern im Umwelt- und Verkehrsausschuss am Donnerstagabend gut an. Zuvor hatte USK-Chef Karsten Koppetsch die Ergebnisse eines runden Tisches mit Teilnehmern aus Stadt, USK, Kreis, Politik sowie Studenten der Fachschule für Agrarwirtschaft auf Haus Riswick vorgestellt. Es geht dabei um städtische Flächen, zum Beispiel große Brachflächen in Industriebereichen oder entlang der Spoy, wo man kurzfristig eingreifen könne.

Blumengarten statt Schotterwüste

Es geht um private Flächen, wo man mit „Starter-Kits“ zum Blumengarten statt der Schotterwüste animieren möchte und schließlich um verpachtete landwirtschaftliche Flächen, wo es Rand- und Saumstreifen geben soll. Hier hat die Stadt, bestätigte Kämmerer Willibrord Haas, bereits die betroffenen Landwirte angeschrieben. „Wir haben nur aufgrund dieses Schreibens schon von mehr als der Hälfte eine positive Rückmeldung“, so der Klever Kämmerer.

„Wir mussten Vertreter des Kreises dabei haben, weil wir beispielsweise brachliegende Gewerbegrundstücke bearbeiten wollen. Die dürfen dann aber nicht zu schützenwerten Flächen deklariert werden, weil wir sie ja veräußern wollen“, erklärt Koppetsch die Lage. Man habe sich geeinigt, dass diese Flächen, wenn sie dann verkauft werden, auch weiter als einfache Gewerbeflächen gelten. Zusätzlich wird die USK die Gewerbebetriebe ansprechen, ob man nicht die Freiflächen entsprechend behandeln könne oder etwa große Dachflächen mit einem Gründach versieht.

Samentütchen für Kitas und Schulen

Für Kitas und Schulen sollen Samentütchen verteilt werden. Es soll Auszeichnungen für insektenfreundliche Kitas und Schulen geben. „Wenn wir dann entsprechende Flächen geschaffen haben, können wir auch Stadtrundgänge zu diesen Flächen organisieren – etwa für Schüler und Kindergärten“, sagt Koppetsch. Zusätzlich stehen auch entlang der Europaradbahn 16.000 Quadratmeter zur Verfügung.

„Das machen wir gerne“, so Koppetsch. Aber es werde auch kosten, mahnte der USK-Chef. Für die Bearbeitung von Wildblumenwiesen brauchen die Umweltbetriebe einen Balkenmäher und ein Sammelfahrzeug. Beide Anschaffungen kosten zusammen rund 25.000 Euro. Dazu muss das Saatgut für rund zehn Hektar Wildblumenwiese gekauft werden (rd. 75.000 Euro). Und weil Wildblumenwiesen nach der Blüte manchmal etwas wüst und verlassen aussehen und nicht immer auf Akzeptanz beim Bürger stoßen, braucht man 30.000 Euro für die Öffentlichkeitsarbeit. Benötigt werden vier Arbeitskräfte. Hier setzt Koppetsch auf die gute Zusammenarbeit mit dem Theodor-Brauer-Haus. Das Konzept von Koppetsch geht jetzt in die Fraktionen und stößt in der Politik auf positive Resonanz.

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