Aktionstag

Kleve wird kunterbunt

Hermann Emmers, Andreas Fateh und Sebastian Eul (v.li.) laden zum Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderung ein

Hermann Emmers, Andreas Fateh und Sebastian Eul (v.li.) laden zum Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderung ein

Foto: Claudia Gronewald / NRZ Kleve

Kleve.  Die Kreisgruppe Kleve des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes lädt für den 15. Juni zum Aktionstag in die Herzogstraße ein.

Dieser Tag soll bunt werden, kunterbunt. So jedenfalls wünschen es sich die Kreisgruppe Kleve des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes als Veranstalter und nicht weniger als 14 weitere Sozialverbände und Organisationen für ihren Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderung, den sie für Samstag, 15. Juni, auf die Beine stellen.

Eine Gesellschaft für alle

Unter dem Titel „Mach Kleve bunt – eine Gesellschaft für alle!“ wollen die Organisatoren Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringen. „Inklusion“, sagt Andreas Fateh, Geschäftsführer des Paritätischen im Kreis Kleve, „ist ein langwieriger Prozess. Sie ist nicht per Knopfdruck umsetzbar.“

Deshalb sei gegenseitiges Verständnis füreinander so wichtig und der Aktionstag eine Möglichkeit miteinander in Kontakt zu kommen. „Es ist gerade für uns als Sozialverbände mit Blick auf die derzeitige populistische Stimmung umso wichtiger mit diesem Thema präsent zu sein“, betont Fateh. „Die Teilnahme so vieler Träger ist eine hervorragende Sache, um auf unser Anliegen aufmerksam zu machen.“

Der Aktionstag wird inzwischen im elften Jahr von den beteiligten Organisationen getragen, in diesem Jahr zum zweiten Mal am neuen Standort im Bereich Herzogbrücke und Herzogstraße. Alle Bürger sind eingeladen zwischen 11 und 16 Uhr vorbeizuschauen.

Und vor allem Mitzumachen beim Bobbycarrennen, Riesenseifenblasen oder Malaktionen. Wer möchte, kann sich den Alterssimulationsanzug überstreifen, bei der Handicap-Fahrschule vorbeischauen oder den Wahrnehmungsparcours durchlaufen. Ganz viel geboten wird Familien mit Kindern. Auf sie wartet ein Streichelzoo, der Zirkus Schnick Schnack der Lebenshilfe Unterer Niederrhein, Tanz und ganz viel Musik.

Elf Infostände an der Herzogstraße

Den Veranstaltern ist natürlich auch wichtig zu informieren. An elf Infoständen entlang der Herzogstraße erfahren die Besucherinnen und Besucher Wissenswertes über die Arbeit etwa der Behinderten Sport Gemeinschaft, der Lebenshilfe gGmbh – Leben und Wohnen, des SOS-Kinderdorf Niederrhein oder des Vereins für sozialtherapeutische Angebote und Beratung, Papillon. Der Wohnverbund Kranenburg im LVR-HPH-Netz Niederrhein stellt mit „CABito“ eine Möglichkeit der barrierefreien Kommunikation vor. Im Mittelpunkt aller teilnehmenden Verbände stehen Themen rund um Teilhabe und Inklusion.

„Es geht um Begegnung“, sagt Sebastian Eul, Einrichtungsleiter der Kindertagesstätte Elterninitiative Regenbogen. „Wir kennen das aus unserem inklusiven Kita-Alltag. Der bietet aber natürlich nur einen begrenzten Rahmen, deshalb wollen wir raus in die Gesellschaft“, so Eul. Das sei wichtig und zukunftsorientiert, um Unsicherheiten im Umgang miteinander abzubauen.

„Es geht darum eine Grundhaltung gegenüber Menschen mit Behinderung zu entwickeln und Toleranz in den Alltag zu tragen“, weiß der Kita-Leiter.

Das sieht auch Hermann Emmers so und findet die Teilnahme der Lebenshilfe „gerade auch hinsichtlich der aktuellen Sozialpolitik“ wichtig. „Es muss ein gesamtgesellschaftliches Zusammenwirken geben“, sagt der Lebenshilfe-Geschäftsführer, „damit Teilhabe möglich ist.“

Eröffnungsrede auch für Gehörlose

Die offizielle Eröffnung des Aktionstages übernimmt der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Kleve, Klaus-Werner Hütz. Für Gehörlose wird seine Rede durch eine Gebärdendolmetscherin begleitet.

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