Baumschutz

Kleve: Zwei Linden müssen für eine neue Turnhalle weichen

Grundschule an den Linden Kleve Friday for Future setzten sich für Baumerhaltung bei Bau der Turnhalle ein

Grundschule an den Linden Kleve Friday for Future setzten sich für Baumerhaltung bei Bau der Turnhalle ein

Foto: Markus van Offern (mvo)

Kleve.  In Kleve gibt es Unmut über die Fälle von zwei alten Bäumen: Sie stehen dem Baugerüst und dem Baukran im Weg

Die Grundschule zwischen Frankenstraße, Römerstraße und Lindenallee hat ihren Namen von der wunderschönen Lage und der sie umgebenden Natur: An den Linden. Doch ein Teil dieser Bäume wurde von der Stadt Kleve gefällt, weil auf dem Gelände eine Turn- und eine Bewegungshalle gebaut werden. Weil jetzt noch zwei weitere Bäume, es handelt sich um große, alte Linden, gefällt werden sollen, die nicht unmittelbar auf dem zu bebauenden Gelände stehen, geht ein Anwohner auf die Barrikaden. Und auch die Umweltbewegung Fridays for Future schaltet sich ein.

Zwei Bäume wurden bereits gefällt

Die Details: Erst kürzlich vollzogen gemeinsam mit Bürgermeisterin Sonja Northing zahlreiche Stadtverordnete und Lehrer sowie Planer und Architekten den symbolischen Spatenstich für den Baubeginn der Bewegungshalle. Dass dafür alte Linden gefällt werden müssen, war an diesem Punkt wohl nicht jedem so klar. Ebenso erging es Clemens Giesen. Der Restaurator, der auch Mitglied bei den Offenen Klevern ist, wohnt direkt neben der Schule. „Als ich eines Morgens aus dem Fenster schaute, sah ich, dass auf dem Gelände zwei Bäume fehlen. Das hat mich stutzig gemacht“, erzählt Giesen. Die Stadtbestätigt die Fällung der beiden Bäume.

Nun macht sich Giesen Sorgen um zwei große Linden, die in der Nähe des Baugrundstücks stehen. Zu Recht, wie unsere Anfrage bei der Stadt ergab, denn auch diese beiden Bäume sollen gefällt werden. „Hinsichtlich der zwei angesprochenen Bäume wurde seitens der Verwaltung und der Baufirmen die Möglichkeit des Erhalts umfangreich geprüft. Im Ergebnis musste festgestellt werden, dass die Bäume durch die Bautätigkeit nicht überlebensfähig sein werden“, schreibt die Stadt Kleve.

Bäume stehen dem Baukran im Weg

Im Verlauf der Planung, der Vergabe des Rohbauauftrages sowie der Besprechungen vor Ort sei deutlich geworden, dass ein Baum in unmittelbarer Nähe der Aufstellfläche eines Baukrans stehe. Eine Verlegung der Aufstellfläche sei nicht möglich. Außerdem befinde sich die Baumkrone im Drehkreuz des Kranes. Der zweite Baum, der am neuen Mittelteil der Bewegungshalle steht, befindet sich im Bereich des Baugerüstes. „Eine Versetzung ist auch hier nicht möglich“, so die Stadt. „Für die gefällten Bäume werden entsprechende Ersatzpflanzungen vorgenommen“, heißt es abschließend.

Hier gibt es mehr Artikel und Bilder aus Kleve und UmlandClemens Giesen will sich damit nicht abfinden. „Dass aus den Ersatzpflanzungen große Bäume werden, erlebe ich nicht mehr“, sagt er. Giesen kann auch nicht verstehen, dass die Stadt den symbolischen Klimanotstand ausgerufen hat „und dann anders handelt, wenn es darauf ankommt.“ Nachdem er die Klever Ortsgruppe von Fridays For Future auf die Sache angesprochen hatte, wurde diese sofort tätig und hängte ein Plakat an eine der bedrohten Linden. „Bäume retten“, ist darauf zu lesen.

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