Straßenbäume

Klever Anwohner der Blumenstraße wünschen keine Bäume mehr

Barbara Smektala möchte keine Eichen mehr vor ihrem Grundstück.

Barbara Smektala möchte keine Eichen mehr vor ihrem Grundstück.

Foto: Andreas Gebbink / NRZ

Kleve.  Die Nachbarschaft der Blumenstraße ärgert sich über die Eichen vor dem Haus. Sie verursachen Schäden und machen viel Arbeit. Ein Ortstermin.

Barbara Smektala hat die „Nase gestrichen voll“. Die Anwohnerin der Blumenstraße hat zurzeit gut was zu tun. Vier Eichen stehen auf dem Gehweg vor ihrem Grundstück: „Und die machen unglaublich viel Arbeit“, ärgert sie sich. Die Eicheln, die Blätter, die Wurzeln: „In meinem Garten wächst kein Rasen mehr. Die Bäume entziehen meinem Grundstück sämtliches Wasser.“ Eine Thuja-Hecke habe es schon nicht überlebt und musste rausgerissen werden.

Barbara Smektala ist mit ihrem Unmut nicht allein. An der Blumenstraße wollen viele Nachbarn die stattlichen Eichen entfernen. Seit den 70er Jahren stehen die 19 Bäume hier und haben einen stattlichen Umfang. Am Donnerstagabend besuchte der Umweltausschuss der Stadt die Anwohner und informierte sich vor Ort. Lediglich zwei Anwohner sind für den Erhalt der Bäume.

Eicheln verstopfen die Regenrinne

Argumente, die Bäume zu fällen gab es reichlich: Die Wurzeln drücken die Pflasterung hoch, die Einfahrt zur Garage ist zu eng, die Eicheln verstopfen die Regenrinne und nachts fallen die Eicheln aufs Dach, so dass man kaum schlafen könne. Vor allem aber wollen die Anwohner weniger Arbeit. Zurzeit müssen sie täglich die Eicheln entfernen: „Das geht oft nur noch mit der Schneeschaufel“, schildert ein Anwohner. Im Herbst würden die Blätter nicht gleichzeitig fallen, sondern über viele Wochen verteilt.

Lediglich eine Anwohnerin traute sich eine andere Meinung zu haben. Sie ist dafür, dass die großen Eichen noch lange erhalten bleiben.

Im Umweltausschuss erläuterte Baudezernent Jürgen Rauer, dass man der Politik nun eine dezidierte Vorlage für jeden einzelnen Baum machen werde. Die Bäume hätten in der Tat Schäden am Gehweg verursacht und man müsse für jeden einzelnen Baum entscheiden, ob er gefällt werden soll oder nicht. „Jeder Baum hat eine andere Auswirkung“, so Rauer. Wichtig seien die Themen Unfallverhütung und Verkehrssicherungspflicht. Schäden auf den Grundstücken seien zu vermeiden. „Das ist das Hauptkriterium“, sagte Rauer.

Neupflanzungen sind nicht möglich

Eine Nachpflanzung mit anderen Bäumen sei nicht so einfach, erläuterte Tiefbauamtsleiter Bernhard Klockhaus. Die neuen gesetzlichen Vorgaben sehen bei einer Pflanzung deutlich mehr Freiflächen für den Baum vor. Die ließe sich in der Blumenstraße aber nicht realisieren.

Die Grünen sprechen sich klar für einen Erhalt der Bäume aus. Die Fraktionsvorsitzende Hedwig Meyer-Wilmes sah lediglich drei Bäume, die man fällen könnte. Sie schlug vor, dass die Eicheln möglicherweise von der Kehrmaschine der städtischen Umweltbetriebe eingesaugt werden könnten. „Die Eicheln sind für mich aber kein Grund, die Bäume zu fällen“, so Hedwig Meyer-Wilmes.

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