Landgericht

Klever bestreitet Mitarbeit auf Cannabis-Plantage in Goch

Die Zeugenaussage belastete den Angeklagten schwer.

Die Zeugenaussage belastete den Angeklagten schwer.

Foto: Niklas Preuten

Goch/Kleve.   Klever bestreitet vor dem Landgericht, auf einer Cannabis-Plantage in Goch gearbeitet zu haben. Doch ein Zeuge belastet ihn schwer.

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Er habe in seinem Leben noch nie einen Joint in der Hand gehalten. „Ich habe auch keine Ahnung davon, wie man eine Marihuana-Plantage betreibt“, versicherte der Angeklagte der 1. großen Strafkammer am Landgericht Kleve. Doch die Staatsanwaltschaft wirft dem Klever vor, tiefer im Drogengeschäft gesteckt zu haben, als er beim Prozessauftakt in einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung ausführte. Der 52-Jährige soll demnach von Dezember 2014 bis März 2015 auf einer Cannabis-Plantage gearbeitet haben, die in einer Halle in einem Gocher Gewerbegebiet versteckt war.

„Ich habe nichts damit zu tun“, ließ der Klever erklären. Er sei zwar oft in der Halle gewesen, weil sein Sohn dort Flächen für dessen Metallbaubetrieb angemietet und er ihm bei der Arbeit geholfen habe. „Ich war jedoch zu keinem Zeitpunkt in dem anderen Hallenteil, wo die Plantage gefunden wurde“, so der Angeklagte, der seit Mitte Mai in Untersuchungshaft sitzt.

Mehr als 20 Kilogramm Marihuana

Nach einem gezielten Hinweis stellte die Polizei bei einer Durchsuchung 600 erntereifen Pflanzen (12,1 Kilogramm Marihuana) und weitere 8,53 Kilogramm bereits abgeerntetes Marihuana sicher. Die Ermittler fanden zudem die DNA des 52-Jährigen an einem Handschuh. Er habe diesen wohl in der Halle getragen und liegen gelassen, so der Angeklagte. „Irgendwer anderes hat den Handschuh dann auf der Plantage benutzt.“

Ende 2014 habe er Ventilatoren-Geräusche gehört und seinen langjährigen Bekannten, den Ex-Mann der Hallenvermieterin, zur Rede gestellt. Irgendwann, so stellte es der Angeklagte dar, offenbarte dieser ihm die Drogenaufzucht und drängte ihn, den Mund zu halten. Der Betrieb seines Sohnes sei schließlich nach Marienbaum umgezogen.

Niederländischer Betreiber

Eine andere Version der Geschichte erzählte der Bekannte, der den 52-Jährigen als „Mitläufer“ bezeichnete, der gemeinsam mit ihm ein gutes Jahr lang für einen niederländischen Betreiber auf der Plantage in Goch gearbeitet habe. Der als Zeuge geladene Mann, der seine Haftstrafe bereits abgesessen hat, gab an, dass der Angeklagte bei mindestens zwei Ernten mitgeholfen habe. Seine Loyalität sei ihm vom Freund nicht gedankt worden, deshalb erzähle er nun die ganze Wahrheit, sagte der Zeuge.

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