Kampagne

Klever Eltern: Schaut weniger aufs Handy!

Die Stadt Kleve macht in einer neuen Kampagne auf den übermäßigen Konsum des Smartphones aufmerksam.

Die Stadt Kleve macht in einer neuen Kampagne auf den übermäßigen Konsum des Smartphones aufmerksam.

Foto: Stadt Kleve

Kleve.   Wenn Eltern ständig aufs Smartphone schauen, dann ist das schlecht für die Entwicklung der Kinder. Eine neue Plakatkampagne will sensibilisieren.

Mit einer neuen Kampagne macht die Stadt Kleve auf den übermäßigen Konsum von Smartphone, Tablet und Telefonen bei Eltern aufmerksam. Immer häufiger sieht man Eltern, die beim Schieben des Kinderwagens nicht mehr auf ihr süßes Baby schauen, sondern auf die Nachrichten des Handys. Was hat diese Entwicklung für Folgen, wenn Eltern immer weniger Zeit für ihre Kinder haben? Mit der Aktion „Sprich mit mir“ möchte der Fachbereich Jugend der Stadt Kleve auf diese Entwicklung hinweisen und sensibilisieren.

Smartphonekonsum ohne Ende

„Der rasant ansteigende Smartphone-Konsum der Eltern birgt viele Risiken und Gefahren, insbesondere in der kindlichen Entwicklung und schadet zudem der Eltern-Kind-Bindung“, schreibt der Fachbereich Familie der Stadt Kleve. Jan Traeder ist Leiter des Fachbereiches: „Für die kindliche Entwicklung ist der Kontakt zu den Eltern sehr wichtig. Da geht es nicht nur um den körperlichen Kontakt beim Windeln wechseln, sondern auch die emotionale Bindung ist enorm wichtig für die Entwicklung der Sprache.“ Eltern müssen ihrem Kind die ganze Aufmerksamkeit schenken, und da sei es egal, ob das Smartphone oder das spannende Buch dabei störe. „Aber heute läuft nun mal vieles über das Handy.“

Aufgekommen ist das Thema im Klever Arbeitskreis „Frühe Hilfe“. Den zuständigen Fachleuten aus Kindergärten, Grundschulen oder Beratungsstellen der Caritas ist aufgefallen, dass die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern oftmals durch das Smartphone gestört wird. Die Gefahr, dass man nicht mehr richtig zuhört, sondern lieber WhatsApp-Nachrichten liest, ist groß.

160 Fachkräfte wollten sich informieren

Die Netzwerk hat diesbezüglich jetzt eine Informationsreihe ins Leben gerufen, die prompt stark angenommen wurde. 160 Fachkräfte aus den Bereichen der Frühförderstelle, Kindertagespflege, Kindertageseinrichtungen, Schulen, Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern haben die erste Vortragsveranstaltung besucht. Auch Studenten des Studiengangs „Kindheitspädagogik“ der Hochschule Rhein-Waal, Logopäden, Psychologen, Therapeuten und Hebammen haben großes Interesse.

Der Diplom-Sozialpädagoge Holger Brauer, Mitarbeiter des Caritasverbands Kleve, wirkte bei diesen Veranstaltungen als Referent mit und gestaltete diese in Kooperation mit Veronika Boßmann-Schmitt vom Jugendamt der Stadt Kleve. In den Vorträgen wurde neben der Bedeutung des Smartphones in der heutigen Gesellschaft vor allem die Wichtigkeit der Vorbildfunktion von Eltern beschrieben, damit Schäden in der Entwicklung der Kinder vorgebeugt werden können.

Poster sollen sensibilisieren

Das Netzwerk „Frühe Hilfen“ entwickelte auch vier Postkarten und Poster, die das Thema aufgreifen: „Mit einem Bild hat man alles gesagt“, freut sich Jan Traeder. Die Poster werden jetzt in Schulen, Praxen, Kindergärten, Beratungsstellen und dem Klever Kino aufgehängt.

Für dieses Jahr ist noch eine weitere Veranstaltung geplant sowie ein Fachtag der Klever Netzwerke „Frühe Hilfen & Kinderschutz“ am 20. November im Kolpinghaus.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben