Umweltdiskussion

Klever Klimanotstand: Heizpyramiden mussten entfernt werden

Das waren die Gaspyramiden in der Klever Innenstadt. 

Das waren die Gaspyramiden in der Klever Innenstadt. 

Foto: Sven Verfondern / Verfondern

Kleve.  Die Händler der Kavarinerstraße wollten den Weihnachtsmarkt mit Stimmungslichtern unterstützen. Doch dann gab’s Kritik wegen des Klimanotstandes.

Wirtschaftsförderer Joachim Rasch fand es ein schöne Idee: Als er am Mittwochabend durch die Kavarinerstraße zum Weihnachtsmarkt lief dachte er sich noch: „Mensch, das sieht ja klasse aus. Eine gute Sache.“ Die Händler der Kavarinerstraße hatten zur Unterstützung der Weihnachtsatmosphäre vor ihren Läden heimelig anmutende Heizpyramiden aufstellen lassen. Doch diese wurden am Donnerstag auf Veranlassung des Klever Ordnungsamtes wieder entfernt.

Grüne waren verärgert

Grund waren kritische Fragen der Grünen im Klever Hauptausschuss. Die Kommunalpolitiker ärgerten sich über die zahlreichen mit Gas betriebenen Heizpilze in der Kavarinerstraße und auf dem Klever Weihnachtsmarkt: „Das ist einfach ein doofes Zeichen“, sagt die Grüne Stadtverordnete Wiltrud Schnütgen. „Alle fünf bis zehn Meter stehen diese Heizpilze vor den Geschäften. Wir rufen den Klimanotstand aus und machen uns viele Gedanken und dann sieht man in der Fußgängerzone überall diese Heizstrahler“, ärgert sie sich.

In einer offiziellen Stellungnahme schreiben die Grünen: „Niemand rechnet in Einkaufsstraßen mit Wärmestrahlern, sie stehen hier wohl weniger zum Wärmen als eher zu dekorativen Zwecken. Wer immer diese Idee gehabt hat, er dürfte doch wohl mitbekommen haben, dass in Kleve der symbolische Klimanotstand ausgerufen wurde.“ Durch die Kavarinerstraße würden zur Zeit viele kopfschüttelnd gehen, angesichts dieser Ignoranz, so die Grünen.

Kritik sei nicht gerechtfertigt

Gert Schel, Vorsitzender des Klever Weihnachtsmarktes, kann mit der Kritik nicht viel anfangen: „Wir wollen es den Besuchern des Weihnachtsmarktes schon ein wenig wohlig machen. Wenn man jetzt den neuen Markt mies machen möchte, dann muss man uns das direkt sagen“, meint er. Den Umweltaspekt sehe er nicht: „Da wird nur wenig CO2 freigesetzt. Wir verbrennen hier ja keinen Diesel“, so Schel.

Sven Verfondern vom gleichnamigen Schuhhaus findet die Aktion auch ziemlich übertrieben: „Wir wollten damit eigentlich die Stimmung des Weihnachtsmarktes unterstützen“, sagt er. Die Klimadebatte halte er an dieser Stelle für überzogen: Viele Kunden hätten die Heizpyramiden als schön empfunden und die Atmosphäre gelobt. „Da haben sich auch einige gewärmt“, berichtet er.

Pyramiden wurden abgeholt

Die Pyramiden wurden am Donnerstagvormittag durch den Vermieter wieder abgeholt. Nach Angaben von Verfondern reiche eine 11 Kilo-Gasflasche für zwölf Stunden Flammenspaß. „Wir haben die Lichter auch erst am Nachmittag angemacht. Mit einer Gasflasche wären wir also drei bis vier Tage hingekommen“, versichert der Geschäftsmann Verfondern.

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