Klimaschutz

Klever Kreistagsbeschluss ist reine Symbolpolitik

Andreas Gebbink

Andreas Gebbink

Foto: NRZ / nRZ

Kreis Kleve.  500.000 Euro für Blumen ersetzen kein durchdachtes Klimakonzept. Warum traut der Kreis sich nicht an innovative Maßnahmen zum Klimaschutz?

Wenn man sich den Antrag von CDU und FDP zum Thema Klimaschutz im Kreistag durchliest, dann muss man schon fast verzweifelt lachen: Geht es denn noch belangloser? Wie weichgespült soll die Rettung unserer Erde denn noch daher kommen, damit wir eine Verhaltensänderung auf allen Ebenen unserer Gesellschaft bewirken? Wir leben in Saus und Braus auf Kosten anderer Menschen dieser Erde und trauen uns nicht mutige Lösungen zu suchen? „Klimaschutz geht uns alle an.“ Na herzlichen Glückwunsch, liebe Christ- und Freidemokraten, für diese labberige Feststellung brauchen wir Euch nicht. Anstatt sinnvolle Dinge auf den Weg zu bringen und ein Konzept zu erarbeiten, werden vor dem Hintergrund der anhaltenden öffentlichen Debatte 500.000 Euro in die Runde geworfen, um damit Symbolpolitik zu betreiben.

Energetische Baumaßnahmen sind selbstverständlich und auch gesetzlich vorgeschrieben

Blühstreifen auf Äckern und begrünte Dachflächen auf Gebäuden sind schön für den Arten- und Insektenschutz. Aber soll dies etwa die ernsthafte Antwort für eine Klimapolitik des Kreises Kleve sein? Lächerlich!

Die einzelnen energetischen Baumaßnahmen des Kreises der vergangenen Jahre sind schön und gut. Aber bitte: Sie sind selbstverständlich, weil sie dem Portemonnaie gut tun und weil der Gesetzgeber sie ja auch einfordert (Stichwort Energieeinsparverordnung). Also, bitte keine Augenwischerei an dieser Stelle.

Der Kreis sollte innovative Konzepte auf den Weg bringen

Nein, der Kreis muss wirklich etwas tun. Er kann massiver Einfluss auf den ÖPNV nehmen, er könnte sich gegen Billigflüge am Airport Weeze aussprechen, er könnte eine kritische Stimme als Aktionär bei der RWE erheben, er könnte Konzepte für neue Mobilitätsformen, für neue Wohnformen, für die regionale Energieversorgung, für Aufforstungen oder für die Rekultivierung von CO2-speichernden Mooren am Niederrhein in Auftrag geben. Für echten Klimaschutz kann man sich so viele Projekte denken – und nicht nur 500.000 Euro für Blümchen ausgeben – auch wenn die Insekten sich freuen werden.

Auch interessant
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben