Musik-CD

CD-Projekt: Klever Musiker spielen barocke Musik

Anna Hendriksen und Michael Behrendt habe eine neue CD eingespielt.

Anna Hendriksen und Michael Behrendt habe eine neue CD eingespielt.

Foto: Andreas Daams

Kleve.   Anna Hendriksen und Michael Behrendt legen ihre zweite CD mit Werken für Querflöte und Orgel vor. Spannende Musik vom Barock bis zur Moderne.

Gerade haben sie noch in Düsseldorf für einen Auftritt geprobt. Anna Hendriksen, aus Kleve stammende Querflötistin, und Michael Behrendt, Kantor in St. Willibrord in Kellen und an der Klever Unterstadtkirche, mussten die Akustik testen und ihr Spiel an die örtlichen Gegebenheiten anpassen. Schwer fällt ihnen das nicht. „Wir verstehen uns musikalisch blind“, sagt Behrendt über ihre Zusammenarbeit. Als sie vor einigen Jahren erstmals gemeinsam ein Konzert spielten, war schnell klar: Dabei soll es nicht bleiben. Darum hoben sie 2012 die Neujahrskonzerte für Querflöte und Orgel aus der Taufe, die seither jedes Jahr stattfanden.

Ein professionelle CD

„Man übt für das Konzert, und dann verpufft das alles so“, sagt Anna Hendriksen. Also vergrößerten sie ihren Wirkungskreis. Einerseits. Konzerte in Recklinghausen, Düsseldorf, Schmallenberg – hier können sie aus ihrem inzwischen erstaunlich großen Repertoire schöpfen. Andererseits: Warum nicht die Stücke professionell aufnehmen und eine CD produzieren?

Diese Idee hatten sie schon vor zwei Jahren. Da entstand ihre erste gemeinsame CD. Jetzt ist die zweite herausgekommen, namens „Windspiele für Flöte und Orgel“ . Da die Besetzung Querflöte und Orgel nicht allzu bekannt ist, könnte man glauben, dass es nicht ganz einfach sei, überhaupt genügend Stücke zu finden. Ist aber überhaupt nicht so, sagt Michael Behrendt. Neben Barockmusik mit ihrem Continuo-Part gibt es etliche Originalwerke aus Romantik und Moderne.

Musikalische Leidenschaft

Hinzu kommen Bearbeitungen. Das Hauptwerk auf der neuen CD ist von der hierzulande recht unbekannten französischen Komponistin Cécile Chaminade, im Original ein Concertino für Flöte und Orchester. Die Orgel wird also zum Klangfarbkasten. „Das kommt meiner Leidenschaft entgegen, mit Klangfarben zu experimentieren“, sagt Behrendt.

Ein buntes Programm, das verschiedene Epochen und Stile abdeckt, in dem manche Stücke leicht zu hören sind und andere anspruchsvoller klingen – diese Idee verfolgen die beiden Musiker nicht nur bei ihren Konzerten, sondern auch bei ihren CDs, Die Marco van Heys aufgenommen hat. Für Anna Hendriksen war es schon die vierte CD.

Eingespielt haben sie die jüngste mit neun Werken von Bach bis Ravel, übrigens in der Gocher Arnold-Janssen-Kirche. „Die Akustik dort hat uns bei einem Konzert so begeistert, dass wir sie unbedingt dort aufnehmen wollten.“ Einen ganzen Tag haben sie dort intensiv gearbeitet.

Dozentin an der Hochschule

Das Ergebnis kann sich hören lassen. Virtuose Leckerbissen und langsame, ruhig dahinschwebende Stücke wechseln sich ab, man entdeckt bekannte Werke wieder und unbekannte neu. Ihre Zusammenarbeit wollen die beiden auf alle Fälle fortsetzen. Auch wenn Anna Hendriksen eher selten in Kleve ist.

Sie arbeitet künftig als Musikschullehrerin in Iserlohn und als Dozentin an der Robert-Schumann-Musikhochschule in Düsseldorf. „Das Unterrichten macht mir großen Spaß, aber ich konzertiere auch sehr gerne.“ So dürfen sich die Klever weiterhin hin und wieder auf Konzerte mit den beiden freuen – spätestens Neujahr 2018.

Die CD „Windspiele für Flöte & Orgel“ ist in der Buchhandlung Hintzen erhältlich.

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