„traperto“

Klever Software-Firma sucht Nachwuchsprogrammierer

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Die Projektmanager Bastian Linsen und Thorsten Rintelen.

Die Projektmanager Bastian Linsen und Thorsten Rintelen.

Foto: Andreas Daams / NRZ

Kleve.  Die „traperto GmbH“ entwickelt Software für internationale Konzerne – und sucht Nachwuchsprogrammierer. Das müssen darüber Schüler wissen.

Aus dem Fenster geht der Blick ins Grüne. Jedenfalls aus dem Glasfenster. Das andere Fenster ist das zur großen weiten Welt der Informationstechnologie. Die meisten Leute schauen ja jeden Tag auf ihre Bildschirme, machen irgendwas und sind froh, wenn alles halbwegs funktioniert. Auf der anderen Seite sitzen diejenigen, die die Programme schreiben. Und die sitzen zum Beispiel in Kleve. Mit Blick ins Grüne und kostenlosen Parkplätzen vor der Tür. „Schon das könnte für jemanden in der Großstadt ja ein Argument sein, bei uns anzufangen“, findet Thorsten Rintelen.

Knapp 20 Mitarbeiter

Er ist Abteilungsleiter Programmierung bei der „traperto GmbH“. Die Firma mit knapp 20 Mitarbeitern entwickelt Systeme, mit denen Unternehmen ihre Mitarbeiter schulen können. Und nicht nur das: Unternehmen können messen, welche Effekte die Fortbildungen haben, ob die Maßnahmen für Bildung also erfolgreich sind. Entsprechend groß sind die Unternehmen, die Software von „traperto“ einsetzen. Dazu gehören etwa Vodafone, Deichmann oder Motel One.

„Wir stellen keine inhaltlichen Themen oder Seminare zur Verfügung, sondern die benötigten Tools“, erläutert Rintelen. Wichtig dabei: Die Software wird genau so auf den Kunden zugeschnitten, wie er es benötigt. „Es gibt schon viele Mitbewerber auf dem Gebiet“, sagt er. Zum Beispiel SAP. Rintelen: „Aber wir sind kleiner, schneller, schöner und günstiger als viele andere.“

Aus Softwareschmiede „db-central“ hervorgegangen

Hervorgegangen ist „traperto“ aus der Klever Softwareschmiede „db-central“. Hier hat Rintelen, Jahrgang 1979, seine Ausbildung gemacht. Als „db-central“ nicht mehr weitermachen konnte, entstanden drei Nachfolgefirmen. Rintelen wurde Gründungsmitglied und Mitgesellschafter bei „traperto“. Den Schritt hat er nicht bereut. Man kann im Büro arbeiten oder von zu Hause, im Prinzip könnte auch jemand aus Karlsruhe so bei der Klever Firma arbeiten. „Solche Menschen werden wir verstärkt suchen“, sagt Thorsten Rintelen, der auch für die Auszubildenden im Unternehmen zuständig ist.

Und da ist man dann auch schon mitten beim Thema Fachkräftemangel. Rintelen selbst und die meisten anderen bei „traperto“ haben hier in Kleve das Programmieren gelernt und ihre Ausbildung gemacht. „Der ideale Mitarbeiter wäre jemand, der ein Studium abgeschlossen und in der Großstadt Erfahrung gesammelt hat, dann aber wegen der Familiengründung zurück in den Kreis Kleve zieht.“ Zugleich findet Rintelen, dass ein Studium gar nicht nötig ist. Wichtig ist, dass man programmieren kann.

Nachwuchsakademie gegründet

Und zu diesem Zweck hat „traperto“ nun seine eigene kleine Akademie ins Leben gerufen. Die Idee ist: den Nachwuchs selber heranziehen. „traperto“-Mitarbeiter sind daher unterwegs in Informatik-AGs an den hiesigen Schulen, sie wollen ab November gezielt auch Lehrer ansprechen, um ihnen zu zeigen, wo aktuell die Herausforderungen liegen.

In der Akademie sollen dann Schüler ab 14 Jahren erfahren, wie das Arbeitsleben aussieht. „Wir wollen eine Orientierungshilfe geben“, sagt Rintelen. Eine Mischung aus Vorträgen und eigenem Programmieren soll die Akademie bieten, ab Anfang September soll es losgehen. Geplant sind zwei Gruppen, eine für Anfänger und eine für Fortgeschrittene. Man trifft sich einmal pro Woche für zwei Stunden. Natürlich ist das Angebot kostenlos – „traperto“ hofft darauf, dass der eine oder andere später hier seine Ausbildung macht oder nach dem Studium zurückkehrt. Arbeit gibt es genug.

Die Programmierarbeit können übrigens auch Frauen tun. „Wir haben keine Frau im Programmierteam“, klagt Rintelen. Und auch bei den Praktikanten komme ein Mädchen auf zehn Jungs. „Bei den Informatik-AGs in den Schulen gibt es auch viel mehr Jungen als Mädchen“, hat Rintelen beobachtet. Dabei seien die mathematischen Begabungen doch gleich verteilt.

Infos zur Akademie und Anmeldemöglichkeiten findet man auf der Homepage traperto.com.

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