Katholische Kliniken

Kliniken wollen kooperieren

Viel Bewegung im Krankenhauswesen.  Foto: © Ingo Otto

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Kreis Kleve.Der Verbund der katholischen Kliniken im Kreis Kleve (KKiKK) bereitet weitere Kooperationen mit dem St. Clemens-Hospital in Geldern vor.

In der Mitarbeiterzeitung der Klever Kliniken schreibt Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Enders, dass seit August 2010 Verhandlungen mit dem Träger des Gelderner Krankenhauses, ctt mbh, geführt werden. Auf NRZ-Nachfrage betont Enders: „Zwischen Vertretern der Katholischen Kliniken im Kreis Kleve und der cusanus trägergesellschaft trier finden verbindliche Abstimmungsgespräche zu einer Eingliederung der Geldener Einrichtungen in die KKIKK GmbH statt.“

Einige Punkte seien bereits geklärt, weitere müssen noch geprüft und abgestimmt werden. Der Zusammenschluss werde von den Verhandlungspartnern als Stärkung des bereits bestehenden Verbundes gewertet. Einige Verbesserungspotenziale im medizinischen, insbesondere aber im nichtmedizinischen Bereich seien vorhanden.

Versorgung wird
verbessert

„Nun werden die bisher ausgearbeiteten Vertragsentwürfe inhaltlich geprüft und in den jeweiligen Gremien – Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung – besprochen“, betont Enders. Und: „Ziel ist es, bis Ende des ersten Quartals 2011 Klarheit zu gewinnen, ob die Rahmenbedingungen, unter denen eine Eingliederung der Gelderner Einrichtung in den Klinikverbund KKIKK erfolgen kann, einvernehmlich vereinbart werden können.“ Hauptgeschäftsführer Enders ist davon überzeugt, das der Zusammenschluss perspektivisch für den Kreis Kleve ein großer Gewinn wäre: „Die medizinische Versorgungsqualität könnte für die Bewohner des Kreises Kleve und der Region weiter verbessert werden.“

In einem Gespräch mit der NRZ bestätigte Enders zudem, dass auch mit dem Emmericher und Weseler Krankenhaus Kooperationsgespräche laufen. „Hier sind wir in einer Anfangsphase zu Überlegungen hinsichtlich einer engeren Zusammenarbeit“, sagte Enders. Ziel der neuen Kooperationen seien nicht nur Kosteneinsparungen. So könne man bei einer Kooperation mit dem Gelderner Hospital Kosten beim Einkauf sowie bei der Lagerverwaltung und in der kaufmännischen Verwaltung sparen.

Kündigungen sind
ausgeschlossen

Enders betont, dass Kündigungen mit diesem Zusammenschluss ausgeschlossen sind. Vielmehr könne man durch eine Organschaft Synergien in signifikanter Größenordnung erzielen. So beliefere man bereits vom Zentrallager in Uedem das Gelderner Krankenhaus mit Medikamenten und müsste auf diese Dienstleistungspauschale 19 Prozent Mehrwertsteuer zahlen. Die Steuern würde bei einer Kooperation entfallen, so Enders. Der von Kosteneinsparungen in Höhe eines sechsstelligen Betrages spricht.

Das St. Clemens Hospital in Geldern werde eine eigenständige GmbH bleiben, betont Enders weiter. Gespräche gibt es auch mit der katholischen Pro Homine-Gruppe – ein Zusammenschluss des Emmericher St. Willibrord-Spitals und des Weseler Marien-Hospitals. Enders bestätigte der NRZ, dass sich Aufsichtsräte und Geschäftsführung zu ersten Abstimmungsgesprächen getroffen hätten, um „Vorteile und Nachteile einer rheinübergreifenden Zusammenarbeit auszuloten“.

Gespräche mit Pro Homine sind noch am Anfang

Eine Kooperation der beiden Klinikverbünde sei „nicht auszuschließen“, so Enders. Ähnlich wie im Fall Geldern sieht der Hauptgeschäftsführer auch hier die Kosteneinsparungen bei der Mehrwertsteuer im sechsstelligen Bereich. Die Gespräche mit der Pro Homine-Gruppe seien noch am Anfang und kurzfristig sei mit keiner Entscheidung zu rechnen. Ein mittelfristiger Zeithorizont bis zu fünf Jahren sei aber realistisch.

Der Verbund der Katholischen Kliniken hat bereits in den vergangenen Jahren Schwerpunktkrankenhäuser entwickelt. So gibt es zum Beispiel in Kleve eine spezialisierte Abteilung für Herzerkrankungen (Kardiologie), für Nierenkrankheiten (Nephrologie/Dialyse), für Erkrankungen des Magen-Darm-Bereichs (Gastroenterologie/ Visceralchirurgie), für urologische und gynäkologische Erkrankungen (Urologie/Gynäkologie), der Muskel-Skelett-Erkrankungen (Unfallchirurgie/Orthopädie) einer Geburtshilfe mit angeschlossener Kinderklinik und Frühgeborenenstation und nicht zuletzt die Versorgung von Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen.

Goch zeichnet sich durch das Krebszentrum aus und hat eine Anerkennung als Brustkrebszentrum. Auch auf dem Gebiet der Lungenerkrankungen (konservativ Pneumologie, operativ Thoraxchirurgie) hat man sich hier spezialisiert. Die Palliativversorgung rundet das Leistungsprofil ab.

In Kevelaer setzt man Schwerpunkte bei der Neurologie, der Angiologie, der Gefäßchirurgie sowie der Hals-Nasen-Ohrenärztlichen stationären und ambulanten Versorgung, Kalkar punktet mit einer Tagesklinik für psychiatrische Patienten, einer gerontopsychiatrischen Station sowie einer interdisziplinären Demenzstation, der einzigen im Kreis Kleve.

Weitere Kooperationen
liegen auf der Hand

Gleichwohl liegen mehrere Kooperationen auf der Hand: So gibt es in Emmerich und Goch Schwerpunkte auf dem Gebiet der Lungenerkrankungen. Bei der Radiologie gibt es eine Zusammenarbeit zwischen Kleve und Emmerich.

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