Politik

Kranenburger Politik stoppt noch nicht Windkraft-Projekt

Im Reichswald wird es vorerst keinen Windpark geben. Hier eine Luftbildaufnahme der Naturwaldzelle Geldenberg. Dieses Gebiet war nicht für den Windpark vorgesehen.

Foto: Wolfgang Remy

Im Reichswald wird es vorerst keinen Windpark geben. Hier eine Luftbildaufnahme der Naturwaldzelle Geldenberg. Dieses Gebiet war nicht für den Windpark vorgesehen. Foto: Wolfgang Remy

Kranenburg.   Der Bau von Windkraftanlagen im Reichswald ist unwahrscheinlich. Kranenburger Rat will aber warten, bis der Regionalplan beschlossen ist.

Vieles gab es noch zu erledigen in der letzten Sitzung des Kranenburger Rates vor den Sommerferien. Im Mittelpunkt standen zwei Themen: Wie umgehen mit den Erklärungen im noch zu verabschiedenden Regionalplan zur Windkraft im Wald und wie lässt sich die Verkehrsführung im Neubaugebiet Binnenfeld (Nelson Mandela-Straße, Martin Luther-King-Straße) optimieren.

Die SPD-Fraktion hatte beantragt, das Verfahren (Flächennutzungsplan) zur Nutzung des Reichswaldes für die Errichtung von Windkraftanlagen angesichts der Ausrichtung der neuen Landesregierung zu diesem Thema zu beenden. „Wir waren von dieser Entwicklung nicht begeistert“, erklärte Jürgen Franken (SPD). Man sei auch weiterhin für Windkraft in Kranenburg, wo sie denn realisierbar sei. „Aber der Regionalrat hat Vorranggebiete wie den Reichswald herausgenommen. Wir sollten jetzt keinen toten Gaul weiter reiten, sondern das Projekt beerdigen“, appellierte er an den Rat.

SPD-Antrag abgelehnt

Anders sah das Joachim Janßen, CDU-Fraktionsvorsitzender: Das Flächennutzungsplan-Verfahren stand seit fünf Jahren auf sicherem Boden und Windenergie ist weiterhin im Wald vorgesehen.“ Was sich nun manifestiere, sei der politische Wille, die Vorrangfläche heraus zu nehmen. „Ich will keine Änderung aus eigenem Antrieb vorantreiben, sondern auf eine entsprechende Rechtsgrundlage warten“, so Janßen. Ähnlich sahen es FDP und Bündnis 90/Die Grünen. Michael Baumann-Matthäus (Grüne): „Warum sollen wir vorpreschen? Wir werden reagieren, wenn der Regionalplan beschlossen ist.“ Bürgermeister Günter Steins schloss sich an. „Wir sollten bei der Position bleiben, die wir für richtig gehalten haben. Unser FNP-Verfahren bezieht sich auf den derzeit noch gültigen Regionalplan.“ Die Chancen für eine Realisierung des Projektes aber sah er wie die SPD nicht mehr gegeben. Der Antrag wurde abgelehnt.

Ausführlich trug Jürgen Franken (SPD) die Verkehrssituation im Bereich Binnenfeld II und III vor (NRZ berichtete). Insbesondere die vor gut zwei Wochen angebrachten Poller stießen auf Kritik der Anwohner. Ein Anwohner der Leisnerstraße beklagte zudem, dass Autofahrer wegen der engen Straße auf sein und das Grundstück seines Nachbarn ausweichen würden. Die SPD beantragte den Rückbau der Abpollerung (Martin Luther-King-Straße), die neue Abringung von Pollern in van-Ackeren-Straße und Leisnerweg sowie die Öffnung der von-Galen-Straße als Erschließungsstraße.

Kritik an Pollern im Bereich Binnenfeld II und III

Dazu nahm Paul-Heinz Böhmer Stellung, Ortsvorsteher in Nütterden und langjähriger Leiter der St. Georg-Grundschule. „Wenn die von-Galen-Straße als Erschließungsstraße geöffnet wird (derzeit ist sie eine Sackgasse. Anm. d. Red.), kann theoretisch der gesamte Verkehr aus dem Binnenfeld über sie zum Hohen Weg fahren“, erklärte Böhmer. Dadurch werde das schon jetzt sehr hohe Verkehrsaufkommen deutlich erhöht. Die von-Galen-Straße ist darüber hinaus Zugangsweg der Grundschüler, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Schule kommen. Auch Besucher der Bücherei nutzen diesen Weg. Lehrer fahren dort zu ihren Parkplätzen. „Hier würde eine prekäre und gefährliche Situation für die Grundschüüler entstehen“, warnte Böhmer.

„Wir möchten es den Anliegern möglichst recht machen“, befand Steins, 210 Grundschüler aber sehe ich in Punkto Sicherheit als schwerwiegenderes Argument.“ Einig war man sich im Rat, dass es Probleme gibt. Eine Anbindung des Baugebietes an die Römerstraße ist nicht genehmigungsfähig. Nun will man auf Vorschlag der SPD einen Ortstermin und Verkehrsmessungen vornehmen. Die CDU regte einen solchen Termin nach den Sommerferien an (der Planungsausschuss tagt am 7. September). Konkret beschäftigen will man sich mit dem Thema im Frühjahr.

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