Corona

Kreis Kleve: Corona-Teststellen erhöhen Kapazitäten

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Silvia Thon betreibt in Kalkar eine Teststation. Zurzeit sei es wieder sehr chaotisch.

Silvia Thon betreibt in Kalkar eine Teststation. Zurzeit sei es wieder sehr chaotisch.

Foto: Andreas Gebbink / NRZ

Kreis Kleve.  Wegen der neuen Corona-Verordnung gilt unter anderem am Arbeitsplatz 3G. Teststellen im Kreis Kleve stellen sich deshalb auf mehr Andrang ein.

Mit Inkrafttreten der neuen Corona-Schutzverordnung gilt in vielen Bereichen nun die 3G-Regel. Nicht nur im öffentlichen Personennahverkehr, sondern auch am Arbeitsplatz brauchen Bürgerinnen und Bürger seit Mittwoch (24. November) nun jeden Tag einen negativen Corona-Test, sofern sie weder zweifach geimpft oder genesen sind.

Im Kreis Kleve werden die Testzentren also wieder eine gefragte Anlaufstelle. Während einige Teststellen kaum Schwierigkeiten bei der Terminvergabe haben, gibt es mancherorts noch Startprobleme.

Corona-Tests: In Kalkar sei das „absolute Chaos“ ausgebrochen

Seit Dienstagabend sei wieder das „absolute Chaos“ ausgebrochen. „Hier stehen dann auf einmal Menschen, die sich nicht angemeldet haben und sich unbedingt testen lassen wollen und ich weiß noch nicht einmal um die Details“, ärgert sich Silvia Thon, die in Kalkar-Kehrum an der Wöhrmannstraße ein Testzentrum betreibt. Erst am Mittwochvormittag waren für sie die letzten Details geklärt.

So weiß sie jetzt, dass alle durchgeführten Tests kostenlos sind und sie mit ihren Kunden nicht direkt abrechnen muss. Auch können Unternehmen zwei Mal in der Woche ihre Mitarbeiter selbst testen, wenn sie dafür geschultes Personal haben. Ansonsten gilt: Mitarbeiter müssen an jedem Arbeitstag einen Coronatest vorlegen, wenn sie nicht geimpft oder genesen sind.

Silvia Thon bietet ausschließlich Spucktests an, die in der Anschaffung deutlich teurer seien als die gängigen Nasenabstrich-Tests. Sie rechnet jetzt wieder mit einer deutlichen Zunahme von Tests. Die Terminvergabe hat sie deutlich ausgeweitet. Normalerweise kann man sich bei ihr nur am Abend testen lassen.

Teststellen fahren Kapazitäten wieder hoch

In den Praxen der Zahnwelten Paessens werden ebenfalls seit jeher Corona-Tests angeboten. Sowohl in Kalkar auf der Monrestraße, in Kleve auf der auf der Hoffmannallee als auch in Kevelaer (Hüls 21) gibt es kostenlose Bürgertests in den Zahnarztpraxen. In Kalkar und Kleve herrschte am ersten Tag der neuen Corona-Schutzverordnung ein großer Andrang: „Wir hatten bereits sehr viele Tests. Bis zum Mittag gab es einen großen Ansturm“, berichtet eine Mitarbeiterin.

Deswegen seien die Öffnungszeiten in den drei Praxen auch wieder verlängert worden, um mehr Kapazitäten für die Corona-Tests zu haben. Einen Termin müsse man vorher nicht zwingend vereinbaren, Wartezeiten sollte man jedoch einkalkulieren, sagt die Mitarbeiterin. „In den Stoßzeiten müssen Leute auch mal zehn bis 15 Minuten warten, vor allem, wenn Bürger sich doch einen Termin geben lassen. Die kommen dann eher dran.“

Im Gocher Testzentrum auf der Gartenstraße auf dem alten Aldi-Parkplatz hat sich die Anzahl der Corona-Tests ebenfalls erhöht. „Wir haben gut zu tun, es kommt zu mehr Testungen. Das war abzusehen. Und dass nicht erst, seitdem die 3G-Regel für den Arbeitnehmer und den Nahverkehr gilt, sondern seit dem die Bürgertests wieder kostenlos sind“, erklärt Testzentrumsleiter Christian Borgmann.

Testzentrum in Goch war nie geschlossen

Überfordert sei sein Testteam vor Ort nicht mit dem drohenden Ansturm auf sein Testzentrum, stellt Borgmann fest. „Wir sind gut aufgestellt und in der Lage die Situation, gut zu meistern und jedem der will, einen Corona-Test anzubieten.“ Wer sich vor Ort testen lassen will, benötigt auch in Goch nicht zwangsläufig einen Termin. Wie eine Mitarbeiterin erklärt, gebe es zwei Warteschleifen. Eine für Bürger, die vorher keinen Termin vereinbart haben und eine für Bürger mit Termin. Auch in Goch könne es daher vereinzelt zu längeren Wartezeiten kommen. Bislang blieben alle Menschen aber „entspannt“.

Als im Sommer die Impfquote in NRW und der Region anstieg und die Inzidenz im Kreis Kleve fiel, hielt Christian Borgmann das Testzentrum in weiser Voraussicht weiterhin offen. „Das Testzentrum war nie geschlossen, wir haben die Kapazitäten nur nach und nach runtergefahren. Als die Tests kostenpflichtig wurden, war natürlich weniger los, aber das ändert sich ja aktuell wieder. Deswegen haben wir das Testzentrum mit Absicht nicht geschlossen.“

Dass sich die Lage so zuspitzen würde, hätte der Veranstaltungstechniker bis vor Kurzem jedoch nicht erwartet. „Bis vor einigen Wochen sah es ja so aus, als ob man die Pandemie in den Griff bekommen hat. Leider ist es nun anders gekommen.“ Deswegen sei es richtig gewesen, dass Testzentrum offen gehalten zu haben. „Wir sind gut organisiert und kennen die Abläufe bei den Tests. Wir wollen unseren Beitrag leisten, damit wir die Pandemie bekämpfen können, damit im Sommer wieder Normalität herrscht“, hofft Christian Borgmann.

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