Politik

Kreis Kleve: Frank Thon will den SPD-Vorsitz

Frank Thon ist Gewerkschaftssekretär der DGB Region Niederrhein.

Frank Thon ist Gewerkschaftssekretär der DGB Region Niederrhein.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Kreis Kleve.  Der Gewerkschaftssekretär aus Uedem kandidiert für den Kreisvorsitz der SPD. Die Partei benötige eine inhaltliche und personelle Erneuerung.

Frank Thon möchte Vorsitzender der SPD im Kreis Kleve werden. Der DGB-Gewerkschaftssekretär hat seine Kandidatur am Freitagnachmittag per Facebook der Öffentlichkeit mitgeteilt. Der NRZ Kleve gab er vorab ein Interview.

Thon möchte für eine personelle Erneuerung der SPD werben, auch auf Kreisebene. Seine Bewerbung erfolgt recht früh, da er sie ungern als Störfeuer im anstehenden Kommunalwahlkampf verbreiten möchte. Die Wahl des SPD-Vorsitzenden für den Kreis Kleve erfolgt erst nach der Kommunalwahl im September.

„Die SPD braucht Erneuerung“

Thon ist seit 2009 SPD-Mitglied und hat bereits den Wahlkampf von Bodo Wißen und Norbert Killewald organisiert. Als Gewerkschafter setze er sich für die Rechte der Arbeitnehmer ein und er möchte dies auch in Zukunft tun. „Die SPD braucht eine personelle Erneuerung“, sagt Thon. „Und wir tun gut daran, den Kulturwandel, den wir auf Bundesebene eingeleitet haben, auch im Kreis Kleve weiterzuführen.“

Der 30-Jährige ist der Meinung, dass die SPD auch im Kreis Kleve mehrheitsfähig sein muss. Die Sozialdemokraten müssten aus der Rolle des geschlagenen Zweiten heraustreten. „Das steht uns nicht gut zu Gesicht“, sagte er. Dass die SPD auch im Kreis Kleve Mehrheiten einfahren könne, hätte der vergangene Kommunalwahlkampf gezeigt. In Emmerich und Kevelaer habe man gute personelle Alternativen geboten.

Ganz wichtig sei dabei die Frage, ob die Sozialdemokraten es schaffen, sich als Teil der Heimat zu integrieren oder ob sie fremdeln. Die Sozialdemokratie müsse authentisch sein. Auf Karnevalsveranstaltungen zu gehen, nur weil Wahlkampf ist, bringe nichts: „Da merken die Leute sofort, dass man keine Karnevalsnase ist. Nein, wir müssen zeigen, dass wir eine Bindungskraft zu Menschen in den Vereinen selbst haben. Und wir müssen echte Mitsprache organisieren.“

Thon wünscht sich mehr Kampagnenfähigkeit der SPD im Kreis: „Auch wenn man uns fälschlicherweise abgeschrieben hat: Wir haben die Strukturen vor Ort. Und wir machen in den Räten eine gute Arbeit.“ Im Wahlkampf sei es wichtig, mit konkreten Themen zu punkten und auch die sozialen Medien besser zu bespielen als in der Vergangenheit geschehen.

Inhaltlich müsse die Kreisverwaltung ihre rückständige und reaktionäre Haltung aufgeben und sich konstruktiv aufstellen. Die Einführung des Kommunalen Integrationszentrums sei so ein Beispiel gewesen: „Da wird eine gute Sache lieber lange verhindert, als einen Antrag des politischen Gegners zuzustimmen. Das ist wirklich Mist.“

Besseren ÖPNV einfordern

Der ÖPNV müsse im Kreis deutlich verbessert werden. „Die Dorfidylle im Kreis Kleve darf nicht dazu führen, dass wir uns mit fehlenden Bussen abfinden oder dass wir drei Autos vor der Tür haben.“ Vielmehr benötige man intelligente Lösungen: Etwa so eine Aktion wie „MyBus“ in Duisburg. Hier wird ein Anrufsammeltaxi über eine App ermöglicht. „Die Menschen werden zu Hause vom ÖPNV abgeholt. Bushaltestellen benötigt man dafür nicht“, erklärt Thon.

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