Landrat

Kreis Kleve: Kreistag soll auch in Geldern tagen

Peter Driessen soll Landratskandidat für SPD, FDP und Grüne werden.

Peter Driessen soll Landratskandidat für SPD, FDP und Grüne werden.

Foto: Klaus Schürmanns / Klever Wochenblatt

Kreis Kleve.  Sollte Peter Driessen am 13. September zum Landrat gewählt werden, findet die Hälfte der Sitzungen des Kreistages künftig in Geldern statt.

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Sollte Peter Driessen am 13. September zum Landrat gewählt werden, findet die Hälfte der Sitzungen des Kreistages beziehungsweise der Fachausschüsse künftig in Geldern statt. Das kündigte der 63-Jährige im Gespräch mit der NRZ an.

Strukturen verändern

„Bei meinen jetzt schon vielen Gesprächen im Südkreis habe ich schnell gemerkt, dass bei den Menschen, mit denen ich gesprochen habe, das Gefühl eines Nord-Südgefälles im Kreis Kleve existiert“, sagte Driessen, der als parteiunabhängiger Kandidat antreten will. Dass er „sehr gute Chancen hat, Landrat zu werden“, daran zweifelt der Bürgermeister von Bedburg-Hau nicht.

Denn nicht nur SPD, Grüne und FDP hätten sich vor etwa drei Monaten bei ihren Aufstellungsversammlungen klar dafür ausgesprochen, ihn zu unterstützen, „sondern mittlerweile auch die Freien Wähler“. Bei einem Treffen mit den Fraktionschefs hatte Driessen seine selbst ausgearbeitete Analyse der vergangenen Wahlen vorgestellt. „Die hat überzeugt“, meint der diplomierte Verwaltungswirt.

Antreten will er, weil er nicht auf eine Wiederwahl 2025 schiele und den Mut habe, grundsätzliche Strukturen zu verändern im Kreis Kleve. Da Driessen sich parteilos fürs Amt bewirbt, braucht er 290 Unterschriften von Unterstützern bis zum 16. Juli. Seit drei Tagen werbe er für sich, „170 Stimmen habe ich schon“.

Die Themen Klimafreundlichkeit, Nahverkehr, Betuwe, RE 10, sprich Nordwestbahn, will der Vater eines erwachsenen Sohnes sofort nach seiner Wahl zum Landrat „zur Chefsache machen“, betont er. Und er will als Landrat „eine menschliche Politik machen“. Das unterscheide ihn vom jetzigen Amtsinhaber, den er als Mensch sehr schätze.

Driessen wirbt für sich

Als Landrat will er außerdem für „Transparenz, Nachvollziehbarkeit und politische Rückbindung zum Kreistag stehen“, sagt Driessen, sowie für „eine Zusammenarbeit von Landrat, Verwaltung und Kreispolitik auf Augenhöhe“. Es müsse ein neues Miteinander entstehen.

Dass er überhaupt mit 63 Jahren noch Landrat werden wolle, habe damit zu tun, dass sich etwas ändern müsse im Kreis Kleve. „Ein Grund war sicher auch der Umstand, wie der Kreis 2015 mit der Flüchtlingskrise hier umgegangen ist. Er hat die Kommunen völlig alleine gelassen“, ärgert sich Peter Driessen, der seit 2004 Bürgermeister in Bedburg-Hau ist, immer noch maßlos. „Außerdem möchte meine Frau in die Politik in Bedburg-Hau. Da kann ich nicht guten Gewissens Bürgermeister bleiben“, ist ein weiterer Grund für die Entscheidung, in die Kreispolitik einzusteigen. So weit er wisse, gebe es übrigens mittlerweile sechs Personen, die ihre Hüte in den Ring werfen, um Bürgermeister in der kleinen Gemeinde zu werden.

Auch wenn er von SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern bei der Landrat-Kandidatur unterstützt werde: „Das bedeutet nicht, dass das eine Koalition für die tägliche politische Arbeit bedeutet.“ Aber das Modell kann gut funktionieren, wie am Beispiel von Bedburg-Hau zu sehen sei – und das schon seit vielen Jahren.

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