WIndpark Kranenburg

Kreis Kleve lehnt Windräder im Reichswald ab

Die Windpark-Gegner freuen sich über die Entscheidung der Klever Kreisverwaltung.

Die Windpark-Gegner freuen sich über die Entscheidung der Klever Kreisverwaltung.

Foto: Andreas Gebbink

Kranenburg.   Abo Wind darf seine zwölf Windkraftanlagen nicht im Reichswald aufbauen. Möglicherweise wird das Unternehmen Klage einreichen.

Der Kreis Kleve lehnt die geplanten zwölf Windräder im Reichswald ab. In unserer heutigen Ausgabe platziert der Kreis Kleve diesbezüglich eine Öffentliche Bekanntmachung. Darin heißt es, dass die Prüfung des Antrages ergeben habe, dass die Genehmigungsvoraussetzungen für die Errichtung und den Betrieb der Windkraftanlagen nicht vorliegen. Diese Erfüllung der Voraussetzungen können auch nicht durch Nebenbestimmungen sichergestellt werden. Damit ist jetzt klar: Investor Abo Wind darf die zwölf Windkraftanlagen im Reichswald nicht aufbauen.

Abo Wind Abteilungsleiter Georg von Aretin war gestern bereits über die Entscheidung des Kreises informiert. Sein Unternehmen habe Ende letzter Woche die Absage erhalten. Auch die Begründung liege ihm vor: „Wir beraten gerade darüber, ob wir eine Verpflichtungsklage gegen den Kreis Kleve einreichen“, so von Aretin: „Ob wir dies allerdings tatsächlich machen, wägen wir gerade mit unseren Juristen ab.“ Sollte Abo Wind diesen Schritt nicht tun, dann wäre das Projekt definitiv beendet.

Gewichtige Gründe?

Laut von Aretin hat der Kreis Kleve die Anträge aus den bekannten Gründen abgelehnt. Ein Windpark mit zwölf Anlagen sei nicht mit dem Natur- und Artenschutz, dem Denkmalschutz und dem Landschaftsschutz sowie dem Landschaftsbild vereinbar. „Für uns stellt sich die Frage, ob die Gründe so gewichtig sind“, so von Aretin. Prinzipiell könne man immer noch neue Anträge stellen. Eine Entscheidung zur Klage müsste innerhalb von einem Monat getroffen werden: „Wir werden relativ schnell eine Entscheidung treffen“, so der Projektleiter.

Intensive Prüfung

Hannah van der Valk, Mitglied der Aktionsgruppe „Gegenwind im Reichswald“, nimmt die Entscheidung der Kreisverwaltung zufrieden zur Kenntnis: „Diese Ablehnung ist auch ein deutliches Signal an den Regionalrat, um die Vorrangflächen für Windenergie im Regionalplanentwurf herauszunehmen.“ Der Reichswald sei ein konfliktgeladener Standort und es sei eben kaum möglich, hier Windräder verträglich aufzustellen.

Van der Valk macht darauf aufmerksam, dass die vom Kreis Kleve im Rahmen des Antrags von Abo-Wind geprüften Unterlagen sehr umfangreich seien. „Diese Prüfungen zum Bundes-Immissionsschutzgesetz gingen viel weiter als die Prüfungen zur Änderung des Regionalplans für den Regierungsbezirk Düsseldorf oder auch des Flächennutzungsplans der Gemeinde Kranenburg“, sagt sie. „Das heißt ja schon was, wenn eine Behörde nach so langer Prüfung zu diesem Ergebnis kommt.“

Den genauen Ablehnungsbescheid samt Begründung wird die Kreisverwaltung heute im Laufe des Tages auch auf der Internetseite www.kreis-kleve.de veröffentlichen.

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Das Jahr beginnt nicht gut für die Gemeinde Kranenburg. Erst der unglückliche Streit über die Vergabe der Wasserkonzession und jetzt auch noch das vorzeitige Ende des Projektes „Windpark im Reichswald“. Die Entscheidung des Kreises Kleve, die Anträge zur Errichtung von zwölf Windkraftanlagen nach einer gründlichen Prüfung abzulehnen, dürfte dem Investor Abo Wind die Stimmung verhagelt haben.

Auch die Errichtung einer Konzentrationsfläche im Reichswald muss damit kritisch hinterfragt werden: Denn warum sollte man eine Konzentrationsfläche ausweisen, wenn dort keine Windräder aufgebaut werden können?

Die Entscheidung des Kreises Kleve wird auch der Regionalrat intensiv studieren. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Reichswald als Konzentrationszone auch aus dem Regionalplan gestrichen wird. Damit hätten all die Bürger beiderseits der Grenze einen wichtigen Sieg errungen.

Die NRZ hatte sich bereits zu Beginn des Verfahrens deutlich positioniert. Es gibt genügend Standorte am Niederrhein, an denen Windräder errichtet werden können. Die wenigen Waldgebiete mit ihrer Artenvielfalt sollten nicht dazugehören.

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