Landratswahl 2022

Kreis Kleve: Auf Landrat Gerwers warten viele Aufgaben

| Lesedauer: 21 Minuten
Christoph Gerwers, CDU, hier mit seiner Familie Ehefrau Ursula (59), Tochter Eva (20) und Sohn Julian (24), wurde am Sonntag zum neuen Landrat gewählt.

Christoph Gerwers, CDU, hier mit seiner Familie Ehefrau Ursula (59), Tochter Eva (20) und Sohn Julian (24), wurde am Sonntag zum neuen Landrat gewählt.

Foto: Thorsten Lindekamp / FUNKE Foto Services

Kreis Kleve.  Der neue Landrat Christoph Gerwers wird bereits am Donnerstag seine erste Kreistagssitzung leiten. Diese Aufgaben stehen jetzt für ihn an.

Am Donnerstag wechselt Christoph Gerwers seinen Arbeitsplatz, und er geht direkt in die Vollen: Kreistagssitzung mit Vereidigung und Haushaltsverabschiedung. Für den neuen Landrat des Kreises Kleve geht es direkt los und es wartet auch eine Menge Arbeit auf ihn: „Die Allgemeine Vertreterin Zandra Boxnick hat mir schon mitgeteilt, dass einige Dinge zur Entscheidung für mich liegen geblieben sind“, sagt Gerwers gegenüber der NRZ. Ob er zwischen Weihnacht und Neujahr ein paar ruhige Tage genießen kann, hängt auch von der Größe des Aktenstapels auf seinem neuen Schreibtisch an der Nassauerallee in Kleve ab.

Am Montagabend erfolgt die letzte Ratssitzung in Rees

Nach der gewonnen Stichwahl am vergangenen Sonntag gingen hunderte Glückwünsche für den CDU-Kandidaten ein. So viele, dass er auch am Montag immer noch nicht die Zeit gefunden hat, sie in Ruhe zu lesen. Und das wird wohl alles noch etwas warten müssen, denn am Montagabend musste Bürgermeister Christoph Gerwers auch noch die letzte Ratssitzung in Rees leiten.

„Eigentlich sehne ich mich ja schon nach ein paar freien Tagen. So ein Wahlkampf ist wirklich anstrengend. Ich habe zuletzt gar nicht mehr gezählt, wie viele Termine ich wahrgenommen habe. Man fängt morgens an, hört abends spät auf und legt morgens wieder los“, berichtet Gerwers. Er habe zuletzt sehr wenig Zeit für die Familie gehabt und er hoffe darauf, dass jetzt wieder ein normaler Arbeitsalltag einkehrt – der auch etwas Zeit fürs Jogging lässt.

Die Wahlbeteiligung ist enttäuschend

Die Arbeit in Kleve werde sicherlich anders, so Gerwers. Als Bürgermeister habe man viele Wochenend-Termine wahrnehmen müssen, diese werden als Landrat tendenziell weniger werden. Aber die Arbeit werde dafür auf anderen Feldern zunehmen, erwartet der neue Landrat. Gerade die Corona-Pandemie und die Energiekrise haben gezeigt, dass es auch im Kreishaus sehr stressige Zeiten geben kann.

Mit dem deutlichen Ergebnis von 62,3 Prozent ist der neue Landrat zufrieden, die Wahlbeteiligung von 19,77 Prozent sei allerdings enttäuschend. „Wir haben genug Wahlwerbung gemacht. Jeder Bewerber wünscht sich natürlich eine hohe Wahlbeteiligung, aber es hat jeder sehen können, dass es am Sonntag eine Wahl gab“, so Gerwers. Es sei schade, dass so wenige Wahlberechtigte von ihrer Stimme Gebrauch gemacht hätten.

Veränderungen mit den Abteilungsleitern besprechen

Am Donnerstag möchte er zuerst mit den Fachbereichsleitern ins Gespräch kommen und sich einen Überblick über die Kreisverwaltung schaffen. Ob strukturelle oder inhaltliche Veränderungen vorgenommen werden müssen, möchte der Jurist auch davon abhängig machen, welche Problemlagen die Fachbereichsleiter sehen. Im Wahlkampf hatte Gerwers angekündigt, dass er Planungsverfahren deutlich beschleunigen möchte und Prioritäten anders gewichtet. Auch die Digitalisierung der Verwaltung, die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung und die Bekämpfung des Klimawandels waren für ihn im Wahlkampf Kernthemen.

Gerwers wurde für acht Jahre zum Landrat gewählt. Für ihn persönlich ist das eine Aufgabe, die ihn bis ins Pensionsalter führt. „Im Jahr 2030 bin ich 68“, sagte er zur NRZ. In den acht Jahren möchte er eine Menge bewegen und er weiß, dass die Mehrheitsverhältnisse im Kreistag sich durch diese Wahl nicht verändert haben. Die Suche nach Kompromissen sei immer sinnvoll: „Auch im Reeser Stadtrat werden die meisten Entscheidungen einstimmig getroffen und das ist auch gut so.“

Welberts bietet Gerwers im Kreistag die Zusammenarbeit an

Am Wahlabend sagte Wahlverlierer Stefan Welberts: „Ich bin natürlich enttäuscht“. Welberts war von der SPD und von den Grünen ins Rennen geschickt worden: „Ich bin schockiert über die niedrige Wahlbeteiligung. Das muss bedenklich stimmen.“

Welberts wies allerdings darauf hin, dass die Mehrheitsverhältnisse im Kreistag auch nach der Wahl die gleichen geblieben seien. „Wir bieten Herrn Gerwers die Zusammenarbeit an“, sagte Welberts. Er wertete es als positiv, dass es nun „endlich wieder eine klare Führungsstruktur in der Verwaltung gibt“.

Nachdem die bisherige Landrätin Silke Gorißen im Juni überraschend zur nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerin berufen worden war, hatte ihre Vertreterin Zandra Boxnick das Amt interimistisch geführt.

+++ Wahlsonntag 18.29 Uhr +++

Inzwischen sind 172 von 216 Stimmbezirken ausgezählt. Um 18.29 Uhr liegt Christoph Gerwers weiterhin mit 62,47 Prozent der Stimmen im Kreis Kleve vorne. Es sieht so aus, als ob der Reeser Bürgermeister neuer Landrat würde. Christoph Gerwers wurde im Kreishaus mit Applaus empfangen, auch Stefan Welberts ist schon da. Das Ergebnis verfestigt sich.

Als erste Kommunen sind Weeze und Kevelaer komplett durch. 64:36 Weeze, 60:40 Kevelaer, jeweils für Gerwers.

+++ Wahlsonntag 18.24 Uhr +++

Es sind um 18.24 Uhr zwar schon 156 von 216 Stimmbezirken ausgezählt, aber ein Großteil der Wähler wird am Ende bei den Briefwahlbezirken dazu kommen. Das liest sich auch an der bisherigen Wahlbeteiligung von 9,15 Prozent (nämlich ohne Briefwähler) ablesen. Bei den 156 Stimmbezirken liegt Christoph Gerwers mit 62,68 Prozent klar vorne.

+++ Wahlsonntag, 18.21 Uhr +++

Schnell werden die Wahlbezirke im Kreis Kleve bei der Landratswahl ausgezählt. Nach 125 von 216 Stimmbezirken um 18.21 Uhr liegt Christoph Gerwers (CDU) mit 63,26 Prozent deutlich von Stefan Welberts (SPD/Grüne).

+++ Das hatte die NRZ am Wahlsonntagnachmittag berichtet +++

Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl zur Landratswahl im Kreis Kleve zwischen Christoph Gerwers (CDU) und Stefan Welberst (SPD/Grüne) liegt um 16 Uhr bei 23,52 Prozent. 265.083 Bürger des Kreises Kleve sind wahlberechtigt.

Diese Zahl ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, wie der Kreis Kleve erklärt: „Die Wahlbeteiligung wird um 16 Uhr höher angegeben werden als sie tatsächlich ist. da die tatsächliche Abgabe der Briefwahlunterlagen zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt ist. Es wird stattdessen mit der Anzahl der beantragen Briefwahlunterlagen gerechnet.“

Beim Blick in die Kommunen deutet sich an, dass die Wahlbeteiligung in Bedburg-Hau (30,16 %) und Rees (30,15 %) am höchsten liegt. Tiefstwert: Weeze mit 16,41 Prozent.

+++ Das hatte die NRZ bisher berichtet +++

Die Bürgergemeinschaft Emmerich (BGE) ist seit 1994 politisch unabhängig. Sie gibt keine Wahlempfehlung für einen der beiden Landratskandidaten zur Stichwahl am 11. Dezember 2022 ab. Im Rahmen der Fachlichkeit und unter Berücksichtigung der mehr als dreißigjährigen Verwaltungserfahrung auf kommunaler Ebene, zuletzt als Bürgermeister der Stadt Rees, beurteilt die BGE Christoph Gerwers (CDU) für das Amt des Landrats im Kreis Kleve insgesamt als geeigneter, so Fraktionsvorsitzender Joachim Sigmund in einer aktuellen Pressemitteilung mit einstimmigem Beschluss der Fraktionsversammlung.

+++ So berichtete die NRZ über die Wahlempfehlung der Wählergemeinschaften +++

Bereits im August hatten sich die beiden Kandidaten Guido Winkmann und Stefan Welberts im Rahmen einer Mitgliederversammlung den Wählergemeinschaften im Kreis Kleve vorgestellt. In der damaligen Sitzung haben sich beide Kandidaten persönlich und die eigenen Ziele, Ideen und Themen ihres Landratswahlkampfes präsentiert.

Stefan Welberts kontaktiert Vorstand der Kreiswählergemeinschaft

Die Mitglieder der Kreiswählergemeinschaft Vereinigten Wählergemeinschaften e. V. haben damals in einem Basisentscheid mehrheitlich dafür gestimmt, den bereits zur Landratswahl angemeldeten, parteiunabhängigen Bürgerkandidaten Guido Winkmann bei seiner Kandidatur zu unterstützen. Stefan Welberts hinterließ aber ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Unmittelbar nach Erreichen der Stichwahl kontaktierte Stefan Welberts den Vorstand der Kreiswählergemeinschaft. Auch durch die Zusammenarbeit mit der Listenverbindung aus Wählergemeinschaft, SPD, Grüne und FDP kennen die
Vereinigten Wählergemeinschaften Stefan Welberts gut und können ihn als Kreiswählergemeinschaft als Landratskandidaten in der kommenden Stichwahl am 11. Dezember 2022 empfehlen.

Kurzfristig einberufene Mitgliederversammlung

Insbesondere seine Themen und die Bereitschaft Wahlziele und Themen von Guido Winkmann weiterzuverfolgen, überzeugten die Mitglieder in einer kurzfristig einberufenen Mitgliederversammlung in dieser Woche. Allerdings entscheiden, wie auch beim letzten Mal, die Wählergemeinschaften in den einzelnen Städten und Gemeinden im Kreis Kleve selbst darüber, welchen Kandidaten sie unterstützen möchten.

+++ So berichtete die NRZ über die Wahlempfehlung von Guido Winkmann +++

Guido Winkmann hat sich dazu entschieden, den Landratskandidaten von SPD und Grünen, Stefan Welberts, mit einer Wahlempfehlung zu unterstützen. „Am Montag nach dem Wahltag hatte ich mit Stefan Welberts ein ausführliches Gespräch. Wie schon in seinem Wahlkampf ist deutlich geworden, dass ihm die verbesserte Anbindung des Südkreises und auch der rechten Rheinseite ein wichtiges Anliegen sind. Beispielsweise bei persönlich erforderlichen Antragstellungen. Neben seinen drei Kernanliegen Klimaschutz, Bevölkerungsschutz und Fachkräftesicherung möchte er diesen Prozess schnellstmöglich angehen, sollte er Landrat werden“, so Guido Winkmann.

Für Guido Winkmann war dies ein wesentliches Wahlziel und im Süden des Kreises konnte er auch wesentlich bessere Stimmanteile generieren. „Herr Welberts hat mich mit seinen sachlichen Ausführungen überzeugt und ist bereit, einige meiner Vorstellungen eines innovativen Kreises anzugehen. Von daher gebe ich gerne eine Wahlempfehlung für ihn ab.“

+++ Das hatte die NRZ am 28. November berichtet +++

Keine Überraschungen bei der Wahl zum Landrat des Kreis Kleve. Es gibt eine Stichwahl – erwartungsgemäß. Der CDU-Kandidat holt im ersten Wahlgang die meisten Stimmen – vorhersehbar. Die Wahlbeteiligung liegt unter 30 Prozent – unschön, aber prognostizierbar.

Stichwahl zwischen Gerwers und Welberts am 11. Dezember

Dafür stellt sich die spannende Frage für die Stichwahl am Sonntag, 11. Dezember: Wer setzt sich im Eins-gegen-Eins-Duell durch? Christoph Gerwers (CDU) geht von der Pole-Position ins Rennen. Stefan Welberts, gemeinsamer Kandidat von SPD und Grüne, muss versuchen, seinen Rückstand von gut 12.000 Wählerstimmen aufzuholen.

Was Guido Winkmann in dieser Woche vorhat

Wie soll das funktionieren? Der Drittplatzierte des ersten Wahlgangs, Guido Winkmann, holte 14.521 Stimmen. „Ich habe bereits mehrere Gespräche terminiert, und entscheide danach, ob ich eine Wahlempfehlung für einen der beiden übrig gebliebenen Kandidaten aussprechen werde“, erklärte Winkmann am Montagmittag auf Anfrage der NRZ. Die Gespräche führe er im Übrigen ergebnisoffen. Will heißen: Es ist auch denkbar, dass er keine Wahlempfehlung aussprechen werde, wie er es auch schon bei der Stichwahl zur Landratswahl vor zwei Jahren gemacht habe. Darüber hinaus ist die Wirkung einer Wahlempfehlung grundsätzlich auch durchaus diskutabel.

CDU-Kandidat hat in allen Kommunen bis auf Kerken die Nase vorne

Wie auch immer sich Winkmann entscheiden wird, für Gerwers und Welberts ist die primäre Aufgabe, die eigene Wählerschaft erneut zu einem Urnengang zu mobilisieren. „Das ist in der Tat so“, weiß auch Gerwers, der am vergangenen Sonntag in allen Städten und Gemeinden des Kreises das beste Ergebnis holte, mit Ausnahme von Winkmanns Heimatgemeinde Kerken, wo der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter die Nase vorne hatte. „Diese Tatsache stimmt mich durchaus optimistisch“, sagt Gerwers, der von daher auch von „einem guten Ergebnis und einem guten Abstand“ spricht.

Welberts spricht von „vollkommen offenem Rennen“

Als „vollkommen offenes Rennen“ bewertet Stefan Welberts die Ausgangslage vor der Stichwahl. „Es liegen viele Stimmen frei auf dem Feld, die wollen wir uns sichern“, so der Kandidat von SPD und Grüne, der aber genau wie Gerwers auch der Mobilisierung der eigenen Wählerschaft oberste Priorität einräumt.

Genau dies könnte sich aber als eine Mammutaufgabe herausstellen. Das zeigt sich schon bei der unterirdischen Wahlbeteiligung von kreisweit 27,59 Prozent am vergangenen Sonntag. Um vorherzusagen, dass diese Zahl auch noch mal fallen wird, braucht man kein Experte sein. Denn ohne Frage wird es Wähler der ausgeschiedenen Kandidaten geben, die weder Gerwers noch Welberts ihre Stimme am dritten Advent geben werden.

Noch zwei Wochen Wahlkampf im Kreis Kleve

Hinzu kommt – und das zeigt die Erfahrung aus den Stichwahlen zum Bürgermeisteramt – besteht die latente Gefahr, dass Wähler die Stichwahl auslassen, weil sie die Wahl als gelaufen ansehen. Dies kann je nach Stimmungslage sowohl für Gerwers als auch für Welberts eintreten.

Die beiden übrig gebliebenen Bewerber für das Landratsamt werden in jedem Fall noch einmal zwei Wochen im Wahlkampf Gas geben. „Es kommen stündlich neue Termine hinzu“, gibt Welberts einen Einblick in seine persönliche Planung.

>>> Keine neue Wahlbenachrichtigung

Am Mittwoch stellt der Kreiswahlausschuss das endgültige Endergebnis der Wahl fest. Danach beginnt dann die Prozedur für die Stichwahl.

Er erfolgt keine neue Versendung einer Wahlbenachrichtigung. Wer schon zum ersten Wahltermin für die Stichwahl Briefwahl beantragt hat, bekommt die Unterlagen nun automatisch zugeschickt.

Komplizierter wird es für den Fall, dass ein Wähler bisher noch keine Briefwahl beantragt hat, dies aber nun in Anspruch nehmen möchte. Dafür muss er sich proaktiv an die jeweilige Heimatkommune wenden.

>> So berichtete die NRZ am Wahlsonntag

Bei der Landratswahl hat sich ein klarer Gewinner herauskristallisiert. Der Reeser Bürgermeister und CDU-Kandidat Christoph Gerwers sicherte sich einen Großteil der 72.898 abgegebenen gültigen Stimmen bei der Landratswahl und damit 45,02 Prozent. Für das Erreichen des Landratsamtes reicht es damit allerdings noch nicht. Dafür wäre das erreichen eines Stimmanteils von mehr als 50 Prozent nötig gewesen. Es wird jetzt also am 11. Dezember zur Stichwahl zwischen Gerwers und seinem stärksten Konkurrenten um das Landratsamt, Stefan Welberts (SPD/Grüne) kommen, der sich 27,53 Prozent der abgegebenen Stimmen sichern konnte.

Gerwers zeigte sich zufrieden

Im Gespräch mit der NRZ zeigte sich Gerwers, der mit seiner Familie ins Kreishaus kam, erst einmal zufrieden: „Wir haben mit dieser niedrigen Wahlbeteiligung durchaus gerechnet und mir war auch klar, dass wir eine Stichwahl benötigen werden. Mit 45 Prozent der Stimmen bin ich sehr zufrieden“, so Gerwers. Bei dieser Wahl gab es keine großen Reibungspunkte zwischen den Kandidaten: Sie waren für mehr Klimaschutz, Gewässerschutz, Arbeitsplätze, Katastrophenschutz oder die Energiewende.

Stefan Welberts hat für die geringe Wahlbeteiligung keine Worte. Er hatte eigentlich mit 30 bis 40 Prozent gerechnet. Dass er jetzt in die Stichwahl darf, freut ihn. „Wir werden in den kommenden zwei Wochen noch einmal alles geben. Wir werden an Wahlkampfständen zu sehen sein, Flyer an den Haustüren verteilen und viel Kontakt zu den Menschen suchen. Am 11. Dezember werden die Karten noch einmal neu gemischt“, sagte er gegenüber der NRZ.

Einen achtbaren Erfolg erzielte der parteilose Guido Winkmann, der mit einem Mini-Budget von 8000 Euro (eigene Angaben) immerhin fast 20 Prozent der Stimmen holte. „Ich hatte mir vorgenommen, mein Ergebnis vom letzten Mal zu wiederholen, das waren damals 29,9 Prozent. Das hat leider nicht funktioniert und ich erkenne an, dass Gerwers und Welberts offenbar die besseren Themen hatten.“

Die FDP ist enttäuscht

Enttäuscht zeigte sich Ralf Klapdor, (FDP) der nur 2,88 Prozent der Stimmen holte und damit sogar deutlich hinter dem AfD-Kandidaten Heinz Ferdinand Straeten lag. „Das tut schon weh“, so Klapdor. In einer ersten Kurz-Analyse zeigte er sich selbstkritisch: „Vielleicht waren Themen wie „Nachhaltigkeit“ auch zu akademisch und nicht plakativ genug.“

Ex-Landrätin Silke Gorißen (CDU) zeigte sich erschrocken über die schlechte Wahlbeteiligung. Aber sie merkte schon in ihrem persönlichen Umfeld, dass es schwer wird, die Menschen für diese Wahl zu begeistern. Gute Bekannte hatten selbst am Wahlsonntag die Abstimmung verdrängt.

Die Wahlbeteiligung für die Landratswahl 2022 im Kreis Kleve lag dabei bei lediglich 27,60 Prozent. Bereits in den Morgenstunden zeichnete sich ab, dass nicht viele Menschen zur Wahl gehen werden. Gegen 11 Uhr waren nur vereinzelt Menschen in den Wahllokalen zu sehen. Die Wahlhelfer bestätigten dann auch: „Es ist noch ruhig.“

Eine bittere Zwischenbilanz

Das erste Zwischenergebnis folgte dann gegen 16.38 Uhr von der Klever Kreisverwaltung. Zwischen 8 Uhr morgens und 16 Uhr nachmittags hatten nur 10,93 Prozent der Wähler ihre Stimme in eine Urne eingeworfen. Die Briefwähler wurden mit 16,87 Prozent gezählt. In Emmerich lag die Wahlbeteiligung bei 24,89 Prozent, in Kleve bei 25,9 Prozent, in Rees bei 34,25 Prozent, in Goch bei 24,87 Prozent, in Kalkar bei 29,76 Prozent, in Bedburg-Hau bei 34,83 Prozent und in Kranenburg bei 27,18 Prozent.

Wahlbeteiligung um 18 Uhr niedriger als um 16 Uhr?

Die Klever Kreisverwaltung macht darauf aufmerksam, dass die Wahlbeteiligung bis 18 Uhr sogar noch niedriger ausfallen könnte als die Beteiligung um 16 Uhr. Dieses Kuriosum ergibt sich aus den Briefwahlunterlagen. Die beantragten Briefwahlunterlagen werden vom Kreis bei der Wahlbeteiligung mitgerechnet. Wie viele Menschen aber tatsächlich per Brief gewählt haben, stellt sich erst nach der Auszählung heraus: „Daher sind die Daten von 16 Uhr mit höchster Vorsicht zu genießen“, so Kreissprecherin Ruth Keuken.

Bei der vergangenen Landratswahl habe man bei der Auszählung um 18 Uhr festgestellt, dass etliche versandte Briefwahl-Unterlagen nicht genutzt wurden und somit nicht zurückgekommen sind. Somit sinkt dann die endgültige Wahlbeteiligung.

Lesen Sie hier die Ergebnisse der Landratswahl

Wenn die Wahllokale geschlossen werden, dann wird fleißig gezählt. Hier lesen Sie dann die Ergebnisse:

KREIS KLEVE

Ausgezählte Stimmbezirke (217 von 217 ausgezählt)

Christoph Gerwers (CDU), 32.820 Stimmen, 45,02 Prozent

Stefan Welberts (SPD), 20.071 Stimmen, 27,53 Prozent

Ralf Klapdor (FDP), 2103 Stimmen, 2,88 Prozent

Guido Winkmann (parteilos), 14.521 Stimmen, 19,92 Prozent

Heinz-Ferdinand Straeten (AfD), 2934 Stimmen, 4,02 Prozent

Jale Solan (parteilos), 449 Stimmen, 0,62 Prozent

EMMERICH

Christoph Gerwers (CDU), 2664 Stimmen, 56,45 Prozent

Stefan Welberts (SPD), 1298 Stimmen, 27,51 Prozent

Ralf Klapdor (FDP), 102 Stimmen, 2,16 Prozent

Guido Winkmann (parteilos), 422 Stimmen, 8,94 Prozent

Heinz-Ferdinand Straeten (AfD), 204 Stimmen, 4,32 Prozent

Jale Solan (parteilos), 29 Stimmen, 0,61 Prozent

REES

Christoph Gerwers (CDU), 4081 Stimmen, 65,00 Prozent

Stefan Welberts (SPD), 1354 Stimmen, 21,57 Prozent

Ralf Klapdor (FDP), 152 Stimmen, 2,42 Prozent

Guido Winkmann (parteilos), 424 Stimmen, 6,75 Prozent

Heinz-Ferdinand Straeten (AfD), 225 Stimmen, 3,58 Prozent

Jale Solan (parteilos), 42 Stimmen, 0,67 Prozent

KLEVE

Christoph Gerwers (CDU), 4314 Stimmen, 38,98 Prozent

Stefan Welberts (SPD), 4180 Stimmen, 37,77 Prozent

Ralf Klapdor (FDP), 272 Stimmen, 2,46 Prozent

Guido Winkmann (parteilos), 1815 Stimmen, 16,40 Prozent

Heinz-Ferdinand Straeten (AfD), 412 Stimmen, 3,72 Prozent

Jale Solan (parteilos), 73 Stimmen, 0,66 Prozent

GOCH

Christoph Gerwers (CDU), 3254 Stimmen, 47,00 Prozent

Stefan Welberts (SPD), 1914 Stimmen, 27,65 Prozent

Ralf Klapdor (FDP), 225 Stimmen, 3,25 Prozent

Guido Winkmann (parteilos), 1173 Stimmen, 16,94 Prozent

Heinz-Ferdinand Straeten (AfD), 310 Stimmen, 4,48 Prozent

Jale Solan (parteilos), 47 Stimmen, 0,68 Prozent

KALKAR

Christoph Gerwers (CDU), 1781 Stimmen, 52,65 Prozent

Stefan Welberts (SPD), 821 Stimmen, 24,27 Prozent

Ralf Klapdor (FDP), 117 Stimmen, 3,46 Prozent

Guido Winkmann (parteilos), 473 Stimmen, 13,98 Prozent

Heinz-Ferdinand Straeten (AfD), 165 Stimmen, 4,88 Prozent

Jale Solan (parteilos), 26 Stimmen, 0,77 Prozent

BEDBURG-HAU

Christoph Gerwers (CDU), 1825 Stimmen, 48,63 Prozent

Stefan Welberts (SPD), 1059 Stimmen, 28,22 Prozent

Ralf Klapdor (FDP), 83 Stimmen, 2,21 Prozent

Guido Winkmann (parteilos), 630 Stimmen, 16,79 Prozent

Heinz-Ferdinand Straeten (AfD), 138 Stimmen, 3,68 Prozent

Jale Solan (parteilos), 18 Stimmen, 0,48 Prozent

KRANENBURG

Christoph Gerwers (CDU), 749 Stimmen, 38,14 Prozent

Stefan Welberts (SPD), 646 Stimmen, 32,89 Prozent

Ralf Klapdor (FDP), 45 Stimmen, 2,29 Prozent

Guido Winkmann (parteilos), 456 Stimmen, 23,22 Prozent

Heinz-Ferdinand Straeten (AfD), 58 Stimmen, 2,95 Prozent

Jale Solan (parteilos), 10 Stimmen, 0,51 Prozent

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